Mit Yoom kann man mit dem eigenen Umzug Geld verdienen

Bisher war die Suche nach neuen Vermietern Makler-Sache. Der Immobilien-Marktplatz Yoom (www.yoom.de) macht sie zur Angelegenheit des Mieters – mit erheblichem Mehrwert. “Mieter können nun die Aufgaben, für die bisher Makler viel Geld […]
Mit Yoom kann man mit dem eigenen Umzug Geld verdienen

Bisher war die Suche nach neuen Vermietern Makler-Sache. Der Immobilien-Marktplatz Yoom (www.yoom.de) macht sie zur Angelegenheit des Mieters – mit erheblichem Mehrwert. “Mieter können nun die Aufgaben, für die bisher Makler viel Geld einstreichen, selbst in die Hand nehmen und sich auch noch Geld für ihren eigenen Umzug dazu verdienen”, erläutert Gründer und Geschäfstführer Malte Niebuhr. Um aus seinem eigenen Auszug Geld zu schlagen, muss der Mieter zunächst das Einverständnis seines Vermieters für die Suche nach einem Wohn-Nachfolger einholen. Falls der Eigentümer grünes Licht gibt, stellt der Mieter ein Exposee von seiner Wohnung bei Yoom ein, legt einen Besichtigungstermin fest und fängt an zu rechnen: Welche Einrichtungsgegenstände will er loswerden und welche Abschlagssumme will er dafür haben? Auch für seine eigenen Umzugskosten legt er einen Preis fest.

Wohnungssuchende, die auf der Plattform nach ihrer künftigen Bleibe stöbern, können ein Angebot für den Erhalt ihrer Traumwohnung abgeben. Am Ende entscheidet der Mieter, welchem der Höchstbietenden er die Wohnungsschlüssel überreicht. Auf diese Weise landet das Geld nicht in Form von Vermittlungsgebühren beim Makler sondern direkt beim Mieter. Kommt eine Wohnungsübergabe zustande, springt auch für Yoom etwas heraus: “Wir verzichten auf eine Anmelde- oder monatliche Grundgebühr. Erst wenn der neue Mietvertrag unterschrieben ist, bekommen wir 25 % des Gebotes, das der Nachmieter abgeben hat”, erklärt Niebuhr. Der Gründer sieht großes finanzielles Potential in der Geschäftsidee seines Hamburger Start-ups: “Die Summe der gezahlten Maklercourtagen beläuft sich auf über zwei Milliarden Euro im Jahr. Wenn wir in zwei bis drei Jahren rund zwei Prozent dieses Marktvolumens generieren, sind wir sehr zufrieden.”

Earlybird unterstützt Yoom

Fraglich ist allerdings, ob das System von allen Seiten angenommen wird. Der bekannte Risikokapitalgeber Earlybird glaubt an das Konzept und investierte bereits im vergangenen Jahr in das junge Unternehmen. Daneben wird Yoom von Andreas Ramm (zuletzt Senior Consultant bei Roland Berger), Jan Hendrik von Ahlen, Christian von Ahlen und Martin Schmidt (Gründer und Geschäftsführer von JobLeads) unterstützt.

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Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.



  1. Petra Panther

    @Alexander Hüsing: Wie wird das gesetzliche Verbot umgangen,dass weder Vermieter noch Vormieter Gebühren bzw. Abstand für die Vermittlung der Wohnung nehmen dürfen? Also was ist hier der rechtliche Trick?

    Ich finde, dass hier der Gesetzgeber gefordert ist, solche Beutelschneiderei zu verhindern.

    Und nicht nur bei solchen Startups, sondern auch bei Maklern, die tlw. mit Hausverwaltungen oder Vermietern, mit oder ohne Kickbacks, gemeinsame Sache machen.



  2. Jan Cux

    … habe gerade mal nach Angeboten gesucht in München: 0 Treffer.

    Das ist dann doch etwas wenig…



  3. tom

    Na der rechtliche “Trick” ist der Abstand in Form vom Verkauf von Einrichtungsgegenständen.

    Da aber der Vermieter letzten Endes darüber entscheidet wer Nachmieter wird und das wohl eher der Beamte als der Student mit dem höchsten Gebot sein wird dürfte diese Idee in dieser Form nur bedingt was taugen..

    Auch kostet es den Vermieter nichts einen Makler zu beauftragen, also warum sollte er das nicht auch tun?

  4. @Petra Panther

    Habe die Frage an Yoom weitergereicht. Hier die Antwort: “Das gesetzliche Verbot wird nicht umgangen, da für die Vermittlung kein Geld verlangt wird. Lediglich für Einrichtungsgegenstände und weitere
    ablösefähige Werte können Nachmieter ihr Gebot abgeben.”



  5. Petra Panther

    @Alexander: Danke für die Weiterleitung der Frage, mich würde interessieren, was das Team zu meinem anderen Einwand sagt:

    Da müsste das Gebot aber auch auf einen gewissen Maximalwert der Einrichtungsgegenstände festgesetzt werden. Denn ansonsten gilt meines Wissens: Einen Kaufpreis, der mehr als 50% des Sachwertes der Einrichtungsgegenstände beträgt, muss der Käufer wegen Sittenwidrigkeit nicht tragen. Ergo: Ich könnte da einfach 3000€ für eine Couchgarnitur bieten, auch einen Vertrag unterschreiben und wenn ich den Mietvertrag in der Tasche habe, den Vertrag für nichtig erklären. Da muss der Vormieter dann erstmal klagen. Aber die Klage würde er also verlieren.

