Zweite Chance für make.tv

In den kommenden Wochen entscheidet sich die Zukunft des gestrauchelten Live-Streamingdienstes make.tv (www.make.tv). Zur Erinnerung: Gründer und Geschäftsführer Andreas Constantin Meyer musste vor wenigen Wochen den Gang zum Amtsgericht antreten und einen Antrag […]

In den kommenden Wochen entscheidet sich die Zukunft des gestrauchelten Live-Streamingdienstes make.tv (www.make.tv). Zur Erinnerung: Gründer und Geschäftsführer Andreas Constantin Meyer musste vor wenigen Wochen den Gang zum Amtsgericht antreten und einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen. Sowohl auf Kunden, als auch auf Nutzerseite entwickelte sich der Markt nicht wie geplant. Das Ende von make.tv deutete sich mitten in den Verhandlungen zur dritten Finanzierungsrunde an. Rund 2,5 Millionen Euro wollten die Rheinländer einsammeln.

Inzwischen ist klar: Mit der Insolvenz verschwindet make.tv nicht völlig von der Bildfläche – es geht weiter. Wie, dass ist allerdings noch offen. Momentan laufen laut Gründer Meyer Verhandlungen “mit Interessenten und Partnern”. Die scheinen allerdings so weit fortgeschritten, dass er sicher sagen kann, dass make.tv in der ein oder anderen Form forgeführt werde. Denkbar ist offenbar eine Weiterführung von make.tv als eigenes Projekt – allerdings mit völlig neuer Struktur, neuen Gesellschaftern und vermutlich in enger Anbindung an ein anderes Unternehmen. Eine weitere Möglichkeit könnte die Fortführung unter dem Dach eines Dienstleisters sein. Die letztgenannte Möglichkeit scheint momentan die wahrscheinlichere. Als eigenständige Plattform – ohne enge Anbindung an ein bestehendes Projekt – ist make.tv dagegen nicht überlebensfähig. Das Thema Live-Streaming ruft zwar immer wieder Begeisterung hervor, die Zeit ist aber scheinbar noch nicht reif für das Konzept. Die zuletzt rund 60 zahlenden Kunden, die make.tv teilweise intensiv genutzt haben, wird diese neue Entwicklung freuen, sie können make.tv auch künftig nutzen.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.