Frontal21-Doku Die große Samwer-Show: Das sagt die Szene zum Bericht

1,81 Millionen Zuschauer sahen "Die große Samwer-Show" im ZDF. Für Rocket Internet - trotz der massiven Kritik - sicherlich ein guter Meilenstein auf dem Weg zur Börse. Aus der Szene gibt es jedoch viel Kritik am Beitrag. Hier noch einmal die Doku. Wir freuen uns über Kommentare.
Die große Samwer-Show: Das sagt die Szene zum Bericht

In der Dokumentation “Die große Samwer-Show – Die Milliardengeschäfte der Zalando-Boys” blickte das ZDF gestern mit Frontal21 “hinter die Kulissen von Deutschlands größten Start-up-Unternehmen”. Beim Publikum kam die Doku – mit dem ersten TV-Interview von Oliver Samwer – mäßig an. Gerade einmal 1,81 Millionen Zuschauer interessierten sich für die Samwer-Show. Der Marktanteil lag bei 6,1 %, berichtet Meedia.

Dabei war die Doku durchaus sehenswert, oft aber etwas reißerisch, in einigen Teilaspekten aber auch hanebüchen (Ja, Start-ups machen Verluste). Oliver Samwer bleibt etwa durch Sprüche wie “Wir arbeiten jeden Tag 18 Stunden. Und deswegen gewinnen wir” in Erinnerung. “Erwartungsgemäß geriet die gestrige Dokumentation über Rocket Internet, Zalando und die Samwer-Boys im ZDF denn auch nicht zur journalistischen Rakete, sondern rüttele eher wohl Menschen wie meine Tante auf, die noch nie im Internet shoppen war, und sich gerne bestätigen lässt, wie böse das Internet ist”, schreibt Olaf Kolbrück bei etailment. “Dramatische Musik, schwarz eingefärbte Bilder und wertende Kommentare vom Sprecher suggerieren dem Zuschauer: Den Brüdern kann man nicht trauen. Harte und vor allem neue Fakten hingegen lässt der Beitrag weitestgehend vermissen. Und so wird unter dem Strich erheblich mehr suggeriert als wirklich aufgedeckt”, merkt die Gründerszene-Redaktion an.

Spannend auch die Worte von Thomas Voigt im Otto-Blog Unterwegs: “Was aber die tapferen Hüter der Sozialmoral von Frontal 21 gar nicht bemerkt haben: Sie inszenieren Oliver Samwer unfreiwillig als Revolutionär des internationalen Einzelhandels, der den alten Knaben Mores lehrt. Wahrscheinlich haben sie selbst noch gar nicht bemerkt, dass es neben Karstadt seit zwei Jahrzehnten einen blühenden und ziemlich dicht besetzten E-Commerce-Markt gibt”.

Hier noch einmal die komplette Dokumentation. Unten dann einige weitere Kommentare zur Sendung.

Passend zum Thema: “Wie der studiVZ-Exit den Samwer-Ruf als ruchlose Geldgeber festigte

Foto: Screenshot ZDF

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  • juergenseitz

    Die Samwer-Reportage von frontal21 war für Brancheninsider eher enttäuschend. Die Diskussion um Oliver Samwer ist mittlerweile auch schon ganz schön weit getrieben worden. Ich fände es spannend mal andere Unternehmer-Konzepte intensiver zu diskutieren: http://buff.ly/1wB67xm

  • http://www.mattbauer.de Matt Headruhm

    Überbewertet! Das Adaptieren, genauer gesagt Kopieren, erfolgreicher E-Commerce-Konzepte anderer ist auf Dauer kein sicheres Modell. Im Übrigen: Klar arbeiten die Jamba-Junx täglich 18 Stunden: zusammengenommen!

  • http://www.mattbauer.de Matt Headruhm

    Ps. Und natürlich nicht vergessen: vor dem Interview Kreide zu fressen! Wie man unschwer hören kann.

  • http://meine-werbeartikel.com Manuel

    Jetzt haben wir die mal gesehen. Zeigt mal neue aufstrebende innovative Startups die ohne diese Unsummen von Geld und Geldgebern den Markt aufmischen.

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