Neue Investoren für Smartdex

Der Geschäftsadressen-Marktplatz Smartdex (www.smartdex.de) wird nun auch von Andre Alpar, Gründer von Hitflip, sowie Arend Lars Iven und Ron Hillmann, den Gründern der Online-Marketing-Agentur Iven & Hillmann, finanziell unterstützt. Zuvor investierten bereits Lukasz […]

Der Geschäftsadressen-Marktplatz Smartdex (www.smartdex.de) wird nun auch von Andre Alpar, Gründer von Hitflip, sowie Arend Lars Iven und Ron Hillmann, den Gründern der Online-Marketing-Agentur Iven & Hillmann, finanziell unterstützt. Zuvor investierten bereits Lukasz Gadowski, Kolja Hebenstreit, Oliver Jung und Christophe Maire in das Anfang August des vergangenen Jahres gestartete Unternehmen.

Über die Online-Plattform können registrierte Nutzer Geschäftskontakte tauschen und handeln. Im besten Fall können die Nutzer mit Smartdex sogar Geld mit ihren Kontakten verdienen. Kauft ein Nutzer den Kontakt eines anderen Users, erhält der Verkäufer eine kleine Vergütung. Knapp sechs Monate nach dem offiziellen Start nennt das von Thomas Koenig, Sascha Langner und Markus Pöhlmann gegründete Startup erstmals Zahlen. Rund 250.000 Adressen sind nach eigenen Angaben bereits in der Smartdex-Datenbank. “Wir sind mit den Nutzerzahlen sowie mit der großen Anzahl der eingestellten Adressdaten, die sehr detaillierte Ansprechpartnerinformationen enthalten, mehr als zufrieden“, sagt Langner. Neben Smartdex ist auch die Onvista Group mit Namendo (www.namendo.de) im Online-Adress-Brokerage aktiv.

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* Smartdex gewinnt Investoren
* Smartdex verkauft Geschäftskontakte

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Daniel

    Mal eine Frage:

    Wie verträgt sich der Service mit dem Bundesdatenschutzgesetz?

    §1, 2, S.3:

    Dieses Gesetz gilt für die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten durch […] nicht-öffentliche Stellen, soweit sie die Daten in oder aus Dateien geschäftsmäßig oder für berufliche oder gewerbliche Zwecke verarbeiten oder nutzen.

    -> Ist erfüllt, Einschränkungen aus Satz 3 sind nicht anwendbar, insofern irrelevant.

    §3: (1) Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person (Betroffener).

    -> Name, Telefonnummer bei der Arbeit und Position sind eindeutig sachliche Verhältnisse einer natürlichen Person

    §4,(1) Die Verarbeitung personenbezogener Daten und deren Nutzung sind nur zulässig, wenn dieses Gesetz oder eine andere Rechtsvorschrift sie erlaubt oder anordnet oder soweit der Betroffene eingewilligt hat.

    -> Da ich das in den meisten Fällen bezweifle, stellt der ganze Service für mich einen eindeutigen Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz dar…

    Da wahrscheinlich der Blog hier auch von den Gründern, bzw. den Investoren gelesen wird, würde mich interessieren, inwiefern ich hier vielleicht im Gesetz was überlesen habe, oder welche “Lücke” im Gesetz genutzt wird…. ?

    Ich kenne ja das Original aus den USA, jigsaw.com , aber in Deutschland haben wir einfach ein strengeres Datenschutzgesetz.



  2. Roy

    Sicherlich durchaus interessant Xing Konkurrenz zu machen. Aber wenn ich weiss, dass jemand vielleicht meinen Kontakt an andere verkauft, ohne dass ich darauf Einfluss habe, so werde ich mich dort nicht anmelden.

  3. Erstmal vielen Dank für die Kommentare.

    Auf die Fragen gehe ich gern ein: Wir haben lange geprüft, wie man das Konzept umsetzen kann und gleichzeitig die Maßstäbe des wohl härtesten Datenschutzgesetzes der Welt nicht nur einhält, sondern auch wertschätzt!

    Unsere Lösung: Generell dürfen bei Smartdex nur gewerbliche Firmeninformationen gehandelt werden (also rein gar nichts privates!!!) und bei Smartdex dürfen nur Informationen zu Ansprechpartnern eingestellt werden, die allgemein öffentlich zugänglich sind… wie z.B. der Vertriebsleiter einer Chemiefirma, der auf der Website seines Unternehmens gelistet ist. Es geht also um Daten, bei denen eigentlich niemand etwas dagegen haben kann, dass diese bei Smartdex eingestellt werden. Nur diese sind bei uns erlaubt!

