Mucelli geht offline

Der Musikdienst Mucelli (www.mucelli.com) schließt vorerst seine Pforten. Erst am Donnerstag erschien bei deutsche-startups.de unter der Überschrift “Kostenlose Playlist auf Mucelli” ein ausführlicher Bericht über den kostenlosen Musikservice. Im Unternehmesblog schreibt Gründer Christian […]

Der Musikdienst Mucelli (www.mucelli.com) schließt vorerst seine Pforten. Erst am Donnerstag erschien bei deutsche-startups.de unter der Überschrift “Kostenlose Playlist auf Mucelli” ein ausführlicher Bericht über den kostenlosen Musikservice. Im Unternehmesblog schreibt Gründer Christian Reber: “Mittwoch hatte mich Christina von deutsche-startups.de über Mucelli interviewt und eigentlich dachte ich alles wäre toll gelaufen. Gestern wurde das Interview dann auch veröffentlicht, hat aber eher eine ungewohnte Diskussion ausgelöst. Jedenfalls habe ich mich heute dazu entschlossen, Mucelli erstmal für eine kurze Zeit zu schließen”.

Auslöser zur Schließung sei aber keinesfalls die Diskussion über den rechtlichen Hintergrund, sondern eher das Vorgehen von Warner Music gegen Seeqpod (www.seeqpod.com). Der Musikriese hat die Suchmaschine, mit der man das Netz nach MP3-Dateien durchstöbern kann, kürzlich verklagt. “Ich bin mir mittlerweile über die Rechtslage von Mucelli so unsicher, dass dieser Schritt jetzt unvermeidlich ist. Solange ich nicht weiß, ob und gegebenfalls inwiefern Mucelli rechtlich bedenklich ist, werde ich die Schäfchen lieber ins Trockene bringen”, schreibt Reber.

“Mucelli richtet sich an Musikliebhaber”

Mucelli ging vor rund vier Wochen ins Netz. Über Mucelli konnten sich Musikliebhaber ihre Lieblingssongs jederzeit kostenlos online anhören. Der Berliner Musikdienst beobachtete und sortierte die Charts und stellte den Usern zudem das dazugehörige YouTube-Video zur Verfügung. Zuletzt hatte die Charts- und Musiksuchmaschine Songs von insgesamt 14 Ländern in vier verschiedenen Kategorien gelistet, unter anderem Titel aus der Euro-20 oder den Top-40 Germany. Bei anhaltendem Erfolg wollte Reber Mucelli um Informationen zu Bands, Künstlern und Events sowie die Anbindung an Online-CD-Shops, Konzertkarten und MP3-Downloads, erweitern.

Artikel zum Thema
* Kostenlose Playlist auf Mucelli

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Michael

    Schade, aber absolut richtiger und einzig möglicher Schritt.



  2. Cheater

    Gar nicht erst online gehen, wäre noch richtiger gewesen. Die Klagen der Musikindustrie gegen Online-Portale sind ja nun seit Jahren ein Dauerbrenner, da kann ja kein Gründer dran vorbei, oder? Also wäre eine rechtliche Due Dilligence mit einem Fachanwalt absolut notwendig gewesen, bevor auch nur 1 Zeile programmiert wird.



  3. Michael

    hätte……wäre………wenn :-)



  4. Chris

    oder es wird in der zwischenzeit einfach ne gute rechtsschutzversicher abgeschlossen :D



  5. Tim

    @Chris
    Dann schau mal in die Konditionen einer Rechtschutzversicherung. Für Fahrlässigkeit (und das ist hier der Fall) haftet die nicht und schon gar nicht für Projekte, die vor dem Abschluß der Versicherung entwickelt wurden / online waren.