    Ingesamt gesehen also ein sehr fragwürdiges Modell. Aus Businesssicht und aus moralischer Sicht. Die Abzockerei auf dem Wohnungsmarkt (bei Nachfragemärkten) durch die Makler sollte unterbunden werden und nicht noch auf den Mieter-zu-Mieter Markt ausgeweitet werden.



  6. Petra Panther

    @Alexander Hüsing

    Okay, meine Frage kann ich mir teilweise schon selber beantworten.

    “Der Ablösewert stellt die zulässige Höchstgrenze für Gebote dar, er ist jedoch nicht der geforderte Ablösepreis.

    Der Ablösewert ist eine Barriere, ein Schutz vor ausufernden Auktionen und stellt sicher, dass keine Gebote über der Summe der ablösefähigen Werte geboten werden können. Er setzt sich aus allen zu veräußernden Einrichtungsgenständen und ggf. anfallenden Umzugskosten des Vormieters zusammen.”

    —————————————————-

    Dass die Umzugskosten für die Berechnung des maximalen Ablösewertes relevant sind, ist allerdings ne FETTE Lüge. Ansonsten gäbe es ja kein faktisches Gebot von Ablösen, weil jeder Umzugskosten konstruieren kann….

    Siehe hier:

    http://www.yoom.de/expose/1155

    KEINE SACHWERTE, nur Umzugskosten angegeben und der Mieter will seinen nächsten Nachmieter abzocken…

    Da kann ich nur den Rat geben: einfach bieten und nicht bezahlen…

    Ich würde mal sagen: ein Fall für den Verbraucherschutz… Ich schreib gerade mal ne Mail…



  7. York

    Entweder ich verstehe das Konzept falsch oder Ihr. Denn, wenn ich es richtig verstehe, dann werden hier doch Wohnungen von Mieter an Mieter weitergebene. Der Makler bleibt also schon mal aussen vor.

    Jetzt muss ein Nachmieter zwar eine Ablösesumme zahlen, was ja eigentlich nicht so toll ist. Aber das ganze wirkt doch letztlich wie eine Kaution, da ich die Wohnung beim Auszug wieder auf dem selben Weg weitergeben kann….

    Mal von Petras Beispiel eines Nachfragemarktes ausgegangen, sollte ich den gleichen Wert wiedererlösen können den ich gezahlt habe. Yoom erhält zwar einen Anteil daran, über den man sich streiten kann…aber 25% ist immer noch deutlich besser als die volle Maklercourtage…

    Ich sehe da momentan ehrlich gesagt nur Vorteile für die Mieter?!



  8. Rene

    @Petra Panther

    Das durch die Beauftragung eines Maklers keine Kosten auf den Vermieter zukommen stimmt nicht. Es ist in einigen Städten noch üblicher als anderswo, dass auch für den Vermieter ein Teil der Makler Courtage fällig wird. Dies zwar erst beim Abschluss, es sind aber Kosten die mit der Vermittlung zusammenhängen. In Märkten mit einem Wohnungsüberangebot, kann es sein, dass die Courtage gänzlich vom Vermieter getragen wird.

  9. Die Grundidee find ich gut:

    Wir haben in unserer letzten WG die Küche (NP 3000€) bei Ebay für 1000€ ersteigert und beim Auszug 1400€ dafür veranschlagt.

    Je nachdem in welcher Stadt man sich befindet, kann man sich meist vor Anfragen nicht retten und unter 40 Interessenten sind sicher 10 dabei, die den Preis für Küche und eventuell noch Schlafzimmerschrank zahlen.

    Aber warum sollte ich hierfür die PLattform verwenden? Die Interessenten hole ich mir da, wo ich die höchste Nachfrage vermute um somit den höchsten Preis für meine sperrigen Möbel rauszuschlagen und das ist immobilienscout.



  10. Rene

    @York

    Es würde mich doch sehr wundern, wenn die nächste Person die gleiche Ablösesumme zahlen müsste. Dies würde darauf hindeuten, dass ein Versuch der Umgehung der gesetzlichen Vorschriften vorliegt. Denn die Gebrauchsgegenstände unterliegen einer Abnutzung, dies ich sogar mit Abschreibetabellen berechnen lassen (AZA).

    Eine fällige Kaution könnte auf jeden Fall auch jährlich bezahlt werden. Da bietet zum Beispiel die kautionskasse.de ein interessantes Angebot.



  11. theRiddler

    Wenn ich Umzugskosten und Abstand an den Vormieter zahlen muss, dann kann ich doch auch eine Makler Courtage bezahlen und komme damit vllt. sogar günstiger.
    Die übliche Kaution von 3 Nettokaltmieten muss ich an die Hausverwaltung in der Regel so oder so bezahlen.



