
Für manche ist es die schönste Sache der Welt und die Erfüllung eines Lebenstraums: Gründen. Dabei gibt es viel zu berichten und noch mehr zu beachten – egal ob in Bezug auf Gesundheit, Unternehmen oder Privatleben. In unserer Reihe “Gründerleben” stellen wir ab sofort jede Woche ein Thema vor, welches das “Alltagsgeschäft” von Startup-Gründern beleuchtet. In dieser Folge geht es um ein absolutes Tabu-Thema in der arbeitssamen deutschen Gründerszene: Burn- bzw. Boreout!
Wenn plötzlich alle Felle wegschwimmen: Gründer und Burn-out
Kaum jemand redet gerne über die Tiefpunkte in der eigenen Biografie. Ibrahim Evsan, Gründer von Sevenload und Fliplife, macht es trotzdem: In einer für die Szene herausragenden Offenheit erzählt er von der schwierigsten Zeit seines bisherigen Lebens. Im Unterschied zu manch anderem Gründer war es nicht die Überlastung, die ihm den Boden unter den Füßen wegzog, sondern die Unterforderung im damaligen Job. Das Problem „Ausbrennen durch Langeweile“ wird aktuell mit dem Begriff „Boreout“ umschrieben (einen interessanten Artikel dazu gibt es bei Spiegel Online). Ob Über- oder Unterforderung: Wenn die Seele nicht mehr nachkommt und der Körper die Notbremse zieht, ist es höchste Zeit zu handeln. Im folgenden Interview erzählt Ibrahim Evsan, wie er immer tiefer in die Spirale rutschte, eine Zeit der sozialen Isolation erlebte und schließlich durch einen Glücksfall wieder Sinn und Lebensfreude fand.
Ibrahim, vor acht Jahren bist du mitten ins Burn-out geschlittert. Wie kam es dazu?
Eigentlich bin ich ja Seriengründer. Mit 27 wollte ich mich aber mal in der Unternehmensberatung versuchen. Anfangs fand ich das sehr interessant und habe gut Geld verdient. Manche Phasen waren extrem stressig, dann gab es aber auch wieder lange Leerlaufzeiten, weil die Unternehmen nicht in die Gänge kamen. Gerade diese Zeiten, in denen ich nicht powern konnte sondern zum Teil Arbeit vortäuschen musste, haben mich wahnsinnig gelangweilt. Die Langeweile führte zu Stress – viel mehr als die eigentlich stressigen Zeiten.
Das heißt nicht die Über- sondern die Unterforderung führte zum Burn-out?
Genau. Und die fehlenden Ziele. Als Gründer hat man ja immer ein klares Ziel vor Augen, an dem man arbeitet. Als Unternehmensberater ist das Ziel, ein Produkt fertig zu kriegen. Aber wenn der Kunde nicht richtig mitspielt, erreicht man dieses Ziel einfach nicht. Die Hände sind einem gebunden. Wenn man in solchen Zeiten dann nur arbeitet, um die Stunden voll zu bekommen, ist das wahnsinnig erschöpfend.
Kam der Zusammenbruch denn sehr plötzlich oder kündigte er sich lange an?
Die Anzeichen waren schon lange da und verstärkten sich immer mehr. Ich saß abends viel allein zu Hause herum und fühlte mich unausgeglichen und traurig. Gerade in den Phasen, in denen ich nicht genug zu tun hatte, war ich abends sehr müde und erschöpft. Wenn man einen wirklich arbeitsreichen Tag hatte, an dem man viel geschafft hat, gibt es ja so eine Art Wohlfühl-Erschöpfung – der Schlaf ist dann zuckersüß. Erschöpfung vor Langeweile macht dagegen depressiv. Dann kam noch eine Trennung in meinem Privatleben dazu; ich war einsam und rutschte in eine Spirale, die ich nicht mehr durchbrechen konnte. Meine Tagesenergie war schon morgens aufgebraucht. Ich wollte unbedingt etwas verändern, hatte aber nicht den Mut und die Kraft, meine Arbeitsverträge aufzulösen. Also machte ich einfach irgendwie weiter.
Bis eines Tages alles zusammenbrach?
