Thomas Harmes von mifitto “Wir haben die bessere Currywurst im Pott”

"Wenn man sich die Zeit nimmt und das Ruhrgebiet als Ganzes sieht, dann gibt es schon eine tolle Start-up-Kultur. Wenn Sie auch eher zurückhaltender ist, man hat auch nicht jeden Abend eine Veranstaltung - aber es fehlt auch an nichts", sagt Thomas Harmes von mifitto.
“Wir haben die bessere Currywurst im Pott”

Das Ruhrgebiet ist mehr als ein Lebensraum, für die Menschen zwischen Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen ist das Ruhrgebiet auch ein Lebensgefühl. Auch Start-ups erblühen im Pott, das bald komplett ohne Zechen auskommen muss, inzwischen vermehrt.

In unserem Themenschwerpunkt Ruhrgebiet beschäftigen wir uns ausgiebig mit Start-ups im schönen Revier – siehe auch “Ist das Ruhrgebiet die nächste Start-up-Hochburg?” und “10 % aller deutschen Start-ups sind in Rhein-Ruhr Zuhause“.

“Viele günstige Büros und Lagerflächen”

Im Interview mit deutsche-start-ups spricht Thomas Harmes, Mitgründer des Online-Größenberaters mifitto, über Wirtschaftsförderung, hohe Forderungen und positive Veränderungen.

Wenn es um Start-ups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für das Ruhrgebiet als Start-up-Standort?
Wir haben bisher nur super Erfahrungen gemacht an unserem Standort Duisburg, sowohl die Unterstützung von IHK und Wirtschaftsförderung sind sehr angenehm und kompetent. Das tatsächlich unkomplizierte am Ruhrgebiet ist auch die Mentalität der Menschen und Unternehmen, hier wird nicht immer sofort die Hand aufgehalten oder ein Angebot geschrieben, man hilft sich durchaus auch mal so. Gerade das Netzwerk ist auch persönlicher und nicht so oberflächlich. Und für uns ist der Standort Duisburg von der Infrastruktur ideal, wir haben nicht nur unsere Familien in der Nähe, sondern auch die Düsseldorfer Messe, den Flughafen und die großen Handelsunternehmen, Logistiker und nicht zu vergessen die Uni Duisburg/Essen. Auch stehen noch viele günstige Büros und Lagerflächen durch den Strukturwandel zur Verfügung.

Wodurch zeichnet sich die Startup-Kultur im Ruhrgebiet oder in Duisburg denn aus?
Nun ja, wenn man sich die Zeit nimmt und das Ruhrgebiet als Ganzes sieht, dann gibt es schon eine tolle Start-up-Kultur. Wenn Sie auch eher zurückhaltender ist, man hat auch nicht jeden Abend eine Veranstaltung – aber es fehlt auch an nichts. Es gibt genügend Möglichkeiten mit Gleichgesinnten den Austausch zu suchen. Man sollte vor lauter Netzwerken auch das arbeiten nicht vergessen. Zudem haben wir auch noch die bessere Currywurst im Pott!

Was ist im Ruhrgebiet einfacher als in Berlin – und umgekehrt?
Man kann im Ruhrgebiet noch Mitarbeiter finden, die wahrscheinlich nicht ganz so hohe Forderungen stellen, anpacken können und bodenständiger unterwegs sind. Gerade in den ersten Jahren brauchst du halt Pioniergeist und Menschen die diesen Weg mit Weitblick begleiten und den Erfolg auch langfristig erkennen.

Was fehlt im Ruhrgebiet noch?
Es ist schon deutlich schwerer geeignete Mitarbeiter und Investoren in unserer Region zu locken, gerade so tradierte Unternehmen wie Klöckner gehen – warum auch immer – nach Berlin und schwächen sehr deutlich die Gründerszene in der Region, das ist aus meiner Sicht sehr schade. Gerade solch große Unternehmen aus der Region müssen hier die Ressourcen nutzen und hier die Gelder investieren. Mutige und umsetzungsstarke Unternehmen die auch die neuen Dienstleistungen und Technologien stärker integrieren und einsetzen fehlen mir auch noch. Wobei man durchaus eine positive Veränderung wahrnimmt.

Passend zum Thema: “Start-ups aus dem Ruhrgebiet, die jeder kennen sollte” und “Ruhrgebiet = ‘persönlicher und nicht so oberflächlich’

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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