    Ich muß Cheater Recht geben. Wenn der Anwalt dann nichts genaues weiß, so hätte man sich das schriftlich geben lassen können (quasi ein Mini-Gutachten) und damit würde man dann vor Gericht zumindest verhindern, daß eine persönliche Haftung zustande kommt (das wäre nämlich bei einer offensichtlich fahrlässigen Tat auch möglich und zwar durch eine GmbH “hindurch”).



  6. marc

    ich bewezeifle, ob eine rechtsschutzversicherung überhaupt mucelli.com versichern wird.

    denn die versicherer sind meist 1A in Risikosteuerung,

    sie prüfen jeder anfrage genau bevor sie den Kunden versichern,

    sie würden sich bestimmt die plattform vorher an schauen

    wenn sie musik-plattform hören, werden sie bestimmt abwinken, denn sie kennen das risiko



  7. Chris

    nächstes mal schreibe ich [ironie] vorher dran ;-)



  8. Cheater

    Eine Rechtsschutzversicherung für Unternehmen kann man vergessen. Die wirklich interessanten Fälle werden sowieso nicht abgedeckt.

    Aber das Beispiel Mucelli zeigt eben, daß sich viele Gründer über rechtliche Konsequenzen ihres Handelns oder ihres Geschäftskonzepts keine Gedanken machen. Ich hab da ne geile Idee, das mach ich jetzt mal. Wird dann schon irgendwie klappen.

  9. Ich muss die ganze Zeit an Napster denken. Welche Gedanken hat sich wohl Shawn Fanning über rechtliche Konsequenzen seines Handelns oder seines Geschäftskonzepts gemacht? Und wo wäre die Musikindustrie, hätte es Napster nicht gegeben. Vermutlich könnte man Musik noch immer nicht online kaufen…



  10. stefan78

    Nun, wenn man von Warner möglicherweise etc. in Anspruch genommen wird dann braucht man schon ein kräftiges juristisches und deshalb auch finanzielles Rückgrat. Denken wir an die ganzen Bagatell-Abmahn-Fälle: Es gibt ganze Kanzleien, die das Internet nach Urheberrechtsverstößen durchstöbern. Und es geht ja nicht nur um Schadensersatzansprüche nach Zivilrecht: § 106 UrhG ist eine Strafvorschrift, aus welcher Gefängnisstrafe droht. Ich denke, Mucelli hat alles richtig gemacht.

    Viele Grüße



  11. Tim

    Napster war insofern ein Ausnahme, als das es am Anfang noch niemanden so recht interessiert hat und die Musikindustrie noch nicht sensibilisiert war für das Thema. Im heutigen rechtlichen Rahmen, das in Deutschland, und ohne vorhandene GmbH und massive(!) finanzielle Rückstellungen, die für einen Grundsatzprozess reichen (das alles hatte Napster, als es darauf ankam), wäre es jetzt und hier in dieser Situation Selbstmord. Von daher verstehe ich die Abschaltung von mucelli vollkommen. Wenn es auch wirklichein Projekt für die Freundin war und man dann auch nicht geplant ein Unternehmen hochziehen wollte, macht das Vorgehen auch Sinn.

    Aber ich denke es ist zumindest eine schöne Grund-Referenz, die die Gründer nutzen können (wenn sie schnell sind).

  12. Vielleicht kann mir mal jemand erklären, was genau an Mucelli rechtlich bedenklich sein soll im Sinne von Schadensersatzansprüchen? Die würden meiner Meinung nach nämlich an YouTube gehen, schließlich ist es YouTube Content.

    GEMA müsste Mucelli zahlen, das ist klar. Aber warum soll der Rest rechtlich bedenklich sein? Gegenüber YouTube ist es vielleicht nicht so sinnvoll, die Videos auszublenden. Da könnte Google etwas gegen haben. Aber sonst?

    Irgendein Jurist hier?! Die Frage interessiert mich wirklich.

    LG,
    Philipp

  13. Pingback: Basic Thinking Blog | Christian nimmt Mucelli vom Netz

  14. Ergänzung: Seeqpod funktioniert technisch ganz anders. Die haben eine Suchmaschine entwickelt, die MP3s im Internet suchst und diese dann streamed.