    Natürlich ist das nicht genug. Auch wer seine Kontaktinformationen für seine Kunden und Interessenten im Internet veröffentlicht, möchte vielleicht nicht unbedingt bei uns gelistet sein. Aus diesem Grund kann sich jeder umgehend und ohne wenn und aber aus der Datenbank austragen. Wir setzen dann einen Sperrvermerk, so dass auch niemand anderer diese Informationen wieder einstellen kann.

    Mit diesen Grundregeln setzen wir der Community klare Schranken und ermöglichen dennoch den zielgerichteten (und für aktive Mitglieder kostenlosen) Zugriff auf Hunderttausende von freiverfügbaren Firmenadressen und Fachansprechpartnerinformationen.

    Beste Grüße

    Sascha.



  4. Daniel

    “bei Smartdex dürfen nur Informationen zu Ansprechpartnern eingestellt werden, die allgemein öffentlich zugänglich sind… wie z.B. der Vertriebsleiter einer Chemiefirma, der auf der Website seines Unternehmens gelistet ist.”

    Ach Sascha, 1. glaubst Du das doch selbst nicht, besonders weil ihr explizit “Entscheider Adressen” bewerbt. 2. Es ist irrelevant, ob er auf der Webseite angegeben wird, ihr speichert seine Daten. Es geht nicht um die Zugänglichkeit, sondern, um die Speicherung von personenbezogenen Daten
    3. Dein Kommentar “Es geht also um Daten, bei denen eigentlich niemand etwas dagegen haben kann, dass diese bei Smartdex eingestellt werden.” würde mir als Investor Kopfzerbrechen bereiten. Wenn Du den wirklich ernst meinst.. Es geht beim Gesetz nicht um “eigentlich” … Datenschutz ist Datenschutz, da brauchst Du nur 1 Beschwerde, die Du mit Sicherheit auch bekommen wirst… Business Leute mögen es in der Regel nicht, wenn Ihre Visitenkarten unkontrolliert zirkulieren und damit dann auch noch Geld gemacht wird.

    Und nocheinmal: Beim Datenschutz geht es nicht darum, dass die Personen gewerblich unterwegs sind, sondern dass ihr personenbezogene Daten gewerblich speichert, verarbeitet und verkauft. Und da könnt Ihr Euch auch nicht mit dem Marktplatz herausreden und mit der Pflicht jedes einzelnen, dass er abklären muss, ob der gespeicherte damit einverstanden ist. Weil ihr im Zweifelsfall, der immer besteht, eine Erlaubnis mit Unterschrift geben lassen müsst.

    Dein Kommentar war also nicht die klärende Antwort, die ich mir erhofft hatte. Hast Du vielleicht noch eine bessere Erklärung für die Zulässigkeit des Dienstes? Ansonsten werdet ihr nämlich den Service in max. 3 Monaten abschalten müssen.



  5. John

    Also wenn die Daten öffentlich zugänglich sind, wieso soll ich dann auf smartdex dafür bezahlen??? Es wird also etwas verkauft, dass man mit einer kurzen Recherche selbst finden kann. Na das ist mal ein Geschäftsmodell!

  6. sehe ich genauso wie john. wenn die daten eh öffentlich sind (webseite, pressemitteilungen etc.) dann brauch ich doch keine plattform ?

    naja mal gucken wie es sich entwickelt.



  7. Daniel

    das mit den öffentlichen daten ist doch jetzt nur eine schnelle schutzbehauptung gewesen… es geht doch gerade um nicht öffentliche kontaktdaten..



  8. Michael

    @Roland/John: ich bin mir sicher, dass hier niemand einzelne Datensätze suchen wird. Vielmehr geht es darum, schnell und einfach an bspw. sämtliche Ansprechpartner in der Chemiebranche o.Ä. zu kommen. Und hierzu ist eine Datenbank, auch wenn sie nur öffentlich zugängliche Daten zusammenfasst, sehr zeit- und dadurch kostensparend.
    Dennoch sehe ich auch das Problem des Datenschutzes, kenne mich darin jedoch zu wenig aus, um urteilen zu können/wollen.

