Neustart beim Marktforscher AGOF – netzathleten holen Sportgold

Die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) drückt den Resetknopf: Für die aktuelle Erhebung der internet facts gelten nicht mehr die alten, sondern neue Berechungsgrundlagen. Die internet facts 2010-I, die Daten für Januar bis März […]

Die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) drückt den Resetknopf: Für die aktuelle Erhebung der internet facts gelten nicht mehr die alten, sondern neue Berechungsgrundlagen. Die internet facts 2010-I, die Daten für Januar bis März dieses Jahres liefern, sind dadurch mit den alten Zahlen nicht mehr vergleichbar. Dies gilt sowohl in Hinblick auf die Reichweiten- und Strukturdaten der Angebote als auch die Daten zur allgemeinen Internetnutzung und zum E-Commerce. “Verknüpfungen und Gegenüberstellungen jeglicher Form – \’Vorher-Nachher\’-Darstellungen, Darstellung von \’Reichweitenzuwächsen und -verlusten\’ auf Angebots- und/ oder Vermarkterebene, \’Gewinner- und Verlierer-\’Rankings etc. – sind nicht zulässig”, teilt der Marktforscher forsch mit. Diese wären auch vergleichweise nichtssagend, denn die Änderungen in der Berechnungsgrundlage sind einfach zu groß. Doch was hat sich eigentlich geändert? Es geht zum einen um einem Anstieg der Grundgesamtheit – diese besteht ab sofort aus Deutschen, EU-Ausländern und anderen deutschsprachigen Ausländern, die in Deutschland leben. Dadurch erhöht sich die Zahl der Internet-Nutzer um einige Millionen.

Viel wichtiger als dieser Anstieg der Nutzer ist aber die neue Definition des so genannten MultiClient-Modells. Zahlenexperte Jens Schröder von Meedia schreibt dazu: “Hinter diesem Begriff versteckt sich die Tatsache, dass Internet-Nutzer immer mehr verschiedene Rechner, bzw. unterschiedliche Browser auf einem Rechner verwenden. Ein MultiClient-User ist künftig jemand, der das Internet von mehr als einem Ort nutzt und/oder es mit mehr als einem Browser pro Rechner nutzt. Lag der Anteil von MultiClient-Usern in der AGOF-Studie bisher bei 37 %, sind es nun 75 %. Da die Anzahl der Fälle, die für die internet facts herangezogen werden, mit 100.000 Usern gleich bleibt, erhöht sich die Zahl der Clients, die ausgewertet werden, von 138.000 auf 250.000. Dadurch steigt die Anzahl der pro User genutzten Angebote fast automatisch und die Zahl der Unique User der AGOF-geprüften Angebote gleich mit”.

VZ-Netzwerke erreichen 12,74 Millionen Unqiue User

An der Spitze der ersten internet facts auf Basis der neuen Berechungsgrundlage steht T-Online (www.t-online.de) mit 27,09 Millionen Unqiue Usern im Monat. Auf den weiteren Plätzen folgen Web.de (www.web.de) mit 17,27 Millionen Unqiue Usern und Yahoo (www.yahoo.de) mit 15,22 Millionen Unqiue Usern. Den sechsten Platz sichern sich die VZ-Netzwerke. Bei der ersten gemeinsamen Auswertung kommen die drei sozialen Netzwerke studiVZ (www.studivz.net), schülerVZ (www.schulervz.net) und meinVZ (www.meinvz.net) auf 12,74 Millionen Unqiue User im Monat. Kokurrent wer-kennt-wen.de (www.wer-kennt-wen.de) erreicht 8,28 Millionen Unqiue User, Community-Urgestein Stayfriends (www.stayfriends.de) 8,06 Millionen Unqiue User. MySpace (www.myspace.com) landet bei 7,35 Millionen Unqiue Usern. Die Lokalisten (www.lokalisten.de) dümpeln bei 2,85 Millionen Unqiue Usern. Zahlen für Facebook gibt es keine.

Bei den vertikalen Themennetzwerken lohnt sich besonders bei Blick auf die netzathleten (www.netzathleten-media.de). Das Chamäleon unter den Start-up ist mit 3,52 Millionen Unqiue Usern im Monat nun das führende Sportangebot des Landes. Zum Vergleich: Dauerbrenner Kicker (www.kicker.de) kommt auf 2,91 Millionen Unqiue User, Mitbewerber Sport1 (www.sport1.de) auf 2,51 Millionen Unqiue User und Spox (www.spox.com) auf gerade einmal 1,09 Millionen Unqiue User. Das größte Vertical Network ist Fantastic Zero (www.fantasticzero.de) mit 5,42 Millionen Unqiue Usern. fem (www.fem.com) erreicht 3,74 Millionen Unqiue User. Zum ersten Mal bei der AGOF an Bord ist Discover Outdoor (www.discover-outdoor.de). Bei der Premiere kommt der Ableger der Verlagsgruppe MairDuMont (unter anderem Falk, Marco Polo und Baedeker) auf 0,48 Millionen Unqiue User. Beim vertikalen Themennetzwerk wirliebenfilme.de (www.wirliebenfilme.de) stehen bei der Erstausweisung unter dem Strich 1,49 Millionen Unique User.

Es besteht Diskussionsbedarf

Zum Abschluss noch ein schneller Blick auf einige andere bekannte Anbieter: Bei gutefrage.net (www.gutefrage.net) zählt die AGOF imposante 12,34 Millionen Unique User. yasni.de (www.yasni.de) kommt auf 5,26 Millionen Unique User, Xing (www.xing.com) erreicht 3,89 Millionen Nutzer und Qype (www.qype.de) 3,53 Millionen Unique User. Da Vergleiche mit den Zahlen der Vorquartale nicht statthaft sind, lässt sich über die Entwicklung der vielen Webangebote diesmal rein gar nichts sagen. Es fehlt aber auf, dass viele hochfrequentierte Plattformen nun deutlich bessser darstehen als früher. Logisch erscheint dies – trotz der höheren Nutzerbasis – nicht immer. Die AGOF-Zahlen unterscheiden sich zudem nun deutlich von anderen Marktforschern – teilweise sind die Angaben zu den Nutzern doppelt so groß. Über die neue Erhebungsmethode wird in der Medienbranche in den nächsten Tagen sicherlich heftig diskutiert werden.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Also ich finde die Zahlen passen nun deutlich besser zu anderen Quellen wie z.B. Google Adplanner und – zumindest bei uns – auch zu den internen Zahlen (beides ist immer noch deutlich höher als die jetzigen AGOF-Zahlen). Welche Anbieter messen denn halb so hohe Zahlen?

  2. Pingback: DMEXCO 2010 – ein RECAP von sausebrause

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