Der Absturz kam, als meine Projekte schließlich beendet waren. Ich habe mich mehrere Monate lang komplett zurückgezogen und zu Hause vergraben. Zum Glück stand mir meine Schwester in dieser schwierigen Zeit zur Seite: Sie schaute oft vorbei, brachte mir gesunde Sachen mit und räumte auf. Für jemanden wie mich, der eigentlich die Welt verändern will, war es extrem schwierig zu merken: Verdammt, ich krieg das alles nicht mehr hin! In diesen Monaten habe ich vor allem Serien geschaut. Keine Filme, die reißen emotional viel zu sehr mit und man weiß nie, wo es hingeht. Serien sind eine gute Ablenkung, weil sie so durchschaubar sind. Auch ein enger Freund hat immer wieder nach mit gesehen.
Wie hat dein Umfeld sonst auf dich reagiert?
Das war für beide Seiten sehr schwierig. In dieser Zeit habe ich viele Freunde verloren. Bei manchen hat sich das später wieder hingebogen. Ich wollte es meinen Bekannten zum Teil nicht zumuten, dass sie mich so sehen. Und sie wollten mich auch nicht so sehen, bis dahin war ich für viele ja ein Vorbild gewesen. Da hat sich manches aussortiert. Viele konnten auch nicht verstehen, dass ich so enttäuscht und gelangweilt war von mir und meinem Job. Sie sagten: „Hey, mein Job ist doch viel langweiliger als deiner und du bist doch so erfolgreich!“ Hinterher habe ich gemerkt, dass viele meiner früheren Freunde auch nicht mehr zu mir passen. Man ist nach einem Burn-out ein anderer Mensch.
Hat das Ausruhen und Serien anschauen gereicht, um wieder aus dem Loch herauszufinden? Oder bist du sonst irgendwie aktiv geworden?
Ich habe in der Zeit sehr aktiv mit mir selbst gekämpft und mich gefragt: Wer bin ich und wofür stehe ich? Und auch: Welche Fehler habe ich gemacht? Um sich eigene Fehler einzugestehen muss man die Spirale noch mal ganz nach unten gehen, dabei will man ja eigentlich so schnell wie möglich nach oben. Aber man muss diesen absoluten Nullpunkt erreichen, diesen Moment, in dem es einfach nur noch „piep“ in einem macht. Außerdem habe ich mich in der Zeit intensiv mit der Sinnfrage beschäftigt, philosophische Bücher gelesen und Hörbücher angehört. Ich war an einem Punkt, an dem ich mir sagte: Ich bin ein Nichts, ich könnte jetzt auch sterben und es würde keine Rolle spielen.
Was war der entscheidende Knackpunkt, um aus diesem Sinntief wieder herauszufinden?
Ich habe für mich ein neues Ziel gefunden. Das hing stark mit dem „Web 2.0“ zusammen, das in der Zeit aufkam – für mich ein absoluter Glücksfall. Bis dahin war das Internet ja ziemlich langweilig, das hatte noch nichts mit unserem Internet heute zu tun. Beim Surfen bin ich auf die Anfänge des neuen Internets gestoßen, auf den Beginn des „Mitmach-Webs“, und habe mich drauf gestürzt. Die neuen Perspektiven haben mir Mut gemacht! Es erwachte plötzlich wieder so ein Gefühl in mir: Da will ich mitmachen, da entsteht eine Revolution, ich will dabei sein! Es gab wieder etwas, das mich packte.
Wenn es einen packt, will man doch gleich loslegen; bist du vom Burn-out direkt in eine neue Gründung geprescht?
Nein, das war sehr lustig: Ich habe mich zunächst bei Unicef und Greenpeace beworben. Ich dachte: Wenn ich schon als Mensch versagt habe, kann ich vielleicht wenigstens dort noch nützlich sein. Aber alle haben mich abgelehnt und mir gesagt, dass ich für diese Tätigkeiten nicht qualifiziert genug bin. Ich würde meine Bewerbungen von damals heute gerne nochmal lesen – ich glaube sie waren konfus und emotional total aufgeladen. Heute bin ich übrigens Komiteemitglied bei Unicef. Ich habe wieder so viel Energie, dass mich mein berufliches Engagement allein nicht ausfüllt.
Sind Gründer eigentlich besonders anfällig für Burn-outs?
Nein, im Gegenteil! Menschen mit Zielen sind getrieben und haben viel Energie, sie holen sich Bestätigung und Anerkennung aus ihrer Tätigkeit. Schwierig wird es höchstens dann, wenn man sich keine klaren Ziele setzt. Dann fragt man sich ständig: Bin ich jetzt erfolgreich, weil 10.000 Menschen meine Seite anklicken? Oder müssten es eine Million sein? Klare Ziele sind wichtig, gerade in Bezug auf Zahlen. Und wenn man sein Ziel erreicht hat: ausruhen, Bücher lesen und sich an neue Projekte machen. Energie entsteht durch neue Tätigkeiten und Impulse. Bei meinem neuen Projekt fliplife versuche ich, solche Phasen des Stillstands erst gar nicht aufkommen zu lassen. Wir haben ein sehr offenes, kreatives Arbeitsklima. Ich finde das ist unerlässlich, um solchen Erscheinungen wie Burn- aber auch Boreout vorwegzugreifen.