  15. Scheck

    Ich kann nur sagen, es geht auch legal. Ich habe schon einiges über den Dienst flatster.de gelesen, unter anderem auch, dass die so gefürchtete Musikindustrie offenbar schon mehrfach versucht hat, diesen Dienst lahm zu legen, und es nicht geschafft hat. Wenn man sich das Geschäftsmodell ansieht, kann ich nur sagen – Hut ab !
    Klar gibts kontroverse Meinungen dazu aber so wie ich das sehe, helfen die flaster Leute mir (dem User) nur, sein schon bezahltes Recht auf eine Privatkopie endlich wahrzunehmen. das coole daran ist – dass ich hier nicht nur Musik hören kann sondern Sie als MP3 fertig geschnitten und benannt auf dem Rechner finde….

    Bei deiesm dienst hiess es am Anfang auch – ob das mal legal ist, ob man das wohl darf, oder “mal sehn, wie lange die online sind” und siehe da – sehr zu meiner Freude gibts das nun schon seit mehr als 1 Jahr und es läuft und läuft…

    Es geht also, so etwas legal aufzuziehen in sofern hätte sich vielleicht der Betreiber von Mucelli mal mit der Rechtsabteilung von flatster zusammensetzen sollen :-)

  16. Seeqpod hat es meiner Meinung nach auch verdient, schließlich streamen sie bewusst Mp3’s, bei denen ganz klar erkennbar ist, dass sie das Urheberrecht verletzen.

    Anfangs hatte ich bei Mucelli keinerlei rechtliche Bedenken, schließlich arbeitet youTube ja mit GEMA etc. in einer Hand und die youTube API hat sich halt zum einbinden der Lieder angeboten. Von daher hat für mich nichts dagegen gesprochen.

    Und ich stimme Cheater zu, eine Rechtsschutzversicherung ist wirklich kompletter Unsinn. Reine Geldverschwendung. Aber so wie es aussieht wird Mucelli nächste Woche mit kleinen technischen Veränderungen wieder online gehen können, denn so wie es aussieht habe ich jetzt eine Lösung gefunden. Versprechen kann ich aber nichts, schließlich gehts hier um meinen Hintern ;)

    Zitat: “Aber das Beispiel Mucelli zeigt eben, daß sich viele Gründer über rechtliche Konsequenzen ihres Handelns oder ihres Geschäftskonzepts keine Gedanken machen. Ich hab da ne geile Idee, das mach ich jetzt mal. Wird dann schon irgendwie klappen.”

    Mir ist nicht ganz klar, woher Du Deine Informationen beziehst, ich habe vom ersten Tag an rechtlichen Unterstützung angenommen. Tatsache ist, wenn es nunmal eine Grauzone ist, kann Dir niemand eine klare Aussage geben. Mein Ziel war nicht Profit zu machen, indem ich mit den großen der Musikbranche anlege. Und irgendwo ist jede Gründung mit Risiko verbunden… No risk, no fun ;)



  17. Karsten

    @Christian

    Ich finde deine Reaktion vorbildhaft. Die YouTube-Gründer hatten ja noch schnell einige hundert Millionen mit dem Verkauf ihres Unternehmens eingesammelt und das Problem damit auf ihre Nachfolger verschoben.
    Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich das ähnlich gemacht hätte.
    Du verdienst dir so einen Fair-Play-Pokal in der Gründerszene. ^^



  18. Warklar

    War doch klar das diese Aktion in die Hose geht. Schnell mal ne Idee aufschnappen und kopieren geht eben nicht immer gut. Gerade nicht bei dem Thema Musik. Außerdem ist die Rechtslage in den USA eine ganz andere Geschichte auch wenn dein “Vorbild” selbst Probleme mit dem Rechteinhabern hat. Aber das weißt du sicher selber ^^.

