bloomstreet am Ende

Die Geschichte des Social Networks bloomstreet (www.bloomstreet.net) ist vorüber. Mediendickschiff Bertelsmann zieht beim im März des vergangenen Jahres gestarteten Netzwerk den Stecker. Angetreten waren die beiden bloomstreet-Gründer Christoph Homann und Pascal Zuta, um […]
bloomstreet am Ende

Die Geschichte des Social Networks bloomstreet (www.bloomstreet.net) ist vorüber. Mediendickschiff Bertelsmann zieht beim im März des vergangenen Jahres gestarteten Netzwerk den Stecker. Angetreten waren die beiden bloomstreet-Gründer Christoph Homann und Pascal Zuta, um junge Leute miteinander zu vernetzen. Das große Vorbild war MySpace. Doch auch ein großer Relaunch und eine Kooperation mit der Erfolgsshow “Deutschland sucht den Superstar” konnte die Beteiligung von Bertelsmann Digital Media Investments (Risikokapitalableger der Bertelsmann AG) nicht retten. Lapidar teilt der Mediengigant mit: “Bertelsmann hat sich entschlossen, die Aktivitäten des sozialen Netzwerks Bloomstreet nicht weiter zu führen”.

Ein Bild fürs Dotcom-Archiv: Das Firmenschild von bloomstreet in Berlin

Entscheidend für das Aus von bloomstreet dürfte der unglaubliche Aufstieg von wer-kennt-wen.de (wer-kennt-wen.de) gewesen sein. Das erfolgreiche Social Network gehört über RTL seit einigen Monaten ebenfalls zum großen Bertelsmann-Imperium. Und in diesem ist offenbar nur noch Platz für ein Netzwerk. Nach eigenen Angaben sind inzwischen über 3 Millionen Mitglieder bei wer-kennt-wen.de registriert. Diese hievten das soziale Netzwerk nach einer inoffiziellen Testmessung durch die IVW im Mai auf 83 Millionen Visits und 2,9 Milliarden Page Impressions. Damit ist wer-kennt-wen.de deutlich klickstärker als Konkurrent Lokalisten (27,7 Millionen Visits, 1,2 Milliarden Seitenabrufe). Zahlen über bloomstreet sind Mangelware. Nach Informationen von deutsche-startups.de verfügte der Dienst zuletzt über rund 150.000 Nutzer. Nach knapp fünfzehn Monaten im Markt eine ordentliche Basis für weiteres Wachstum. Doch die Zahlen können leider nicht mit wer-kennt-wen.de mithalten. Wann bei bloomstreet endgültig die Lichter ausgehen ist noch nicht klar. Offenbar soll die Plattform noch eine ganze Weile im Netz bleiben. Erste Nutzer machen sich inzwischen Gedanken über ihre Daten und fürchten einen Verkauf ihrer Nutzerprofile. Wie aus dem Unternehmen zu hören ist, sollen die Daten der Nutzer aber auf gar keinen Fall an andere Firmen verkauft oder weitergegeben werden.

Große Namen sind kein Erfolgsgarant

Das Aus für bloomstreet zeigt wieder einmal, dass im Communitygeschäft große Namen im Hintergrund kein Erfolgsgarant sind. Ende des vergangenen Jahres stampfte die Telekom beispielsweise ihre beide Web-2.0-Projekte T-Community und Wirsind.de ein. Im März zog die südkoreanische Telefongesellschaft SK Communications, ein Ableger des Mobilfunkanbieter SK Telecom, bei Cyworld den Stecker. Das Unternehmen sah offenbar keine Chance mehr, die gemeinsam mit T-Venture betriebene Community zum Erfolg zu führen. Das im April 2007 gestartete Social Network Unddu.de (www.unddu.de) aus dem Hause Web.de ist ebenfalls weit davon entfernt, ein Massenphänomen zu sein. Und auch bei meineleute.de (www.meineleute.de), einem Ableger der allesklar.com sind trotz der vermuteten enormen Sogwirkung der Regionalplattform meinestadt.de neun Monate nach dem Start erst rund 30.000 Mitglieder registriert.

Artikel zum Thema
* Neuer Look für bloomstreet

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

Aktuelle Meldungen

Alle

#DealMonitor Takeaway übernimmt Foodarena – und alle Deals des Tages

Takeaway übernimmt Foodarena – und alle Deals des Tages
Freitag, 22. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (22. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Delivery Hero etwa verkauft seinen Schweizer Ableger an Takeaway.com.