  12. Petra Panther

    @Rene

    das war nicht meine behauptung, sondern “tom”s..

    @york

    .. ablösen von mieter an mieter sind VERBOTEN. einzige ausnahme: verkaufen von bestimmten sachgütern bis zu einem bestimmten maximalwert… DIE UMZUGKOSTEN gehören da nicht zu….

    und das ist gut so…



  13. Rene

    Sorry Panther :) Hatte ich falsch in Erinnerung.



  14. York

    @Panther & Rene

    Verstehen kann ich Eure Argumente dennoch nur bedingt.Denn, mir ist es doch solange wurscht ob ich Umzugskosten oder Einrichtungsgegenstände zahle solange der Preis unter der Maklercourtage liegt, denn dann habe ich einen Vorteil…wenn er drüber liegt muss ich ja nicht mitbieten.

    Und, ob ich das Geld wieder erhalte beim Auszug hängt nicht von Afa Tabellen ab, sondern einzig von der Nachfrage, die in Ballungsgebiten immer vorhanden sein sollte . Das Ergebnis ist somit, dass ich beim Einzug zahle und beim Auszug einen Großteil zurückbekomme. Wie das rechtlich aussieht, keine Ahnung, finde das aber extrem fair, denn ich habe deutlich weniger Ausgaben als bei einem Makler….

  15. Ein System, bei dem keiner den anderen abzockt, ist der Wohnungstausch. Schaut’ Euch mal Homeswopping an, das funktioniert, ist komplett gratis und der Makler bleibt außen vor.

  16. Pingback: Zahle 1.500€ für erfolgreiche Wohnungsvermittlung | Kassenzone



  17. carsten

    Meine Begegnung mit yoom und erster Eindruck war weniger positiv:

    Ich war auf der Suche nach einer Wohnung, die bei Immobilienscout/Immonet inseriert war (äusserst günstig) und erhielt den Anruf. Es tut uns leid, aber die Wohnung ist vergeben, aber bla bla bla wir arbeiten mit yoom zusammen,…gehen sie doch mal da hin…

    Das finde ich höchst unseriös. Könnte einer von yoom mir das mal erklären???

    So verbrennt man sich den Namen/Image!

  18. Pingback: Neuer Geldstrom für Yoom :: deutsche-startups.de



  19. Marc Winter

    Die Diskussion schimmelt zwar schon a bisserl, aber ich erlaube mir trotzdem mal einen Beitrag … :)

    Fest steht: In einer perfekten Welt würden der perfekte Mieter und der perfekte Vermieter friedlich und entspannt zueinander finden, ohne dass irgendwelche Gebühren gezahlt werden müssen. End of story.

    In Wirklichkeit ist es halt anders. Da gibt es Wohnungen in begehrten Stadtteilen, und Interessenten quer durchs Spektrum – vom alleinstehenden Beamten über den Schlurfi-Studi zur finanziell aufstrebenden Kleinfamilie – balgen sich darum. Letzten Endes muss es darum gehen, dass jeder eine Wohnung kriegt, die er dann auch bezahlen kann. Außerdem sollte er ins Haus passen, so spießig das klingt. Der lautstark nachtaktive Studi kann den braven Bürgern ziemlich schnell das Leben zur Hölle machen (und umgekehrt gilt sicher dasselbe :).

    Dass nun beide Seiten (ausziehende Mieter und Vermieter) mit Quasi-Boni gelockt werden sollen, grenzt für mich an den Appell zur Bestechung. Da geht es nicht mehr darum, wer wirklich in eine Wohnung passt und sie sich auch mittelfristig leisten kann, sondern wer augenzwinkernd einen Tausender “für den schönen Tisch” über selbigen zu schieben vermag.

    Da kann die Yoom-Rechtsabteilung noch so clever argumentieren – ich denke, das ist ein Fall für den Verbraucherschutz und diverse Rechtskategorien. Ich denke da an sittenwidrige Geschäfte, Makeln ohne Erlaubnis etc. Oder wie der Ami sagt: “If it quacks like a duck…”

    Möge nun auch keiner argumentieren, dass alles gut ist, was den Makler spart. Ich bin auch kein Freund dieses Gewerbes, sehe aber deren Gatekeeper-Funktion. Es gibt einen Grund, warum ein Vermieter (der vielleicht auch noch was anderes zu tun hat) Schufa-Dokumente und Mietschuldenfreiheitsbescheinigungen (was für ein schönes deutsches Wort) von fünfzig Interessenten durch jemand anders filtern lässt. Diesen Filter durch eine Art Prämiensystem zu ersetzen (“Möge der Gierigere gewinnen”), führt nicht zur Entzerrung des Wohnungsmarkts, sondern zu griechischen Verhältnissen: “Hier ist ein kleiner Umschlag, und nun lassen Sie mich schon rein.”

    Außerdem: In diversen Blogs, wo unter anderem diskutiert wird, dass die obigen Methoden wohl doch fragwürdig sind und Leute mit Werbeanrufen genötigt wurden, verteidigen ein paar “Diskutanten” Yoom in extrem aggressivem Tonfall.

    Da hat’s jemand offensichtlich nötig.

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