PubliGroupe steigt bei Fantastic Zero ein

Mit Fantastic Zero (www.fantasticzero.de) steht innerhalb kürzester Zeit ein weiteres themenorientiertes Vermarkternetzwerk in den Schlagzeilen. Die Schweizer PubliGroupe AG, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Medienhaus Springer Werbedickschiff Zanox übernommen hat, sichert […]

Mit Fantastic Zero (www.fantasticzero.de) steht innerhalb kürzester Zeit ein weiteres themenorientiertes Vermarkternetzwerk in den Schlagzeilen. Die Schweizer PubliGroupe AG, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Medienhaus Springer Werbedickschiff Zanox übernommen hat, sichert sich im ersten Schritt 39 % der Anteile des jungen Münchner Unternehmens. PubliGroupe übernimmt die Anteile von einer Tochtergesellschaft der Wunder Media GmbH, die Fantastic Zero gemeinsam mit Mehrheitsgesellschafter Holtzbrinck eLab (gehört wie deutsche-startups.de zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck) im vergangenen Jahr an den Start brachte. Gleichzeitig sicherte sich PubliGroupe von Holtzbrinck eLab die Option auf den Erwerb der Mehrheit der Fantastic Zero GmbH. Der Zeitplan für die komplette Übernahme ist nicht bekannt. Weiter am Unternehmen beteiligt ist Gründer und Geschäftsführer Aric Austin, ehemals Vice President of Online Sales beim Vorbild UGO.com. Das Bundeskartellamt muss die Übernahme noch genehmigen.

„Der Einstieg bei Fantastic Zero eröffnet der PubliGroupe attraktive Vermarktungschancen im Ausland und entspricht damit der Strategie der PubliGroupe, verstärkt im interaktiven Bereich und in internationalen Märkten zu wachsen”, sagt Thomas Kaiser, CEO vom Geschäftssegment Digital & Marketing Services der PubliGroupe. Fantastic Zero will kleinen Games- und Entertainment-Webseiten bei der Vermarktung unter die Arme greifen. Im Gegensatz zu klassischen Online-Vermarktern setzt das kleine Unternehmen dabei nicht auf die Marken der zu vermarkteten Seiten. Stattdessen werden die jeweiligen Zielgruppen über die neue Marke Fantastic Zero vermarktet. Derzeit bündelt das themenorientierte Vermarkternetzwerk rund 20 verschiedene Entertainment-Websites. Die IVW zählte im Mai 7,3 Millionen Visits und 39 Millionen Page Impressions im Fantastic-Zero-Verbund. „Wir können das Fantastic Zero-Modell auch in andere europäische Länder skalieren. Dank des Engagements der PubliGroupe werden wir das Ausland noch rascher erschließen können. Wir sind überzeugt, dass wir in drei Jahren zu den führenden europäischen Online-Vermarktern im Bereich Entertainment für die junge männliche Zielgruppe zählen werden”, sagt Austin.

Wunder Media initierte auch Fem.com

Vor Fantastic Zero wechselte bereits das themenorientierte Vermarkternetzwerk Fem.com (www.fem.com) den Besitzer. Das Netzwerk mit Sitz in München bündelt rund 20 Internetseiten, die sich an Frauen richten. Thematisch werden dabei Bereiche wie Beauty, Fashion, Lifestyle, Stars, Musik und Liebe abgesteckt. Hinter dem Projekt steckte neben Marco Janezic, Manuel Gollner und Vanessa Hensel ebenfalls Wunder Media. Künftig kümmert sich die Sendergruppe ProSiebenSat.1 um den Vermarktungsverbund. “Mit dem Frauen-Portal Fem.com schließen wir eine wichtige Lücke im Internet-Angebot der ProSiebenSat.1 Group, da die Zielgruppe sowohl im Internet wie auch im Fernsehen essentiell ist”, sagte Marcus Englert, Vorstand New Media und Diversifikation der ProSiebenSat.1 Media AG, zur Übernahme. Die paneuropäische Sendergruppe will das Konzept rasch in andere Länder exportieren.

Die Marschrichtung bei den beiden von Wunder Media initierten Projekten ist somit klar: Sowohl Fem.com als auch Fantastic Zero sollen rasch zu internationalen Schwergewichten aufsteigen. Mit der Unterstützung der jeweiligen neuen Gesellschafter könnte dies gelingen. ProSiebenSat.1 und PubliGroupe haben die nötige Vermarktungserfahrung, die der Mannschaft von Wunder Media sicherlich fehlt. Und mit der Vermarktung steht und fällt das Konzept der themenorientierten Vermarkternetzwerke. Wie erfolgreich so ein Verbund sein kann, zeigt das Beispiel Glam (www.glam.com). Das amerikanische Frauennetzwerk bündelt nach eigenen Angaben über 500 Dienste und erreicht weltweit über 60 Millionen Nutzer. Besonders für kleine Websites sind vertikale Netzwerke eine gute Möglichkeit weitere Nutzer auf sich aufmerksam zu machen und eine Chance das eigene Angebot mittels Werbung zu refinanzieren. Das 2000 von Todd Covell und Armin Nusser gegründete Unternehmen Wunder Media kümmert sich stattdessen wieder um die redaktionelle Betreuung und Konzeption von Webprojekten. Zudem produzieren und vermarkten die Bajuwaren nach eigenen Angaben “das umfangreichste Veranstaltungsprogramm für Deutschland”. Zu den weiteren Projekten von Wunder Media gehören die Website-Community zohub (www.zohub.com) und das Streaming-Projekt livedom (www.livedome.com).

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.