9 Monate, 16 Länder! reBuy-Gründer Marcus Börner über seine Weltreise

reBuy-Gründer Marcus Börner über seine Weltreise: Als ich reBuy gegründet habe, war ich 18 Jahre alt. Mit 27, also rund 10 Jahre nach Gründung und mit ca. 420 Angestellten und +50 Mio. Umsatz mehr, hatte ich eine große Veränderung beschlossen. Das Ziel: Eine große Reise um die Welt, 9 Monate, 16 Länder!
reBuy-Gründer Marcus Börner über seine Weltreise

Er ist einer der Vorzeige-Gründer Berlins: Jung, erfolgreich und sympathisch. Marcus Börner hat im zarten Alter von 18 Jahren reBuy mitgegründet. Das Re-Commerce-Unternehmen verzeichnet heute ca. 50 Millionen Euro Jahresumsatz und hat über 400 Angestellte. Das unternehmerische Feld ist also bestellt. Ein guter Zeitpunkt, für eine persönliche Zäsur. Gerade zurückgekommen von einer neunmonatigen Weltreise, lässt Marcus uns in einem intimen Rückblick an dieser Reise teilhaben und schildert uns, was es bedeutet, sich zu finden und sich zu verändern.

Als ich reBuy gegründet habe, war ich 18 Jahre alt. Ich hatte deutlich mehr Haare auf dem Kopf und meine Alltagssorgen bestanden aus Dingen wie „Fuck, morgen schreiben wir ja ‘ne Matheklausur“ und „Gibt es eigentlich noch Karten für den Kriftler Lumpenball“. So wie ich diese Worte schreibe merke ich, dass sich seither viel verändert hat. Alles verändert sich ständig. Für jene, die sich Unternehmer schimpfen sowieso, denn Veränderung ist unser Geschäft. Mit 27, also rund 10 Jahre nach Gründung und mit ca. 420 Angestellten und +50 Mio. Umsatz mehr, hatte ich eine große Veränderung beschlossen für mein Leben. Ich beschloss meinen Posten als CEO aufzugeben und damit auch meine Verantwortung für unser Baby reBuy (was kein Baby mehr ist sondern ein erwachsenes Kind) an meine hochgeschätzten Mit-Gründer zu übertragen. So änderte ich meine langjährige Mission, nämlich den kundenorientiertesten Gebrauchtwarenhändler aufzubauen, dahin gehend, eine große und lange Reise um die Welt zu machen: 9 Monate, 16 Länder!

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Aber warum beschließt man so was Drastisches? Man macht es aus Abenteuerlust, aus Neugier, aus dem Bewusstsein, dass wir nur dieses eine Leben haben, um zu tun, was unsere Welt für uns bereithält. Man macht es, um zu wachsen. Man macht es, um nichts aufzuschieben. Um nicht ein Wartender zu sein. Um kein Unterlasser zu bleiben. Und man macht es, weil Veränderung wichtig ist im Leben. Um glücklich zu bleiben.

So kam es, dass ich Anfang September auf der Spitze Afrikas stand, dem Kilimanjaro. Danach in Mauritius Kitesurfen lernte, durch Nepals Berge wanderte, Bhutans Glücksformel vor Ort erleben konnte, Myanmars Lächeln empfing, Thailands Inseln „bechillte“, Hongkongs Wolkenkratzer bewunderte, Südafrikas Wein trank, Australiens Tiere bestaunte, Neuseelands Küsten abfuhr, Argentiniens Tango tanzte, den Karneval in Rio zelebrierte, Uruguays Idylle bestaunte, Galapagos entfernteste Inseln betauchte, und die Berge der Mongolei bestieg, um sie auf Skiern wieder runter zu fahren.

Neben vielen neuen Freundschaften, unvergesslichen Begegnungen und Eindrücken war das Kostbarste wohl, so viel Zeit für sich selbst zu haben. Zeit, um darüber nachzudenken, was man als Nächstes machen wird. Zeit, um darüber nachzudenken, was nötig ist, um glücklich zu bleiben. Und Zeit, um zu beobachten, was andere glücklich macht. Was ich für mich gefunden habe, war eine Art Formel, die ich als unfassbar kostbar erachte. Egal welche Hautfarbe, wie arm oder wie reich, ob im Süden oder im Norden, am Meer oder in den Bergen – überall gab es glückliche Menschen. Und was alle diese Glücklichen aus meiner Beobachtung heraus auszeichnete, war weder ihr Wohlstand, ihre Bildung oder ihre Lebenssituation, sondern es war die Fähigkeit Ihre individuellen Erwartungen in Einklang mit ihrer individuellen Realität zu bringen. Die Glücklichen waren also in der Lage ihre Wünsche und Bedürfnisse mit dem in Einklang zu bringen, was ihr Alltag ihnen bietet. Dafür habe ich drei fundamentale Fähigkeiten beobachtet, die immer mit Veränderung zu tun haben.

