Millionenschwerer Exit: Groupon schluckt deutschen Klon CityDeal

Seit Anfang des Jahres kennt die deutsche Gründerszene nur noch ein Thema: Groupon. In den vergangenen Monaten dominierten die diversen deutschen Adaptionen des US-Erfolgskonzeptes die Berichterstattung und den Small-Talk in der Szene. Zunächst […]
Millionenschwerer Exit: Groupon schluckt deutschen Klon CityDeal

Seit Anfang des Jahres kennt die deutsche Gründerszene nur noch ein Thema: Groupon. In den vergangenen Monaten dominierten die diversen deutschen Adaptionen des US-Erfolgskonzeptes die Berichterstattung und den Small-Talk in der Szene. Zunächst lieferten sich die diversen Klone eine heiße Schlacht um die Aufmerksamkeit der Onliner im Lande, fast im Wochenrhythmus entstanden neue Plattformen. Dann folgte die Schlacht ums Geld: In diversen Finanzierungsrunden wurde die ganz große Kohle verteilt. Die Folge waren die ersten Übernahmen und Abwicklungen von kleineren Wettbewerbern. An diesem Sonntag nun der bisherige Höhepunkt: Das US-Vorbild Groupon (www.groupon.com) schluckt den deutschen Marktführer CityDeal (www.citydeal.de). Groupon-Gründer Andrew Mason kündigte den Deal via Twitter mit den Worten “Crazy big Groupon news coming shortly” an. Im Unternehmensblog gab es wenige Stunden später unter der Überschrift “Groupon Europe!” die Details zur Ankündigung. Zitat: “Groupon is now in Europe via the acquisition of Citydeal, the world’s largest Groupon clone.” Mit der Übernahme will Groupon somit nach Deutschland bzw. Europa expandieren – in Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und einigen anderen Ländern ist CityDeal bekanntlich bereits aktiv. Langfristig soll der Name CityDeal vom Markt verschwinden, die entsprechenden Plattformen werden in den kommenden Monaten umgeflaggt.

Der Kaufpreis ist bisher nicht bekannt. Branchenkenner rechnen allerdings mit einem dreistelligen Millionenbetrag. Beim Einstieg von AV Kinnevik, einer Beteiligunggesellschaft aus Schweden, wurde CityDeal im März mit gerade einmal 16,5 Millionen Euro bewertet. Seitdem expandierte CityDeal massiv. Zuletzt wurden Gerüchte über eine weitere geplante Finanzierungsrunde mit einem oder mehreren Top-Kapitalgebern aus Europa und den USA öffentlich. Der oder die Venture-Capital-Geber wollten CityDeal mit mindestens 15 Millionen Euro ausstatten. Stattdessen nun die Übernahme durch Groupon. Zum Vergleich: US-Vorbild Groupon wurde zuletzt mit 1,2 Milliarden Dollar bewertet. Das Investment in CityDeal dürfte sich für Rocket Internet, den Inkubator der Samwerbrüder Alexander, Marc und Oliver, Holtzbrinck Ventures (beide auch an deutsche-startups.de beteiligt), eVenture Capital Partners und Investment AV Kinnevik – trotz aller Unkenrufe – auf jeden Fall rentiert haben. Je lukrativer der Deal war, desto weniger Zeit wird verstreichen bis der Kaufpreis bekannt wird. Über Erfolge redet schließlich jeder gerne!

Rasantes Wachstum im Groupon-Segment

Passend zur Übernahme noch einmal die aktuellen Zahlen des Google-Research-Tools Doubleclick Ad Planner für die deutschen Groupon-Klone. Im April stehen bei CityDeal imposante 1,1 Millionen Unique Visitors – im Vergleich zum Februar (März-Zahlen wurden im Ad Planner diesmal nicht veröffentlicht) legte CityDeal somit abermals ordentlich zu. Konkurrent DailyDeal (www.dailydeal.de), der wichtigste Wettbewerber, aber auch: Von 76.000 Unique Visitors im Februar auf 260.000 Unique Visitors im April. Zum Vergleich die Zahlen von Nielsen: Der Marktforscher bescheinigte CityDeal im März 1,588 Millionen Unique Visitors. Im Februar waren es gerade einmal 633.000 Unique Visitors. Konkurrent DailyDeal steigerte sich von 61.000 Unique Visitors im Februar auf stattliche 771.000 Unique Visitors im März. Für DailyDeal liefert der Ad Planner somit deutlich schlechtere Werte als Nielsen. Sowohl die Nielsen- als auch die Ad Planner-Zahlen verdeutlichen aber das rasante Wachstum der beiden Konkurrenten.