    Vielleicht hast du wenigstens Glück und wirst nicht verklagt. Wobei ich würde als Musikindustrie sicher nicht einfach zusehen. Aber abwarten was kommt…



  19. Tim

    “Aber das Beispiel Mucelli zeigt eben, daß sich viele Gründer über rechtliche Konsequenzen ihres Handelns oder ihres Geschäftskonzepts keine Gedanken machen. Ich hab da ne geile Idee, das mach ich jetzt mal. Wird dann schon irgendwie klappen.”

    wenn jeder so denken würde, dann passiert bald überhaupt nix mehr und alle scheißen sich in die hosen, also definitiv der richtige schritt von mucelli erstma off zu gehen und abzuwarten, weil die seite großes potenzial hat und wenn dadurch einfach die oberfläche von youtube verbessert wird, dem user wäre geholfen und mucelli hat uns allen einen großen gefallen getan!!!



  20. Cheater

    @Tim, es hat nichts mit in-die-Hose-scheissen zu tun, wenn man vor der Gründung die rechtliche Situation prüft, falls es Zweifel an der Validität eines Geschäftsmodells gibt. Man erspart sich damit einfach eine Menge Ärger. Es wird sich schon ein Anwalt finden, der gegen Mucelli Strafanzeige stellt. Die Gründer sind nicht aus dem Schneider, weil sie jetzt offline sind. Die Urheberrechtsverletzungen sind ja schon passiert. Wenn man die bisherigen Schadensersatzforderungen der Musikindustrie heranzieht und das auf die bereits über Mucelli (illegal) gespielten Lieder überträgt, dann kommen da bestimmt ein paar hundertausend Euro Strafe zusammen. Ja toll, ein super Start ins Unternehmerleben.



  21. Plusminus

    …einer dieser Anwälte ist z.B. Clemens Rasch aus hamburg. Mahnt alles und jeden in Massen ab – ob gerechtfertigt oder nicht. Hat sogar ne eigene “Fanseite” mittlerweile :-)

    http://www.rasch-vs-djs.de/

  22. @Tim: Ich muss Dir 100% Recht geben.
    @Cheater: Das ist typisch für die deutsche Mentalität. Am besten man schaut erstmal was in den USA so läuft, Prüft die deutsche Rechtslage und kopiert dann das ganze – so wird Deutschland sicherlich zum Land der Innovationen! Solange es eine juristische Grauzone ist, ist es in meinen Augen nicht verwerflich den Benutzern ein Angebot zu bieten, wonach ja ohne Diskussion eine Nachfrage besteht.
    Das ist freie Marktwirtschaft und reaktives Marketing.
    Persönlich kann ich nur sagen, dass man eher Leute braucht die gute Ideen verwirklichen – auch wenn sie danach vielleicht “auf die Schnauze Fallen” – als Menschen die jeden Schritt 100 Mal überlegen und absichern, bevor sie ihn tun.

    LG

    Stefan

  23. Pingback: Websenat » Mucelli geht vom Netz



  24. Tim

    Mal zu Klarstellung, der obige Tim bin nicht ich, der klassische Tim ;-)



  25. Tim | VC-Tim

    Und ich denke mucelli hat weder uns, noch sich einen Gefallen getan, aber das wird ja schon aus den vorherigen Postings von mir klar :-)

  26. Mir hat seinen Gefallen getan :-)



  27. marc

    @ Christian Reber
    Du brauchst dir keine Vorwürfe machen. Du hast alles richtig gemacht.

    Da sich das ganze in der Grauzone passiert, hätte ich es auch gemacht ohne Reue oder Angst vor Abmahnung.

    Übrigens, wenn es keine mutige Unternehmer wie DocMorris nicht gebe, die auch jahrelang in der Grauzone operiert hätten, gäbe es heute bestimmt keine Online Apotheke.