  9. Finde die Frage, wer denn so einen Service braucht, wenn die Daten doch sowieso (irgendwo) zugänglich sind, ziemlich kurzsichtig.

    Ihr benutzt doch eine Suchmaschine, obwohl die Daten bestimmt auch so irgendwo! zu finden sind.

    Ist die gleiche Diskussion wie zu yasni.de.

  10. Noch mal vielen Dank für die Kommentare.

    @Daniel: Deine Ausführungen zum Datenschutz in unserem Fall sind nicht ganz korrekt. Ich will in diesem Zusammenhang mal den von Dir zitierten §4 anführen…

    „§4,(1) Die Verarbeitung personenbezogener Daten und deren Nutzung sind nur zulässig, wenn dieses Gesetz oder eine andere Rechtsvorschrift sie erlaubt oder anordnet oder soweit der Betroffene eingewilligt hat.“

    D.h., die Verarbeitung ist zulässig, wenn das Datenschutzgesetz oder eine andere Rechtsvorschrift dies erlaubt. In diesem Zusammenhang verweise ich auf beispielsweise die Paragraphen 29 und 30 des Datenschutzgesetzes, die sich mit der „geschäftsmäßigen Datenspeicherung zum Zwecke der Übermittlung“ beschäftigen. Des Weiteren berühren noch eine ganze Reihe anderer Gesetze und Vorschriften die Rechte zur Verarbeitung von geschäftlichen Kontaktdaten. Zudem möchte ich anmerken, dass wir in Deutschland ein „lebendes Recht“ haben, d.h. es „gilt“ nicht nur der Gesetzestext, sondern auch seine Auslegung. Und in dem Rechtsgebiet, in dem wir uns bewegen, gibt es viele Urteile, die unseren Ansatz berühren. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass es sich bei uns um ein Portal handelt, bei dem Unternehmer untereinander Geschäftskontakte handeln. Denn es macht sehr wohl einen Unterschied, ob wir über gewerbliche Daten sprechen, die aus öffentlich zugänglichen Quellen entnommen werden können, oder ob es sich um „geheime“ Privatdaten handelt.

    Der zweite Punkt, den § 4 anführt, ist die „Einwilligung des Betroffenen“. Bei meinem ersten Kommentar habe ich diesen eben ganz vergessen. Natürlich ist auch dieser Aspekt sehr relevant für uns. Vor allem im B2B-Bereich gibt es beispielsweise Hunderte von Fachverlagen und Versandhändlern, die die schriftliche Erlaubnis ihrer Kunden haben, deren Daten weiter zu vermarkten. Vor allem für diese Unternehmen und alle anderen, die die Einwilligung ihrer Kunden haben, ist unser Marktplatz eine sehr interessante Möglichkeit zur Vermarktung der Daten oder zum Tausch gegen andere relevante Kontaktdaten für z.B. ein Werbemailing.

    Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, noch mal darauf einzugehen, was wir denn genau bieten: Smartdex ist ein Marktplatz für Firmenadressen und Ansprechpartner. Wir sind kein „moderner“ Händler von Adressen, wir sind Betreiber eines Portals. Unternehmen können auf Smartdex Adressen verkaufen, kaufen oder tauschen. Wir als Betreiber verdienen dabei eine Provision, über die sich das Portal finanziert. Für alle Nutzer des Marktplatzes gilt natürlich das Datenschutzgesetz und alle anderen Gesetze, die den geschäftsmäßigen Umgang mit B2B-Adressen behandeln. Als Portalbetreiber wachen wir wie ein Provider über die Einhaltung der Gesetze und verhängen umgehend Sanktionen, wenn uns ein Gesetzesverstoß mitgeteilt wird.

    @John, Roland, Michael und Holger: Holger und Michael haben das absolut korrekt erfasst. Der Vorteil einer Datenbank ist ja, dass man gerade nicht jeden einzelnen Datensatz aufwendig suchen muss, sondern dies bequem über alle Datensätze machen kann. Wenn man beispielsweise 1.000 Marketing-Leiter aus dem Raum Frankfurt anschreiben will, deren Unternehmen über 1 Mio. Umsatz im Jahr machen, dann kann das schon ziemlich lange dauern, diese Daten händisch zu erheben. Da ist eine Datenbank in der Regel komfortabler, vor allem, wenn sie nicht zentral, sondern von Tausenden Nutzern dezentral gepflegt wird.

  11. Pingback: Investitionsindex - Januar 2008 :: deutsche-startups.de

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