Smartdex verkauft Geschäftskontakte

“Smartdex” heißt die Idee von Thomas Koenig, Sascha Langner und Markus Pöhlmann. Die acht Buchstaben sind eine Verknüpfung aus den beiden Wörtern smart und dex. Ihr intelligentes Verzeichnis, das vor wenigen Tagen den […]
Smartdex verkauft Geschäftskontakte

Smartdex” heißt die Idee von Thomas Koenig, Sascha Langner und Markus Pöhlmann. Die acht Buchstaben sind eine Verknüpfung aus den beiden Wörtern smart und dex. Ihr intelligentes Verzeichnis, das vor wenigen Tagen den geschlossenen Betatest beendete, soll die “Arbeit von Vertrieblern, Personalern und Marketingverantwortlichen bequemer und leichter machen”. Gelingen soll dies durch den “Tausch und Handel von aktuellen Geschäftskontakten und Firmenadressen”.

Das besondere am “Smartdex“-Ansatz sei, “dass er auf dem Prinzip des User-Generated Content basiert”, sagt Langner. “Alle Kontakte werden von Nutzern bereitgestellt und auch von diesen auf dem neuesten Stand gehalten.” Die Mitglieder pflegen somit ihre eigenen Kontakte ein und “können diese dann zum Verkauf anbieten”. Im Gegenzug erhält jeder Nutzer pro neuer oder aktualisierter Adresse einen Geschäftskontakt aus der Datenbank kostenlos. “Für diejenigen, die die Datenbank mit aufbauen, ist die Nutzung also quasi kostenlos”, heißt es in der Selbstbeschreibung des Unternehmens. Im besten Fall können die Nutzer sogar Geld mit ihren Kontakten verdienen. Kauft ein Nutzer den Kontakt eines anderen Users, erhält der Verkäufer eine kleine Vergütung.

“Ist das überhaupt erlaubt?”

“Natürlich kommt einem gleich die Datenschutzfrage in den Sinn: Ist das überhaupt erlaubt?”, fragt Gründer Pöhlmann. “Mit dieser Frage haben wir uns sehr lange und intensiv beschäftigt und schließlich eine Möglichkeit gefunden, eine solche Plattform innerhalb der strengen deutschen Datenschutzbestimmungen umzusetzen: Nutzer dürfen auf Smartdex ausschließlich geschäftliche Kontaktinformationen einstellen, keinesfalls private Daten.” Eingetragen werden dürfen dementsprechend nur Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen – beispielsweise Ansprechpartner, der auf einer Website gelistet werden. “Oder dem Nutzer muss das Einverständnis der Person zur Eintragung vorliegen.”

Mit “Namendo” setzt seit Anfang Juni auch die OnVista Group auf das Thema Adress-Brokerage. Das Angebot richtet sich besonders “an Vertriebsspezialisten, Marketing-Fachleute und Personaler, die gezielt und unkompliziert über das Internet ihre jeweiligen Ansprechpartner finden wollen”.

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* OnVista startet Namendo

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Das Konzept finde ich zwar ganz spannend – allerdings datenschutzrechtlich höchst fragwürdig.
    Wie soll jemand, der die Infos Anderer einstellt, exakt wissen, ob alle Daten noch korrekt sind bzw. ob sie sich nicht in den nächsten drei Wochen ändern?`Bei Geschäftspartnern könnte ich das kaum mit Bestimmung sagen.
    Mal abgesehen davon wäre ich sehr vorsichtig, die Daten anderer online zu stellen und damit eventuell eine Geschäftsbeziehung zu riskieren – weiss ich, wie mein Geschäftspartner zu einem solchen Portal steht?
    Andererseits wird hier auch wieder Scharlatanen Tür und Tor geöffnet: Die “Namensmafia” wird sich freuen! Jetzt sind keine Gewinnspiele mehr nötig, um an Datensätze heranzukommen – man tauscht sie einfach bei smartdex…

    Also ich kann jedem nur raten, die Finger von dieser Seite zu lassen. Das macht alles keinen Sinn aus meiner Sicht. Jedenfalls nicht in der heutigen Zeit, wo jeder nur auf seinen eigenen Vorteil aus ist.

  2. @doctea: Man kann schon seit ner Ewigkeit Namen kaufen. Da braucht man nicht unbedingt ein Gewinnspiel.

    Allerdings wäre auch ich vorsichtig, die Daten von meinen Geschäftspartnern einfach so zu veräußern.

    Gruß

  3. @doctea: sehr gute Punkte. Genau darüber haben wir uns natürlich auch lange die Köpfe zerbrochen.

    Zum Thema Datenschutz: Generell darf man bei uns nur Kontakte einstellen, die allgemein öffentlich zugänglich sind (also z.B. den Einkaufsleiter, der mit Kontaktdaten auf der Website seines Unternehmens gelistet ist) oder Kontakte von denen man die Erlaubnis zum einstellen hat. Das schränkt den Spielraum von Kontakten, die man einstellen kann, natürlich erheblich ein, doch das nehmen wir bewusst in Kauf. Auf der Plattform sollen nur Kontakte gehandelt werden, von denen klar ist, dass diese “unbedenklich” sind.

    Jetzt kann man sich natürlich fragen, was wird denn da auf Smartdex überhaupt gehandelt? Ganz einfach: Im Web 2.0 Zeitalter stellen immer mehr Menschen ihre, wohlgemerkt geschäftlichen! Kontaktdaten, im Internet frei zur Verfügung. Diese Daten wollen wir mittels Community und Marktplatz bündeln und aktuell halten. Sieht man die schiere Masse von Hunderttausenden von Unternehmenswebsites, die ihre Ansprechpartner ganz offen listen, dann bekommt man ein Gefühl dafür, wie viele Daten heute frei zur Verfügung stehen, nur nicht aggregiert und gezielt nach Branchen, Position, Unternehmensgröße, etc. filterbar sind. Hier setzt Smartdex an.

    Zum Thema “Soll ich meine wertvollen Geschäftskontakte bei Smartdex einstellen?”: Auch hier haben wir eine klare Meinung: Nein, seine wertvollen Kontakte sollte man natürlich nicht auf Smartdex einstellen. Gerade diese Kontakte machen ja einen Großteil des eigenen Erfolgs aus. Die Nutzer sollen der Smartdex-Datenbank lieber Kontakte zur Verfügung stellen, die für Sie im Augenblick relativ wenig Nutzen haben. Warum? Die Erfahrung zeigt: Die uninteressanten Kontakte des Einen sind wertvolle Kontakte für jemand anderen.

  4. Pingback: Existenzgründung Bezahlte Rezension: Smartdex steht für ein intelligentes Verzeichnis im allgemeinen Sinne. auf Existenz24.biz

  5. Pingback: Neue Investoren für Smartdex :: deutsche-startups.de

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