    Man kann daher Mucelli.com aus einem andren Blickwinkel betrachten. Für mich ist es ein gelungenes Projekt.

    Ich hätte lediglich die Firmenanmeldung auf Malta vorgenommen und die Server in Holland angemeldet.
    So könnte ich die gierigen Rechtsanwälte entgehen :-)



  28. Cheater

    Hallo? Bin ich im falschen Film oder was? Marc und Stefan, seid ihr denn noch knusper? Ihr könnt doch DocMorris oder Napster nicht mit Mucelli vergleichen. Die hatten Millionen im Sack und ein Team von Spitzenanwälten, hier steht ein Gründer in der persönlichen Haftung. Das heißt dann im Zweifel auch Privatinsolvenz. Sorry, aber das sind doch völlig beschissene Empfehlungen, man solle es einfach darauf ankommen lassen oder man solle doch die Firma auf Malta gründen. Was für ein Scheiß! Warum nicht auch Drogen verkaufen oder eine Bank ausrauben, um davon den Anwalt zu bezahlen?

  29. @Cheater:
    “Ihr könnt doch DocMorris oder Napster nicht mit Mucelli vergleichen. ”

    Habe ich das getan? – Ich bin mir sicher, dass ich das nicht habe.



  30. Cheater

    Ne Stefan, aber von Dir kam der geile Satz “Persönlich kann ich nur sagen, dass man eher Leute braucht die gute Ideen verwirklichen – auch wenn sie danach vielleicht auf die Schnauze Fallen”.

    Dir ist schon klar, daß der Fall ziemlich tief sein kann oder? Ich sag ja gar nicht, daß für Mucelli kein Markt da ist, aber dann muß man das vorher rechtlich abklopfen und sich absichern.

    Mit Sicherheit gibt es auch für Drogenhandel 2.0 einen Markt und jede Menge Onlinebestellungen in Kolumbien auf zieh-dir-mal-ne-linie.de – aber sollte man es deshalb auch machen?

    Mucelli hat bereits massiv gegen das Urheberrecht verstoßen, das ist keine Grauzone sondern wohl glasklar. Wenn es noch keine Strafanzeige gab, dann nur deshalb, weil hier zum Glück noch kein Anwalt mitgelesen hat, der nen schnellen Euro verdienen möchte. Es hat eben noch keiner gemerkt, das macht es aber auch nicht besser.

  31. Der feine Unterschied ist nur, das Drogenhandel 2.0 keine Grauzone wäre und somit definitv illegal.

    Da die YouTube-API Geschichten aber bisher noch nicht geklärt sind und es da afaik kein Urteil gibt, sollte man nicht jede Idee im Keim ersticken.
    Das wollte ich damit ausdrücken – war eher ein genereller Appell an Alle die etwas im Kopf haben, sicher aber nicht trauen das zu verwirklichen aus Angst vor Bürokratie, etc..

    Natürlich sollte die Rechtslage 100% geklärt sein, aber das geht eben nur wenn es eine 100%ige rechtliche Basis dazu gibt.

    LG

    Stefan



  32. Tim | VC-Tim

    @Stefan
    Also ich finde Deine Position schon ziemlich militant, aber Cheater hat Recht. Wenn es schief geht (und das heißt auch, daß man den Mucelli Gründer jetzt noch abmahnen kann, obwohl die Seite vom Netz ist, da er quasi öffentlich gestanden hat!), dann heißt das definitiv Privatinsolvenz. Die GmbH ist nicht als Rechtperson aktiv, sprich die beschränkte Haftung greift überhaupt nicht. Er wäre in jedem Fall persönlich dran. Und Napster oder andere mit Mucelli zu vergleichen… Damit präsentiert man glanzvoll seine eigene Unwissenheit über die damaligen Umstände bei Napster etc.

