M. DuMont Schauberg übernimmt Mädchen-Community LizzyNet

Der Kölner Traditionsverlag M. DuMont Schauberg (u.a “Kölner Stadtanzeiger”, “Express” und “Frankfurter Rundschau”) baut sein Online-Portfolio weiter aus und hat zum 1. Januar dieses Jahres LizzyNet (www.lizzynet.de), eine Online-Community für Mädchen und junge […]

Der Kölner Traditionsverlag M. DuMont Schauberg (u.a “Kölner Stadtanzeiger”, “Express” und “Frankfurter Rundschau”) baut sein Online-Portfolio weiter aus und hat zum 1. Januar dieses Jahres LizzyNet (www.lizzynet.de), eine Online-Community für Mädchen und junge Frauen, komplett übernommen. “LizzyNet ist ein Internetangebot mit hoher medienpädagogischer Qualität. Es fördert und vermittelt wichtige Schlüsselqualifikationen im Bereich Medienkom­petenz. Insofern passt die Plattform optimal in unser Portfolio”, sagt MDS-Ge­schäftsführer Konstantin Neven DuMont.

Das Medienhaus M. DuMont Schauberg sucht derzeit wie viele andere Verlage seine Zukunft im Webgeschäft. Im vergangenen Jahr sicherten sich die Rheinländer bereits einen Anteil am Social-Bookmark-Dienst oneview (www.oneview.de) und riefen die Beteilungsgesellschaft DuMont Venture ins Leben. Das noch junge Unternehmen hält bereits mehrere Beteiligungen – etwa an der Arztbewertungsplattform DocInsider (www.docinsider.de) und radio.de (www.radio.de).

LizzyNet war ein Projekt von Schulen ans Netz e.V

Die kostenlose Plattform LizzyNet ging bereits vor acht Jahren an den Start und hat es sich zum Ziel gesetzt, “Mädchen und jungen Frauen eine aktive und gleichberechtigte Teilhabe an der Entwicklung und Gestaltung der Informationsgesellschaft zu ermöglichen”. LizzyNet war ursprünglich ein Projekt von Schulen ans Netz e.V. und wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie dem Europäischen Sozialfonds finanziert. “Mit dem Engagement von MDS für LizzyNet ist es \’Schulen ans Netz\’ erstmals gelungen, ein öffentlich gefördertes, gemeinnütziges Projekt in die Privat-Wirtschaft zu übergeben und damit nachhaltig zu erhalten”, sagt Michael Schopen, Vorstand von Schulen ans Netz e.V, voller Stolz.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Tring

    Sorry, aber was hat das mit Startups zu tun? Das ist ein 8 Jahre altes Projekt. Und hat bisher null Relevanz.. Das hat Dumont wahrscheinlich 50K + ein Jobangebot für den Webmaster / Projektleiter gekostet..

  2. Wie immer bei solchen Meldungen geht es um die Gesamtstrategie. Dumont investiert ins Netz und auch solche (kleinen) Investments zeigen dies. Zudem zeigt sich in den vergangenen Wochen, dass viele ältere Online-Projekte für Investoren, Verlage etc. wieder sehr interessant werden.



  3. Frank

    Mal ‘ne Nachfrage: Geht es denn so einfach, ein mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung und Wissen sowie des Europäischen Sozialfonds finanziertes Projekt einfach so an ein privates Unternehmen zu verkaufen bzw. abzugeben? Schließlich sind zur Finanzierung Steuergelder der Allgemeinheit ausgegeben worden. Wem fließt der mögliche Kaufpreis zu? Muss es dafür nicht eine öffentliche Ausschreibung geben?

    Ich wünschte mir dazu mehr journalistische Aufklärung und Recherche.

  4. Ich finde den Beitrag richtig, da viele, eigentlich alle, Startups ja mit dem Ziel der Monetarisierung gegründet werden.
    Und tatsächlich suchen ja gerade die Verlage händeringend nach neuen Möglichkeiten.
    Alexander, gibt es auch eine Übersicht der Verlagsbeteiligungen?

  5. Eine grobe Übersicht über die Beteiligungen von Medienhäusern gibt es unter

    http://www.deutsche-startups.de/verzeichnisse/investors-a-z/

  6. Spannend, zu verfolgen, wie die etablierten Medienhäuser sich ein Internet-Portfolio stückweise dazukaufen…



  7. IP

    @Frank
    Lies mal diese PM
    http://idw-online.de/pages/de/news242365

    @AH
    Ein “Bundesministerium fuer Bildung und Wissen” gibt/gab es noch nicht.



  8. Cheater

    Bei den aktuellen Bewertungen für Communities ist es nachvollziehbar, daß man sich LizzyNet für lau sichern möchte. Dann wird das ganze ein wenig auf Web2.0 getrimmt und für 100 Mios verkauft. Wundert mich nur, warum es nicht bei Dumont Venture angesiedelt wird. Dafür wurde die VC-Bude doch gegründet, oder?