Glückliche sind in der Lage, ihre Erwartungen zu verändern

Ersteres hat viel mit Akzeptanz zu tun. Es bedeutet sich mit Dingen anzufreunden, wie sie eben sind. Menschen zu nehmen, wie sie sind. Schwächen zu akzeptieren, wie sie sind. Stärken zu akzeptieren, wie sie sind. Dabei hilft es, Ursachen zu verstehen, um Mitgefühl und Verständnis entstehen zu lassen – die ja Grundlage für Akzeptanz und einhergehender Anpassung von Erwartungshaltung ist. Zudem hilft es, seine Aufmerksamkeit bewusst auf das Positive zu richten statt auf das Negative. Also darauf, was man hat, statt auf das, was man nicht hat. Dem, was gut läuft, statt dem, was schlecht läuft. Die erfordert eine Disziplin im Geiste. Man richtet seine Energie auf die Veränderung von sich selbst anstatt auf andere.

Glückliche sind in der Lage, ihre Realität zu verändern

Zweites bedeutet die Realität zu beeinflussen und so zu wirken, dass sie sich verändert. Mann ändert Menschen, Umstände und Regeln. Dabei hilft es, seine Aufmerksamkeit auf Missstände, Fehler und Negatives zu richten, um dafür andere Normen zu definieren und durchzusetzen. Die eigene Energie richtet sich auf die Veränderung von Anderen, statt auf sich selbst. Als Unternehmer haben wir diese Fähigkeit meist sehr ausgeprägt. Die Realität ist aber nicht immer veränderbar und nicht immer lohnt es sich, sie zu verändern.

Glückliche sind in der Lage, ihre Konstellation zu verändern

Letzteres bedeutet, sich von Dingen zu trennen, um neuen Dingen/Konstellationen Platz zu geben. Manchmal will man seine Erwartungen nicht ändern. Manchmal lassen sich andere oder die Realität nicht ändern. Also ändert man nicht sich selbst und auch keine Anderen, sondern man verändert seine Konstellation. Dabei hilft es seine Energie auf Alternativen, Optionen und Chancen zu richten und Mut zu haben diese wahrzunehmen. Die eigene Energie richtet sich darauf neue Konstellationen zu schaffen, statt sich selbst oder andere zu verändern! Man lenkt seine Energie einfach um auf Neues und verändert.

Die glücklichsten Menschen, die ich getroffen habe, waren Meister aller drei Wege. Sie hatten ein Bewusstsein, das je nach Lebenssituation ein anderer der drei Wege die effizienteste und wirkungsvollste Strategie für ihr Glück ist. Sie waren in der Lage, alle drei Strategien einzusetzen und gar zu kombinieren, um dafür zu sorgen, dass ihre Erwartungen und ihre Realität möglichst häufig im Einklang stehen.

Als Unternehmer müssen wir täglich die Realität verändern, um unsere gesteckten Ziele zu erreichen. Um glücklich zu bleiben, müssen wir lernen, dass es nicht nur Realitäten zu verändern gibt, sondern auch Erwartungen und Konstellationen. Die Fähigkeit dazu macht uns nicht nur glücklicher, sondern auch zu erfolgreicheren Unternehmern und Menschen!

Ich bin unfassbar dankbar, dass ich das Privileg hatte, diese 9 Monate zu erleben. Ein besonders großer Dank geht dabei an meine Mitgründer, Mitarbeiter, Unterstützer und Investoren von reBuy. Sie sind der Grund für unseren Erfolg und der Grund, warum ich das Glück hatte, jene Veränderung zu wagen, die mich zu dieser Reise und den verbundenen Erlebnissen und Erkenntnissen gebracht hat.

Voller neuer Tatendrang baue ich mit meinem aktuellen Team das nächste große Fintec Business auf um zu Verändern wie Unternehmen zukünftig Zahlungen abwickeln.

Auf die Veränderung!

Passend zum Thema: “reBuy.de-Mitgründer Marcus Börner startet OptioPay

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  • Michael Schiemann

    Wahnsinns tiefgehender und erleuchtender Beitrag. vielen Dank an Marcus für das Teilen deiner wertvollen Erfahrungen. beste Grüße, michal von lifeaction

  • Melikshah

    Börni ist unmatched!

  • omg

    Haben so Leute eigentlich Minderwertigkeitskomplexe, dass sie uns ihre privaten Luxusspielereien mit Artikeln und Instagram Bildchen kredenzen müssen?

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