  33. Jetzt mal ne ganz andere Frage :) Wer von uns ist Jurist und kann das wirklich beantworten? :)

    @Tim (also der echte Tim ;) ): Ihr habt doch sicher Anwälte bei euch. Frag sie doch mal. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher: Urheberrechtsverletzungen gehen auf YouTubes Kappe, Unterlassungsansprüche könnten jedoch auch gegen Mucelli erwirkt werden. Die wären sicherlich auch teuer (insofern hat Christian richtig gehandelt), aber kein Vergleich zu Urheberrechts- und Schadensersatzklagen. Mich würde mal die Meinung von einem echten Juristen zu dem Thema interessieren.



  34. Felix

    Jetzt macht dem Typen doch nicht so ne Angst.

    Da wird sich definitv jetzt kein Anwalt mehr melden… Verwette ich 10 Kisten Bier drauf.



  35. marc

    @ So viele Weicheier, die es hier gibt.

    Ihr sollt mal die Fachliteratur bei Seite lassen
    und Straßenintelligenz anwenden.

    Der Mucelli.com Gründer muss nichts befürchten, Null.

    Urheberechtsverletzungen liegen hier nicht vor.

    Am Ende, wird man sich sowieso auf einen Vergleich einigen.

    Songza gibt es immer noch!

    Wenn überhaupt, muss er sich lediglich mit der GEMA auf eine Gewinnbeteiligung bei den Einnanhmen einigen.

    Mein Gott, soviele Besserwissser, die überhaupt keine Ahnung haben.

  36. @Felix: 10 Kisten Bier? Bin ich dabei ;)
    @Marc: Prost!

    Also, ich versuche jetzt mal meinen Anwalt zu zitieren… Eine GmbH i.G. greift ab Gründung (Notarvertrag), insofern dann auch die Stammeinlage sowie die gewerbliche Anmeldung geleistet wird. Somit greift die private Haftung nicht, da dass alles schon erledigt ist. Wie ihr darauf kommt, dass ich morgen Privatinsolvenz anmelden muss, ist mir ein Rätsel ;)

    @Cheater: “Mucelli hat bereits massiv gegen das Urheberrecht verstoßen, das ist keine Grauzone sondern wohl glasklar.”

    Damit wärst Du der erste der das so sieht. Solltest vielleicht mal die Staatsanwälte kontaktieren, die momentan gegen youTube wettern, vielleicht kannst Du denen helfen ;)

    Zitat zweinull.cc: “Vielen dauert die Entwicklung jedoch zu lange, daher ist in den letzten 12 Monaten ein kaum noch zu überblickendes Angebot an populären Internet-Musikdiensten entstanden, die sich umständliche Verhandlungen mit den Plattenfirmen gespart haben und damit (nahezu) ungestört in einer rechtlichen Grauzone operieren.” (Ich betone, “Grauzone”)

    http://www.zweinull.cc/ein-ehrentor-fur-die-musikindustrie/

    Mucelli darf man nicht mit Napster vergleichen, ist aber gleichzeitig Drogenhändler 2.0…. nicht schlecht der Vergleich. (BILD dir Deine Meinung)

  37. Eine GmbH schützt vor Dummheit nicht. Sofern nachgewiesen wird, dass der Geschäftsführer grob fahrlässig gehandelt hat und er von einer drohenden Insolvenz oder einem rechtlichen Verstoss wusste, wird dieser auch mit seinem Privatvermögen in die Haftung genommen.



  38. Cheater

    @Christian, ich wünsche Dir wirklich, daß dieser Kelch an Dir vorübergeht. Aber wenn Du urheberrechtlich geschützte Werke (kommerziell) nutzt, dann ist das keine Grauzone.

    Ob die Konstruktion, das über Youtube laufen zu lassen, rechtlichen Schutz bietet, ist ja noch völlig offen. Aber im Augenblick werden täglich Internetnutzer wegen viel weniger abgemahnt.

