15 Fragen an Julien Arnold (Numbrs) “Wir wollen dem User den Spaß an seinen Finanzen zurück geben”

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen. Der Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen – diesmal antwortet Julien Arnold von Numbrs.
“Wir wollen dem User den Spaß an seinen Finanzen zurück geben”

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Es geht bei uns nicht darum, sein eigener Chef zu sein, sondern gemeinsam eine klare Vision vor Augen zu haben, an die wir glauben. Dies passiert im Team, sei es mit jedem einzelnen Programmierer oder mit dem Management. Das einzige was für mich wichtig ist, ist der Erfolg von Numbrs.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Die Idee wurde innerhalb des Company Builders Centralway entwickelt. Wir wollen nicht weniger, als das Retail Banking in Deutschland und auf der ganzen Welt zu verbessern. Wir sehen Banking als notwendig an, nicht aber traditionelle Banken und versuchen mit Numbrs dem User den Spaß an seinen Finanzen zurück zu geben. Es soll nicht mehr unangenehm sein, dass man seine Konten checkt, sondern ein Designerlebnis sein.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Das Startkapital kam vom Company Builder Centralway. Seit vergangenem Monat haben wir SevenVentures, den Beteiligungsarm von ProSiebenSat1., als weiteren Investor hinzugewinnen können.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Es gibt viele Stolpersteine bei einer Gründung und ich kann mich hier nicht auf einen festlegen. Schließlich kämpft man bei einer Gründung an allen Fronten. Am Anfang wird man zudem vielleicht nicht ernst genommen, aber sobald man ernst genommen wird steht man unter argwöhnischer Beobachtung und wird manchmal auch von den Platzhirschen in einem Business angefeindet. Zudem fehlt es gerade am Anfang immer an Zeit und an Geld. Man fühlt sich manchmal wie in einem Hamsterrad aber nichtsdestotrotz macht es unglaublich viel Spaß und wenn man sich fokussiert und das Projekt wachsen sieht, bekommt man auch unglaublich viel zurück.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Wir haben einige Rückschläge einstecken müssen in unserer Gründungsphase, wie zum Beispiel einen Technologie–Switch, der notwendig war, um unsere Software auf eine andere, verlässlichere Grundlage zu stellen. Diesen hätte ich im Nachhinein natürlich gerne vermieden, gleichzeitig haben wir auch hierbei viel gelernt und es hat uns geholfen dort hinzukommen, wo wir heute sind.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Wir haben mit SevenVentures einen super Partner gefunden und haben sehr große Erfolge mit TV- Werbung. Digital läuft es bei uns aufgrund des nicht vorhandenen Medienbruchs ebenfalls sehr gut, aber um eine breite Bekanntheit und Aufmerksamkeit zu erzielen ist TV nach wie vor am hilfreichsten. Nicht zuletzt sind wir auch auf unseren TV-Spot super stolz, weil er Numbrs perfekt auf den Punkt bringt.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Martin Saidler, der CEO von Centralway, ist bis heute für mich eine herausragende Inspiration, ein Mentor und Förderer. Er ist immer da und unterstützt uns alle mit seiner mittlerweile über 15-jährigen Erfahrung im Internet-Business.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Keine Angst haben. Wenn ihr von eurer Idee überzeugt seid, werdet ihr euren Weg machen.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Dies fällt mir als Deutscher, der in der Schweiz lebt, natürlich schwer zu beantworten. Wir haben in der Schweiz sehr gute Verhältnisse für die Gründung unserer Gesellschaft. Trotz der hohen Kosten, die mit dem Standort Zürich einhergehen, haben wir einen super Zugang zu Talenten. Ich sehe aber die hohe Innovationsbereitschaft auch in Deutschland. Was ich mir aus meiner Perspektive mehr wünschen würde, ist die Förderung von Ideen.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich hätte auch Golfprofi als eine spannende Herausforderung gesehen, weil hier Disziplin und Präzision ebenso gefragt sind, wie bei der Gründung und dem Aufbau eines Unternehmens. Ich bin aber sicher, dass ich mit meinem Weg die richtige Wahl getroffen habe.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Soundcloud finde ich ein extrem spannendes Unternehmen. Hier würde ich mir vor allem gerne einmal die Prozesse ansehen um zu sehen, wie weit der Prozess der Professionalisierung vorangeschritten ist.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Am liebsten würde ich nur ein bis zwei Jahre in die Zukunft reisen um zu wissen wie sich Numbrs entwickeln wird. Das würde allerdings auch den ganzen Spaß nehmen.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Natürlich in Numbrs investieren. Aber alternativ dazu, reisen und dabei nach interessanten neuen Investitionsmöglichkeiten suchen. Diese wären nicht zwangsläufig im Online-Bereich. Ich könnte mir auch gut vorstellen in “Offline-Unternehmen“ zu investieren.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Ganz entspannt am Zürichsee. Auf jeden Fall am Wasser – da kann ich abschalten und komme oftmals sogar auf die besten Ideen.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Jay-Z, denn wie kaum ein anderer vereint er Mut und Geschick, auch gegen Widerstände erfolgreich zu sein und seine Talente erfolgreich einzusetzen – ob als Musiker, Produzent, Designer oder allgemein als Geschäftsmann.

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Julien Arnold war nach Stationen beim Hamburger Venture Capital Fonds Neuhaus Partners und bei Rocket Internet, wo er das Geschäft für Groupon in London mit aufgebaut hat, als Chief Revenue Officer für DeinDeal in der Schweiz tätig. Bei Numbrs ist der Gründer CEO und managt die strategische Entwicklung.

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

  • Caroline Mesmmer

    Leider hat dieses Startup in der Schweiz einen sehr schlechten Ruf. Dies zeigt sich in einem enormen Wechsel bei den Mitarbeitern und einer umstrittenen HR Abteilung.

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