Ist eine Gründung kein „Baby“, das man nie mehr hergeben will?
Wenn man seine Gründung als „Baby“ bezeichnet, ist alles falsch gelaufen. Eine Gründung ist immer ein Produkt – so muss man sie auch behandeln, natürlich auch mit dem entsprechenden Einsatz. Aber am Schluss entscheidet auch das Geld: Der Cashflow muss positiv sein. Kein Geld verdienen macht auf Dauer depressiv. Das muss nicht unbedingt „viel Geld“ bedeuten. Ich selbst brauche heute viel weniger Geld als früher: kleine Wohnung, ab und zu Urlaub, kein Auto, dafür eine tolle Firma – das reicht aus.
Was rätst du Menschen, die an einem ähnlichen Punkt stehen wie du damals?
Die Zeit nutzen um zu sich selbst zu finden! Sich fragen: Was bedeutet es zu leben? Und nebenbei die Augen offen halten – am besten schon vorher! – für Dinge, die einen packen könnten. Sich nicht fragen, was „man“ verändern könnte, sondern was ICH verändern kann! Und keine Angst vor dem absoluten Nullpunkt haben. Er ist wichtig. Viele schlittern aus so einer Phase irgendwie wieder raus, ohne sich diesen Nullpunkt gegönnt zu haben. Aber erst ab da kann sich das Blatt wirklich wenden. Manchen würde ich auch raten, auf Social Media verzichten. Im Internet muss man immer gut drauf sein, alles wird dokumentiert – das ist nicht sehr förderlich wenn man im Burn-out steckt. Ich selbst bin jedenfalls froh, dass ich diese Phase überwunden habe und wieder so viel Energie habe – es gibt eine Zeit nach dem Burn-out!
Zur Person
Ibrahim Evsan ist für viele nur der “Ibo”. Ibrahim begann seine unternehmerische Karriere 1997 als Leiter von Video-on-Demand-Projekten für die RWE Powerline AG. Von 2002 bis 2005 arbeitete er als Kreativberater und Technischer Direktor an weiteren Video-Projekten für verschiedene New-Media-Unternehmen. Im April 2006 gründete Ibrahim die Bild- und Videoplattform sevenload (www.sevenload.de). Nach dem Ausstieg beim Bewegtbilddienst gründete Ibrahim, der in seinem privaten Blog seine Ideen und Gedanken über den Wandel der visuellen Medienlandschaft aufzeigt, mit seinem langjährigen Partner Thomas Bachem Fliplife (www.fliplife.de).
Im Fokus: Weitere Artikel rund um das Thema Gründeralltag in unserer Special Gründerleben


Fragen





Kommentare
Tolles Interview.
Kommentar von Thomas Budder 09. August 2011 @ 12:19Interessant, so ein offenes Interview zu lesen.
Kommentar von AG 09. August 2011 @ 14:26Mir selbst ging es ähnlich, 16 Stunden Tage, kein Urlaube, mehr als 1 Jahr lang. Dann hats geknallt.
Massive düstere Gedanken und Hoffnungslosigkeit kamen ebenfalls auf, dabei war ich grad erst mit der Uni fertig. Habs nur mit professioneller Hilfe wieder halbwegs auf die Beine geschafft…
Tja – das kenn ich auch – lag bei mir aber daran, dass man mich einfach nicht meinen Job so machen lies, wie es hätte sein sollen.
Eigenverantwortlich, selbständig und mit der nötigen Entscheidungskompetenz.
Dann wird so ein Arbeitstag ganz schön lang(weilig). Zum Glück gabs Youtube und ich habe in diesem Jahr wirklich wahnsinnig viele extrem interessante Interviews gehört und spannende Beiträge zu allen möglichen Themen im Netz gefunden – nun und irgendwann sucht man sich halt “nebenher” einen anderen Job, der einen ausfüllt, wo man was bewegen kann, darf und soll – und mittlerweile habe ich 3 “Plan B” Projekte :-)
Kommentar von Frank Z 09. August 2011 @ 16:01Kein Kommentar mehr dazu – der Link
Kommentar von Klaus-Dieter Hinck 09. August 2011 @ 20:40https://plus.google.com/110502055181936461743/posts/RTextf4Djua sagt auch alles, auch das ich eine halbe Stunde nach dieser Diskussion bei Google+ gesperrt wurde, kann schon sein, das sich da jemand auf die Füße getreten fühlte. Nicht gut.
