Jetzt offiziell! Takeaway übernimmt Lieferando – und sammelt 103 Millionen ein

Takeaway.com bläst mit der (erwarteten) Übernahme von Lieferando zum Großangriff in Deutschland. Takeaway.com will die beiden Marken nun verschmelzen und so den Markt aufrollen. Ganz nebenbei sammelt das Unternehmen von Macquarie Capital und Prime Ventures stattliche 103 Millionen US-Dollar ein.
Takeaway übernimmt Lieferando – und sammelt 103 Millionen ein

Jetzt ist es offiziell: Takeaway.com, in Deutschland als Lieferservice.de unterwegs, vernascht – wie Ende März exklusiv berichtet – seinen Wettbewerber Lieferando. Takeaway.com will die beiden Marken nun verschmelzen – welche Marke verschwinden wird ist aber noch offen. “Lieferando ist ein außergewöhnlich erfolgreiches Unternehmen mit dem besten Produkt im Markt. Wir sind sehr zufrieden mit der Transaktion. Zusammen mit dem Lieferando-Team ist es unser Ziel nicht nur Marktführer in Deutschland und Polen zu werden, sondern auch die beste Essensbestellplattformen weltweit aufzubauen”, sagt Takeaway.com-Gründer Jitse Groen. Wie die Unternehmen mitteilen, arbeiten beide profitabel.

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Groen prognostizierte für den deutschen Markt schon länger eine Konsolidierung – vor allem, weil es in Deutschland zu viel Wettbewerb gäbe, wie er kürzlich verriet. Selbst kaufen wollte er bisher aber nicht – offenbar weil er Preis nicht stimmte. Nun scheint er zu stimmen. Von einem Kaufpreis in Höhe von mehr als 50 Millionen Euro ist die Rede. Offiziell macht das Unternehmen keine Angaben zum Kaufpreis. Bis zum Schluss war offenbar auch Delivery Hero im Rennen um eine Übernahme von Lieferando. Der hohe Preis sagte den Berlinern aber ganz offensichtlich nicht zu. Zudem soll Lieferando-Geldgeber Macquarie mit dem Angebot von Delivery Hero nicht zufrieden gewesen sein. Gemeinsam sind Takeaway.com und Lieferando die Nummer 3 unter den Lieferdienstvermittlern in Deutschland. Um zum Marktführer aufzusteigen brauchen die Niederländer viel Geld – welches sie nun auch haben: Macquarie Capital und Prime Ventures investieren ganz nebenbei 103 Millionen Dollar in das neue/zusammengeführte Unternehmen.

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Lieferando wurde 2009 von Christoph Gerber, Jörg Gerbig und Kai Hansen gegründet. Zur Seite stand dem Trio damals Rheingau Ventures. Der Inkubator wurde von den Ex-sportme-Machern Tobias Johann, Philipp Hartmann und Kai Hansen ins Leben gerufen. In den vergangenen Jahren sammelte das Start-up rund 21 Millionen Euro Risikokapital ein. Zu den Geldgebern gehörten die australische Investmentbank Macquarie, DuMont Venture, Doultin (ehemals Moraún), Mountain Super Angel, Rheingau Ventures und die KfW. Allein im Sommer 2012 pumpten Macquarie und Co. 15 Millionen Euro in das Unternehmen, das einst als yourdelivery.de startete. In den vergangenen Monaten machte das junge Unternehmen massiv TV-Werbung auf ProSieben und Co.

Das Lieferando-Führungsteam soll nun “leitende Positionen in der Takeaway.com-Führungsspitze übernehmen”. In der offizielle Presseaussendung wird Lieferando-Macher Gerbig sogar schon als COO von Takeaway.com betitelt. “Takeaway.com ist wie Lieferando ein gründergeführtes Unternehmen. Wir sind begeistert einen gleichgesinnten Partner gefunden zu haben. Durch den Zusammenschluss von zwei profitablen und schnell wachsenden Unternehmen werden wir unsere gemeinsame Marktführerschaft in Kontinentaleuropa ausbauen und unseren Service für Kunden und Restaurant Partner weiter verbessern”, teilen die Lieferando-Macher mit.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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