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Der rasante Aufstieg von CityDeal und die nun erfolgte Übernahme durch Groupon erinnern stark an das erste Meisterstück der Samwerbrüder. Nach gerade einmal sechs Monaten verkaufte das Trio 1999 ihr Auktionshaus alando, eine gelungene Kopie von eBay, an den großen amerikanischen Konkurrenten. Als Kaufpreis wurden seinerzeit rund 43 Millionen US-Dollar kolportiert. Der schnelle Exit war die Grundlage für alle späteren Aktivitäten. CityDeal wurde im November 2009 gegründet, im Januar dieses Jahres startete die erste Verkaufsaktion. Es folgten zahlreiche kostspielige Gutscheinaktionen mit Starbucks, CineStar und Co. In der Szene wurde immer wieder über einen schnellen Exit – noch in diesem Jahr – spekuliert. Nun ging alles viel schneller als gedacht über die Bühne. Mit der Übernahme dürfte die Luft aus dem Grouponthema nun erst einmal raus sein. Es wird aber weiter spannend zu beobachten sein, wie sich die verbliebenen Konkurrenten gegen den großen US-Konkurrenten schlagen werden.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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  4. Der Nick

    Wow…das ist mal ne Nachricht. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten, insbesondere den Samwerbrüder. Sie haben’s mal wieder allen gezeigt.

  5. gut gemacht, schneller kann man keinen Markt bearbeiten, wie dies Rocket Internet in den letzten Monaten gemacht haben.
    Chapeau !



  6. Christian von Rendsburg

    Unfassbar. Eigentlich wieder genial gemacht. Hut ab.

  7. Tut mir leid, aber aus meiner Sicht sind die Unternehmen komplett überbewertet. Bis her macht keins der Unternehmen wirkliche Gewinne, wenn ich mich nicht täusche?

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  9. Immerhin is’ bei so ‘nem Exit davon auszugehen, dass die Käufer wissen, was sie tun und die Plattform nicht (auf hohem Niveau) vor die Hunde geht, vgl. VZ-Netzwerk.

    Ciao
    Johannes



  10. Sebastian

    Eigentlich ein Armutszeugnis. Sicherlich gut für alle Investierten in CityDeal aber an sich – billiger Klon, Geld reinpumpen und absahnen – selbst das Layout ist wieder einmal Copy+Paste .. einfach nur “billig”.



  11. wigger

    wenn die samwers keine zahlen nennen war es sicherlich eng. dann lieber schnell den bumms jetzt nochmal verticken bevor man selber mal gewinne machen muss.



  12. Fabian

    Sebastian:

    Die Arbeit an dem Business ist sicher nicht Website, die natürlich kopiert ist. Bau Du mal in 15 Ländern zeitgleich einen Vertriebsorganisation in allen großen Städten auf – in 6 Monaten…

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  14. Ich denke, Groupon hatte nicht allzu viele Optionen. Der europäische Markt ist wichtig, die Kassen voll und die Chancen das von US aus selbst zu wuppen, gering.

  15. Rocket hat mal wieder allen gezeigt, dass Sie auch in USA gut verwurzelt sind. Anders geht es mit dem schnellen Klonen eben heutzutage nicht mehr. Congrats an das Team. Das ist schon eine super Leistung.

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  18. Tina

    Und die Sache hat noch einen Vorteil: die grouponmania hat ein Ende

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  21. Unglaubliches Tempo – Glückwunsch!

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  23. Seth

    Die Samwers sind einfach nur SICK! Next German Billionaires =)

  24. Mir ist bekannt das Groupon profitabel ist, aber leider will mir nicht in den Schädel, wie die diesen Gewinn machen.

    Die Gewinnspanne kann nicht gewaltig sein bei 50% Rabatt zum Normalpreis und die Verkaufzahlen können auch nicht Grund sein…

    Kann mir das einer erklären?