Bei mir hat es heute Morgen dann auch Piep gemacht, wenn es denn so war, das der gute Mann mich oder sein Netzwerk da gemeldet hat, wenn nicht verzeihe man mir den Hinweis, die inhaltliche Kritik auch an der PR hier über diesen Artikel auf Google+ Artikel Diskussion. Wär schon eigenartig wenn das Sperren meines Accounts dort einfach so passierte, ich meine auch nicht das ich irgendwie ungut argumentiert habe, der Ibrahim Ehvsan hat mich mal aus seinem Facebook Netzwerk geworfen, weil er Kritik missverstand, wobei die noch inhaltlicher und nicht in dieser Richtung war. Niemand muss mich in seinen Kontakten haben, aber wenn nach dieser Kritik die Meldung an Google ging, obwohl ich ihn wirklich sachlich Ernst nehme und auch nie wirklich mit ihm aneinander geriet, liegt nahe, das der Mann mich oder irgendeiner seiner Bewunderer dort gemeldet hat. Wüsste nur gern warum. Google+ beschreibt das meist nicht dann und es kostet viel Arbeit das aus der Welt zu schaffen.
Ich seh diese Webseite und den Artikel als rationale Personenmarken PR eines Game Lobbyisten mit Einfluss. Den Inhalt teile ich, find ich wichtig. Nur das sich die Start Ups hier selbst mit Finanzierung der Telekom und Netzwerke was zurecht schön schreiben wär auch dann zu bemerken. Auch wenn es nicht im Artikel sondern im Aufbau des Image eines ihrer Start Ups ist.
Kommentar von Klaus-Dieter Hinck 09. August 2011 @ 20:50Also eines verbundenen Unternehmens und Kontaktes, schaut man sich das an. Mit Lobbyist meine ich, das der Game Unternehmer Ehvsan im Game Ausschuss und Netzwerk Politik Beratungsbereich, dann der UNICEF, diverser NRW Ausschüsse zum Thema neue Medien und Gast der Familienministerin bei Kamingesprächen, da ich die Diskussonen im Netzwerk des Mannes vor dem Besuch dort wie auch anderer miterlebt habe, den inhaltlich fairen Diskurs pflegte und die Branche wie auch das Projekt Fliplife kenne, meine ich das man zumindest zu Recht zurückhaltend auch bei solch wirklich hilfreichen Artikeln ist.
Kommentar von Klaus-Dieter Hinck 09. August 2011 @ 20:55Hmm ich meine da war noch ein Kommentar grad von mir, egal. Die Diskussion auf Google+ ist hier. https://plus.google.com/110502055181936461743/posts/RTextf4Djua
Kommentar von Klaus-Dieter Hinck 09. August 2011 @ 20:57https://plus.google.com/110502055181936461743/posts/RTextf4Djua wäre der Link zur Diskussion auf Google+ – war eben weg dann.
Kommentar von Gast 09. August 2011 @ 21:00Sympathisches Interview, Ibo! Weiterhin viel Erfolg mit Fliplife!
Kommentar von Thomas Ruland 09. August 2011 @ 22:21selten so gut gelacht, herzlichen Dank an die Redaktion.. :))
Kommentar von Thorsten 10. August 2011 @ 12:52@Klaus-Dieter Hinck: Ich stimme Deinem Beitrag bei google+ zu. Zu der Sache über Fliplife und Blase: Ja, absolut! Durch einige Mitarbeiter- und Ex-Mitarbeiter von Fliplife GmbH habe ich erfahren, dass sie im Monat nur sehr knappe Umsätze machen, Gehälter schon sehr oft zu spät bezahlt werden konnten und dass die Firma ständig neuen Investoren her ist. Beweise dafür gibt es anscheinend sehr viele und es ist mittlerweile auch unter den Investoren kein Geheimnis mehr. Klar bekommt man dann burn-out, allerdings wahrscheinlich nicht aus Langeweile.
Kommentar von Parham 10. August 2011 @ 15:08Ein Burn-out ist sicherlich eine sehr existentielle Erfahrung. Glück gehabt, dass keine professionelle Hilfe nötig war.