    Wenn es dann zum Schlagabtausch mit den Anwälten der Musikindustrie kommen sollte, bist Du eindeutig in der schlechteren Position. Ich kenne Deine finanziellen Verhältnisse nicht, aber ich setze einfach mal voraus, daß Du keine sechsstelligen Reserven für den Rechtstreit oder Schadensersatz hast. Die Folge wäre dann eine Privatinsolvenz.

    Die beschränkte Haftung einer GmbH hilft Dir übrigens nicht weiter, wenn es um eine Straftat geht.

    Du kannst natürlich auch Marc als Deinen Rechtsberater engagieren. Er scheint ja den vollen Durchblick zu haben, man darf nur kein Weichei sein, dann klappt das schon mit den Anwälten.



  39. Plusminus

    @chater
    Ich muss dich korrigieren bzw. ergänzen:

    “Aber wenn Du urheberrechtlich geschützte Werke (kommerziell) nutzt, dann ist das keine Grauzone”

    Deine Meinung hierzu ist nicht komplett korrekt, denn es ist sehr wohl gesetzlich geregelt, was erlaubt, und was verboten ist. Wenn man z.B. musicmonster.fm betrachtet, so ist es erlaubt, auf diese Weise urheberrechtlich geschütze Werke zugänglich zu machen – sogar als MP3 :-)
    Natürlich gefällt es der Industrie nicht, deshalb nennt sie legale Möglichkeiten dann Gesetzeslücken oder Grauzone, um der Anwendung geltenden Rechtes den Anstrich vom “Spiel mit dem Feuer” zu geben.

    Auch meinst du:
    “Wenn es dann zum Schlagabtausch mit den Anwälten der Musikindustrie kommen sollte, bist Du eindeutig in der schlechteren Position. Ich kenne Deine finanziellen Verhältnisse nicht, aber ich setze einfach mal voraus, daß Du keine sechsstelligen Reserven für den Rechtstreit oder Schadensersatz hast. Die Folge wäre dann eine Privatinsolvenz”

    Hierzu kann ich nur sagen, dass die Anwälte der Musikindustrie vielleicht oft die “berühmte dicke Hose” machen aber oftmals eine Konfrontation, die sie verlieren würden, eher vermeiden (auch hier ist musicmonster.fm ein Beispiel).

    Im Fall von mucelli mag das anders aussehen, aber man kann deine Aussage nicht pauschal stehen lassen, denn dieser Begriff der “Grauzone” ist meiner Erfahrung nach oft Ermessensache, Interpretationsbedürftig und liegt bei seiner Auslegung auch am Richter (Hamburg vertritt gern die Linie der Industrie, Regensburg eher nicht :-) )



  40. Roy

    Ok, also, Jura habe ich studiert, meine Schwerpunkte waren/sind Handels-Gesellschafts- und Patentrecht, insofern denke ich mal noch ein paar qualifizierte Sätze hinzufügen zu können. Manches wurde in der einen oder anderen Form zwar schon genannt, aber vielleicht ist es sinnvoll es nochmals darzustellen.

    Zu Vorderst. Wie Mucelli rechtlich zu behandeln ist, ist bloß nach dem Gesetz wie auch nach der Rechtssprechung nicht klar feststellbar, da es für einen solchen Fall noch keine ständige Rechtssprechung in Deutschland gibt. Was außerhalb von D passiert ist dafür herzlich egal.

    Zunächst ist zu fragen, wer ist überhaupt potenzieller Kläger. Da haben wir Youtube, die Musikindustrie aufgesplittet in ihre Verbände und einzelne Unternehmen wie Sony BMG ect pp und zum Schluss auch noch die GEMA.

