“Der Verkauf ist für uns Gründer und für die Investoren ein finanzieller Erfolg” – Felix Haas von amiando im Interview

Die Übernahme des Einladungs- und Ticketdienstes amiando (www.amiando.de) durch das erfolgreiche Business-Netzwerk Xing (www.xing.de) ist die Meldung der vergangenen Wochen. Die Hamburger Aktiengesellschaft zahlt zunächst 5,1 Millionen Euro für das Start-up, welches in […]

Die Übernahme des Einladungs- und Ticketdienstes amiando (www.amiando.de) durch das erfolgreiche Business-Netzwerk Xing (www.xing.de) ist die Meldung der vergangenen Wochen. Die Hamburger Aktiengesellschaft zahlt zunächst 5,1 Millionen Euro für das Start-up, welches in diesem Jahr voraussichtlich einen Umsatz in Höhe von 1,5 Millionen Euro einfährt. Weitere bis zu 5,25 Millionen Euro fließen 2013 – wenn bestimmte Ziele erreicht werden (hier Details). Ein Sonderangebot, wie viele in der deutschen Gründerszene finden. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Felix Haas, Vorstandschef und Mitgründer von amiando über Eroberungspläne, Exit-Optionen und Schnäppchenpreise.

amiando wandert zum Jahreswechsel unter das Dach von Xing. Wie geht es künftig weiter mit amiando?
Wir werden unseren Wachstumskurs fortsetzen und mit Xing als Partner ausbauen – mit dem kompletten Management, unserem Team, dem viersprachigen Service und den preisgekrönten amiando-Produkten. Wie in den letzten vier Jahren sind wir fest entschlossen, auch weiterhin das Event-Ticketing in Europa zu revolutionieren. Da liegt ein riesiger Markt vor uns, den es zu erobern gilt.

Xing zahlt rund 10,35 Millionen für amiando – wobei nur 5,1 Millionen sofort fließen. Das klingt nach einem Schnäppchen!
Wir sind sehr stolz darauf, was wir bei amiando gemeinsam mit unserem Team und unseren Investoren in nur vier Jahren erreicht haben. Der Verkauf ist sowohl für uns Gründer als auch für die Investoren ein finanzieller Erfolg. Wir sind damit eines der wenigen europäischen Start-ups, die in den letzten Jahren einen so erfolgreichen Verkauf vorweisen können. Der finanzielle Aspekt war aber nicht der einzige Grund, warum wir uns für Xing als Partner entschieden haben.

Was sprach sonst für einen Verkauf an Xing?
Uns hat der perfekte strategische Fit sehr überzeugt. Mit der Kombination aus der amiando-Technologie und der Xing-Reichweite können wir den Event-Ticketing-Markt auf den nächsten Level heben. Mit dem gemeinsamen Unternehmen können wir Veranstaltern von Business-Events ein Leistungsportfolio bieten, das in Europa seinesgleichen sucht. So ein Window-of-Opportunity kommt nicht oft vor und daher haben wir die Gelegenheit genutzt.

Wer war die treibende Kraft beim Verkauf an Xing: Die amiando-Investoren oder das Gründerteam?
Wir hatten bei unserer Entscheidung verschiedene Optionen, sowohl für Series-B Finanzierungen als auch mehrere Exit-Optionen. Aufgrund der einmaligen Gelegenheit Ticketing mit einem Social Network zu verbinden, haben wir uns als Gründer für einen Verkauf an Xing entschieden. Wie gesagt: Die Unternehmen passen strategisch hervorragend zusammen. An dieser Stelle möchte ich explizit auch unseren Investoren danken, die unsere Entscheidung unterstützt und damit diese Transaktion ermöglicht haben.

Vor rund einem Jahr haben Sie im Interview mit deutsche-startups.de gesagt: „Ich gehe davon aus, dass amiando den Umsatz auch in 2010 verdreifachen und ein schönes EBIT ausweisen wird“. Konkreter sprachen Sie von „ einem schönem sechsstelligem EBIT“. Hat sich diese Prognose erfüllt?
Ich bitte um Verständnis, dass wir uns aufgrund der neuen Konstellation bei der Kommunikation unserer Zahlen nunmehr den für börsennotierte Unternehmen üblichen Gepflogenheiten unterziehen. Dazu gehört, dass wir dazu derzeit keine Angaben machen.

Schade! Dann zum nächsten Thema: amiando ist nicht nur in Deutschland aktiv, sondern auch im Ausland – etwa in Spanien. Wie wichtig sind die Auslandsaktivitäten nach der Übernahme durch Xing noch?
Amiando ist und bleibt auf Europa ausgerichtet. Hieran wird sich auch nach der Übernahme nichts ändern.

Xing sitzt in Hamburg, amiando in München. Wo arbeiten Sie und die 35-köpfige amiando-Mannschaft künftig?
Das amiando-Management und unser starkes Team bleiben komplett erhalten und agieren auch in Zukunft aus München. Darüber hinaus haben wir seit einigen Monaten eine kleine Dependance in Berlin.

Was wird aus dem Unternehmen amiando, bleibt die amiando AG dauerhaft bestehen?
amiando wird auch weiterhin als eigenständiges Unternehmen geführt. In Kombination mit dem bestehenden Eventteam von Xing entsteht darüber hinaus die neue Erlösquelle Events auf Xing.

Wo steht amiando in einem Jahr?
Durch die Partnerschaft mit Xing ergeben sich völlig neue Möglichkeiten, die wir in den nächsten Monaten in neue Produkte für unsere Kunden umsetzen werden – man darf also gespannt sein!

Zur Person
Felix Haas gründete bereits während der Schulzeit sein erstes Unternehmen und vermarktete damit Entertainment-Websites. Der Elektrotechniker studierte in München, Zürich und Stanford und verbrachte zudem über zwei Jahre im Silicon Valley – unter anderem für Projekte bei BMW und Google. In dieser Zeit machte er auch seinen Pilotenschein. Im Jahr 2006 gründete Felix Haas gemeinsam mit Dennis von Ferenzcy, Armin Bauer, Sebastian Bärhold, Marc P. Bernegger und Markus Eichinger die Eventorganisationsplattform amiando.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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