Kommentar von Petra Becker 10. August 2011 @ 15:30Das Interview zeigt, dass auch vermeindlich starke, erfogreiche und dynamische Menschen Phasen im Leben erleben können, in denen sie psychisch labil und kaum leistungsfähig sind. Leider gibt es immer noch das Tabu, dass psychische Probleme etwas für looser sind.
Mein Rat: in einer solchen Phase möglichst frühzeitg professionellen Rat einbolen und gegebenenfalls eine Auszeit in einer Klinik nehmen
bin auch grad total k.o. – am liebsten würd ich mal für 1 Woche “den Stecker ziehen”
Kommentar von Flo Eiber 13. August 2011 @ 09:44Mich hat nach einem halben Jahr ein Freund an die Hand genommen und gesagt, wir gründen mit deiner Idee. Bei der Gründung waren wir schon vier Leute. Allein hätte mich der Boreout vermutlich dahingerafft. Ich wünsch das echt nur ausgewählten Leuten.
Kommentar von mk 13. August 2011 @ 10:18Sehr tolles und emotional ansprechendes Interview!!!
Kommentar von Nadine Mages 13. August 2011 @ 10:40@Sind Gründer eigentlich besonders anfällig für Burn-outs?
Absolut! Gerade innovative Gründer sind burn-out gefährdet wenn diese im Kopf bereits 3 Schritte voraus sind und z.B. die Kapazitäten fehlen um diese umzusetzen. Das “getrieben-sein” eines Gründers und das ausgebremst werden durch externe Faktoren (nicht jeder Gründer kann coden, designen, bwl-en … ;-)) ist ein nicht zu unterschätzender Stressfaktor.
Kommentar von Martin 13. August 2011 @ 21:23Warum wundert es mich nicht das er einen “Bore out” bekam? Passender wäre doch ein Bore out trotz 120 Stunden Woche. Auch wenn Burn outs weit verbreitet sind so ist es für viele weiterhin ein Zeichen von “Schwäche” und diese Blöße gibt sich ein toller Seriengründer natürlich nicht. Warum haben wir in diesem Land eingentlich so ein Problem damit über Schwächen zu reden und diese einzugestehen?
Kommentar von Andre 15. August 2011 @ 12:08Die Ehrlichkeit darüber zu sprechen finde ich auch sehr gut. Leider geben viele Manager, Existenzgünder,…. nicht zu, dass sie wenigsten einmal im Leben in ein tiefes Loch gefallen sind, es ist besser offen darüber zu sprechen und auch andere daran teil nehmen zu lassen, auch ich steckte in ein großes Loch und das hat leider zu viele Jahre gedauert und nun habe ich angefangen mir vernünftige Ziele zu setzen und die auch anzugehen. Ohne klare Ziele und auch ein klaren Gedanken, ist es kaum möglich die Kurve zu bekommen.
Es ist in unserer heutigen Welt auch keine Schande zu zugeben, dass es mal nicht geht. Bei dieser Leistungsorientierung und Streßfaktoren, bleibt dies eben nicht aus.
Hoch anzuerkennen ist es, wenn Menschen öffentlich klar dazu stehen und sagen, ja ich habe ein Tief und es geht im Moment nicht weiter…
Wie mein Vorredner schon betonte, ich verstehe es auch nicht, warum unser Land so ein Problem damit hat, wenn man Schwächen hat und diese nicht eingestehen darf. Ist man dadurch ein schlechter Mensch?
Dieses Thema wird wie viele andere oft verdrängt.
Kommentar von Petra 30. September 2011 @ 14:49Sorry, die Geschichte mag ja spannend sein, aber seine Tipps sind nicht gut.
Ich finde es nicht gut, wenn man nicht über seine Probleme reden darf – nicht im Internet.
Bei Leuten, die Depressiv sind und wie er viele Freunde verloren haben, ist Social Media die einzige Möglichkeit mit jemanden darüber zu reden.
Und wer viel Verstand hat, der weiß, dass es immer Leute gibt, die so eine Phase durch leben und dennoch hohe Leistungen danach bringen können. Dafür gibt es genügend prominente Beispiele.
Kommentar von Lin 19. Oktober 2011 @ 14:26Ich empfehle jeden Personaler und Chef darüber nach zu denken. Sie können darin nämlich auch geraten. Die Leute sind nicht unbedingt unproduktiver und oft kann ein Wechsel oder eine Veränderung die Lebenssituation verbessern.