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  26. Exit-Lover

    Oops!…They Did It Again.

    Gratulation

  27. hahahaha, sensationell Jungs, das war mal wieder ein typischer Samwer-Hammer und für alle Unkenrufer ein ZEICHEN, SO WIRDS GEMACHT – PENG!

    Ich freu mich jetzt schon auf die nächste Nummer.
    best TOM!

  28. @Daniel

    Groupon Modelle verdienen salopp gesagt durch die “Bequemlichkeit der Menschen” ihr Geld. Angenommen ich kaufe mir einen Gutschein bei Groupon, so landet das Geld im Cash-Flow von denen.
    Der Trick an der Kiste ist, dass der Gutscheingeber erst Geld bekommt, wenn der Gutschein eingelöst wird. Ich weis leider nicht genau wie hoch die Einlösrate ist, aber diese liegt garantiert unter 50% – leicht verdientes Geld.



  29. paul

    @ diverse vorredner:

    meine mich zu erinnern, dass groupon gewinnmargen im hohen zweistelligen bereich hat 40-50%. Das Problem in Europa ist nur, dass der Markt so umkaempft ist, dass es schon eher ein Anbieter als ein Nachfragemarkt ist und hier diese Margen nicht zu erzielen sind (tendenziell eher sehr geringe Margen und teilweise waren Geschaefte ja sogar subventioniert).

    Der Kauf war sicher der einzige Weg fuer Groupon und die koennen jetzt den EU Markt aufraeumen mit der Kohle die sie in US verdienen und die anderen langsam vor die Hunde gehen lassen. Bin gespannt, ob sich das System langfristig in EU durchsetzt.

    hier der Link: http://eu.techcrunch.com/2010/04/07/guest-post-groupon-clone-wars-who-will-win-the-battle-of-britain/

  30. @Dennis Just
    Ah! Danke das mal einer erklären konnte (klingt für mich auch wirklich plausibel).

  31. Oha. Na vielleicht gibt’s damit nun endlich ‘mal gscheite Deals.



  32. Alex

    Diese Selbstbeweihräucherung ist ja mal wieder übelerregend. Frage mich, warum es in Deutschland nicht mehr Unternehmen gibt, die erfolgreiche Ideen aus den US und A kopieren und dann teuer verkaufen!? China machts ja schon ne Weile vor: Warum sich was eigenes einfallen lassen? – einfach adaptieren und abkassieren. Danke dir, du schöne neue Welt

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  34. willi

    super deal ???

    Die samwer hätten doch in 6 Monaten eine Millarde bekommen – oder nicht ? :)

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  41. Chris

    Warum bezahlt man für Citydeal Geld? Wenn Groupon selbst was gestartet hätte, hätten sie Citydeal spätestens nach einem Jahr “geschenkt” bekommen, denn kein Mensch hätte dann noch Geld in Citydeal gesteckt.

    Dämlicher Kauf – das hätte man auch billiger haben können!

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  46. Mal schauen was in Zukunft mit den anderen Klonen passiert. Aktuell sind ja besonders die Städte-Deals im kommen.
    Leipzig/ Dresden: sachsendeal.de
    München: domandaDeal
    Und für Hauptstadtreisende würde mir dealticket.de einfallen.

    Bald werden aber alle Portale einer Mediengruppe gehören und es ist eh egal, wo man versucht sein Schnäppchen zu ergattern ^^

  47. Ich hab Groupon mal getestet. Gute Deals.

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  53. Bei Seiten wie DailyDeal.de gibt es momentan auch nette Angebote – Schade jedoch, dass es die guten Deals nur in richtig großen Städten gibt. Dort eben dafür umso mehr…



  54. Daniel

    @Mr I: Das ist aber ein deutliches Werbepost für dailydeal

  55. Solange das Copycat-Konzept derart gut funktioniert, dürfte die meisten Investoren / Business-Angels … weiterhin Ihr Geld am liebsten in besagte Kopien stecken anstatt in eigene Innovationen, die nicht aus den USA kommen. Eine Tendenz hin zu letzterem wäre jedoch wünschenswert.

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