  9. IP

    @AH
    “des Bundesministeriums für Forschung und Forschung”
    ist fast richtig, nur noch das erste “Forschung” durch “Bildung” ersetzen, dann stimmt’s.



  10. Frank

    @IP

    Danke, aber ich verstehe es trotzdem nicht. “Übergeben” heißt dann so viel wie “geschenkt”?

    Gegenbeispiel:

    Deutsche Bahn soll privatisiert werden. Mit Beginn der Privatisierung läuft die öffentliche Förderung weitestgehend aus. Dann könnte der Staat die Deutsche Bahn beispielsweise auch nicht einfach an die Lufthansa übergeben.

    Wer sagt mir nämlich, ob bei der Übergabe von LizzyNet nicht gemauschelt worden ist? Um das zu verhindern, gibt es doch öffentliche Ausschreibungen.



  11. Roy

    Also für mich hört sich das schon nach einem Kaufpreis an. Interessant wäre aber mal von welcher Höhe wir reden.

    Das müsste doch rauszukriegen sein, oder Hüsing!? :-)



  12. Roy

    :-) äh…Herr Hüsing



  13. IP

    @Frank
    Deutsche Bahn AG http://www.db.de ist ein nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten gefuehrter Konzern, der sich auch dem Wettbewerb zu stellen hat. Die Bundesregierung ist hier noch Hauptaktionaer.
    Die vollstaendige Privatisierung erfolgt erst mit einem Boersengang.
    Ich wuerde hier nicht von Foerderung sprechen, sondern von Finanzierung durch die Aktionaere.

    Schulen ans Netz e.V. ist ein gemeinnuetziger Verein, der sich durch die Beitraege der Mitglieder
    http://www.schulen-ans-netz.de/ueberuns/derverein/gremiendesvereins/mitglieder.php
    und Spenden finanziert.

    “Projektfoerderung” ist ein eigenstaendiger, genau definierter Begriff in der Foerderlandschaft.
    Die Grundlage fuer Projektfoerderung sind vom Bundestag beschlossene und anschliessend von der EU notifizierte Fachprogramme, mit denen man die internationale Wettbewerbsfaehigkeit Deutschlands unterstuetzen will.
    Die Themen und Etats werden im Bundeshaushaltsgesetz festgelegt, nachzulesen in den Bundeshaushaltsplaenen auf den Seiten des bundesfinanzministeriums.

    Bewerben um Projektfoerdermittel koennen sich juristische Personen. Die fuer eine Bewerbung verbindlichen Richtlinien sind im Formularschrank des elektronischen Antragssystems “easy” zu finden:
    http://www.kp.dlr.de/profi/easy/formular.html

    LizzyNet ist ein Projekt aus dem Fachprogramm “Neue Medien in der Bildung” und lief bei Schulen ans Netz e.V.
    Weitere, dort gefoerderte Projekte sind hier
    http://www.schulen-ans-netz.de/ueberuns/unsereprojekte/projekte.php
    aufgelistet.
    Wenn man etwas ueber die Projektlaufzeiten und Foerdersummen erfahren will, kann man hier http://www.foerderkatalog.de recherchieren.

    Generell ist bei der Beantragung von Projektfoerdermitteln immer auf die wirtschaftliche Verwertung nach Ablauf der Projektfoerderung einzugehen, denn nur die bringt dem Steuerzahler auch eine Rendite.

    Bei Bildungs- und Chancengleichheitsprojekten ist der wirtschaftliche Erfolg nicht so einfach planbar und schnell messbar wie bei Technologieentwicklungen.
    Viele gute Bildungsprojekte, vor allem Portale, mussten nach Auslauf der Foerderung eingestampft werden, weil sich keine Anschlussfinanzierung fuer den weiteren Betrieb akquirieren liess.
    Trotzdem war die Foerderung nicht sinnlos, denn es wurden zumindest gesellschaftliche Entwicklungen und Auseinandersetzungen beschleunigt.

    Die Foerderung fuer LizzNet ist 2007 ausgelaufen, und zwar endgueltig. Mehr als zwei dreijaehrige Projektfoerderperioden sind nicht drin (die erste durch das BMBF, die zweite ueber den Europaeischen Sozialfonds).
    Es ist jetzt sinnlos, darueber zu spekulieren, was MDS fuer das Portal bezahlt hat. Um das zu erfahren, koennte man sich ja an die geschaeftsfuehrung von Schulen ans Netzt e.V. oder an die LizzyNet GmbH & Co. KG wenden.

    Fuer das LizzyNet-Portal gab es nach Beendigung der Foererung nur zwei Alternativen:
    1. enstampfen wegen fehlender Finanzierung
    2. Uebergabe an einen Interessenten, der den Weiterbetrieb und damit die weitere Finanzierung des Portals uebernimmt.



  14. Frank

    Vielen Dank für deine Ausführungen.

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  17. R. Stolz

    Übrigens: jetzt ist LizzyNet tatsächlich eine eigenständige GmbH. Die Gesellschafterinnen: Schmidt, Melchior, Stolz

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