    Durch die rechtliche “Grauzone” erhöht sich für beide Seiten das so genannte Prozessrisiko exorbitant und zwar gegenüber jedem der o.g. potenziellen Kläger. D.h. in der Praxis würde z.b. die Musikindustrie mit einer Abmahnung bzw. Unterlassungsklage beginnen. Hiergegen müsste sich Mucelli wehren. Das kostet schon einmal Geld, Das richtet sich nach der BRaGo, damit nach dem Streitwert. Allein hierzu wurden schon lange Rechtsstreitigkeiten geführt. Tatsächlich hätte die klagende Partei (Musikindustrie) schon ein großes Interesse an einem hohen Streitwert, denn viele Prozesse enden, obwohl die klagende Partei nicht unbedingt im Recht ist, schon wegen der Kosten.

    Legt man also einen bestimmten Wert pro Lied fest, multipliziert diesen mit den möglichen Rechtsverletzungen, so erhalten wir einen Streitwert, der weit über dem liegen wird, was ein Menschenleben erwirtschaften kann.

    Gerade diese Kosten sind oft nicht erbringbar. Selbst wenn der Prozess sozusagen von einer Kanzlei gesponsert wird, so besteht immer noch das Risiko im späteren Prozeß zu unterliegen und dann die Kosten der gegnerischen Seite tragen zu müssen. Da hilft dann auch die GmbH nicht, den wie richtig oben bemerkt haftet der GF für grobe Fahrlässigkeit bzw. Vorsatz. Im diesem Fall hier liegt, meiner Meinung nach, eindeutig Vorsatz vor. D.h. Es wird auf den GF durchgegriffen. Meist auch auf alle anderen GS.

    Aufgehübscht und verlängert wird das ganze dann durch zahlreiche Gutachten und Gegengutachten. Denn, wie schon Plusminus richtig sagte, es muss ausgelegt werden. Dies ist ein Fluch aber auch ein Segen des deutschen Rechtssystems.

    Schlussendlich geht es in einem Prozeß auf jeden Fall um die Urheberrechtsverletzung, die Unterlassung dieser sowie Schadensersatz für die Urheberrechtsverletzung, ob das hier jemand anders sieht ist dabei furchtbar egal.
    Im übrigen auch die GEMA wird die Hand aufhalten, wenn sie merken, dass dort etwas zu holen ist. Ein Gedankenanstoss ist dabei der Biergarten um die Ecke, der die WM übertragen wollte. Hierbei hat die GEMA Sondertarife für das Abspielen der Nationalhymnen erhoben. Nachdem einige Wirte die Großleinwände schon gebucht hatten erfuhren sie von den exorbitanten Preisen hierfür und stornierten die Großleinwände schnellstens. Und das obwohl die Übertragung aus dem Fernsehen erfolgte, für welches schon GEZ gezahlt werden musste. Die Gebühren der GEMA sind auf deren Webseite dargestellt. Rechnet euch das mal durch.

    Denn merkt euch, Recht haben ist das eine, Recht kriegen ist das andere.

    Hier geht es einzig um Geld und wer es bekommt.

    Die beste Alternative ist diejenige, sich mit Youtube zu einigen und sozusagen als deren verlängerter Arm zu agieren. Dies löst eine Großzahl der Probleme. ganz gleich ob die Technik von Mucelli geändert wird oder nicht, denn das ändert an dem Prozeßrisiko nichts.

    Man sollte sich eins merken, es geht nie um eine bestimmte Technik. Es wird auch niemand von einer Klage absehen, nur weil die Technik eine andere ist, es geht immer um widerstreitenden Interessen. Sobald diese verletzt sind wird es zu einem Prozess kommen.
    Da Musik nun einmal urheberrechtlich geschützt ist, besteht ein verbrieftes Recht darüber wer die Musik wie nutzen kann. Wer mir jetzt mit,”ja aber in China….” kommt, möge bitte direkt den Mund halten. Das ist etwas vollkommen anderes.

    Der Job eines Anwaltes ist es die Interessen der Parteien auf einen Nenner zu bringen mit dem diese leben können und eben nicht direkt vor Gericht zu ziehen, daher die o.g. einzig denkbare Alternative. Anwälte sollen Prozeße vermeiden!!

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