15 Fragen an Dirk Owerfeldt Gründen? Selbstverantwortung! Selbstverwirklichung!

Gründen? Selbstverantwortung! Selbstverwirklichung!
Freitag, 22. Juni 2018 Alexander Hüsing

“Im Firmen-Marketing ist PR sehr wichtig. Doch was nutzt der bekannteste Name, wenn das Unternehmen am Markt scheitert? Deshalb sind im B2B-Bereich vor allem ein gutes, ausgefeiltes Produkt und professioneller Service essenziell”, sagt Dirk Owerfeldt, Gründer von Gastrofix.

#DealMonitor Silexica bekommt 18 Millionen – und alle Deals des Tages

Silexica bekommt 18 Millionen – und alle Deals des Tages
Donnerstag, 21. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (21. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Baze sammelt Kapital ein. Zudem bekommt talpasolutions 1,5 Millionen.

#Zahlencheck Lesara: Zahlensalat pur! Rohertrag nur 24,7 Millionen

Lesara: Zahlensalat pur! Rohertrag nur 24,7 Millionen
Donnerstag, 21. Juni 2018 Alexander Hüsing

Der Lesara-Jahresabschluss für 2016 ist da! Der Zahlensalat um das Startup wird dadurch nur noch schlimmer. Der Rohertrag des Unternehmens lag damals bei 24,7 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2015 ein Wachstum in Höhe von 254 %.

App für den Schulalltag Scoolio aus Dresden: Schon 175.000 Schüler machen mit

Scoolio aus Dresden: Schon 175.000 Schüler machen mit
Donnerstag, 21. Juni 2018 Alexander Hüsing

“In den vergangenen Monaten haben wir unser Geschäftsmodell sukzessive weiterentwickelt. Inzwischen nutzen wir die Datentiefe, um Angebote zur Berufs- und Ausbildungsorientierung zielgenauer an interessierte Schülern zu adressieren”, sagt Mitgründer Danny Roller.

#DealMonitor 16 Millionen für Blinkist – und alle VC-Deals des Tages

16 Millionen für Blinkist – und alle VC-Deals des Tages
Mittwoch, 20. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (20. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Das Stuttgarter Startup VirtualQ sammelt Millionensumme ein.

#Zahlencheck Verlust von N26 steigt um 214,1 % – auf 14,7 Millionen

Verlust von N26 steigt um 214,1 % – auf 14,7 Millionen
Mittwoch, 20. Juni 2018 Alexander Hüsing

Wir werfen einen Blick in den Jahresabschluss der Startup-Bank N26 für das Jahr 2016. Demnach lag der Jahresfehlbetrag des Startups vor zwei Jahren bei 14,7 Millionen Euro – im Vergleich zum Vorjahr (4,7 Millionen) ein Plus von 214,1 %. Das Wachstum auf zuletzt 1 Millionen Kunden dürfte somit teuer erkauft sein.

Eversports: Vom holprigen Start zum Millioneninvestment

Eversports: Vom holprigen Start zum Millioneninvestment
Mittwoch, 20. Juni 2018 Alexander Hüsing

“Die Idee zu Eversports wurde geboren, als ich in Klagenfurt, durch Recherche erfahren habe, wie viel die Stadt an Sportaktivitäten zu bieten hat. Gleichzeitig habe ich jedoch gemerkt, dass nur Wenige von dieser Vielfalt wissen”, sagt Mitgründer Hanno Lippitsch.

#DealMonitor 11,5 Millionen für abracar – und alle VC-Deals des Tages

11,5 Millionen für abracar – und alle VC-Deals des Tages
Dienstag, 19. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (19. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Allianz X investiert 11,5 Millionen Euro in abracar. Crate.io bekommt zudem 11 Millionen US-Dollar.

Interview “Mit Geschwistern kann man offener kommunizieren”

“Mit Geschwistern kann man offener kommunizieren”
Dienstag, 19. Juni 2018 Alexander Hüsing

“Wir sind von Hause aus mit sehr ähnlichen Werten und der gleichen Leistungsbereitschaft ausgestattet – was die Zusammenarbeit enorm erleichtert”, sagt Pauline Koehler, die WeddyPlace gemeinsam mit ihrem Bruder Daniel Koehler hochzieht.