Die beiden Online-Schwergewichte European Founders Fund (EFF) und United Internet (UI) bauen ihre im Sommer geschlossene Zusammenarbeit für “selektive Co-Investments” weiter aus. Künftig wollen sich die Samwer-Brüder und der Internet-Dienstleister nicht mehr nur auf Frühphasen-Investments konzentrieren, sondern verstärkt sogenannte Later-Stage-Investments machen und gezielt in Unternehmen investieren, die sich bereits erfolgreich am Markt etabliert haben.
“Reifere, schnell wachsende Unternehmen können in besonderem Maße von der Expertise von United Internet im Bereich des optimalen Kundenzugangs und der professionellen Vermarktung profitieren. Nun können wir auch diese Unternehmen in eben diesen erfolgskritischen Bereichen optimal unterstützen”, sagt Oliver Samwer vom EFF. Die drei Brüder werfen dabei besonders ihre Erfahrungen beim Aufbau von Unternehmen in die Wagschale, UI enorme Größe. Mit reichweitenstarken Plattformen wie Web.de, GMX und 1&1 sowie über sieben Millionen kostenpflichtigen Kundenverträgen gehört die Aktiengesellschaft unter Vorstandchef Ralph Dommermuth zu einem der erfolgreichsten Internet-Unternehmen Europas. Von diesem Know-how sollen künftig nicht mehr nur Startups, sondern auch “etablierte Wachstumsunternehmen” profitieren.
“Wachstum signifikant beschleunigen”
“Unsere Netzwerke, insbesondere unsere reichweitenstarken Portale bieten unseren Beteiligungsunternehmen wertvolle Erfahrungen für die eigene nationale und internationale Expansion und damit dem Management unserer Beteiligungsunternehmen eine weitere Basis, das Wachstum in ihren Unternehmen signifikant zu beschleunigen”, sagt Dommermuth. “Zudem bieten sich den jungen Unternehmen über unsere Online-Marketing-Marken AdLink Media, affilinet und Sedo hervorragende Möglichkeiten im Bereich Online-Werbung.”
Die Grundlage für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen EFF und UI ist das gemeinsame Investment in Bigpoint, einem Unternehmen für Browserspiele. Ende des vergangenen Jahres erwarb der börsennotierte Internet-Dienstleister im Rahmen einer Kapitalerhöhung 12,51 % an der profitablen Hamburger Firma. Die Samwer-Brüder stiegen einige Monate zuvor ein.
Anmerkung: Der European Founders Fund ist auch an deutsche-startups.de beteiligt.
Artikel zum Thema
* Die Beteiligungen des European Founders Fund im Überblick
* Die Beteiligungen von United Internet im Überblick
* “United Internet ist ein perfekter Partner” – Oliver Samwer vom EFF im Interview
* European Founders Fund und United Internet verbünden sich

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Kommentare
Hallo, leider kann ich mit dem Begriff Later-Stage-Investments nichts anfangen? Kann mir aus dem Zusammenhang zwar vorstellen, dass es etwas Investitionen zu tun hat, die später gemacht werden. Aber trotzdem wer kann mir den Begriff erklären???
Kommentar von Sonnensehnsucht 21. November 2007 @ 12:25wie heißt es doch so schön: die erste million ist immer die schwerste … :) spannend finde ich nur, dass aus gründerkreisen immer wieder extreme verärgerung über die samwerbrüder zu vernehmen ist.
wie sind eure erfahrungen? ist der european founders fund wirklich so schlecht wie sein ruf?
Kommentar von Alex Müller 21. November 2007 @ 12:30Wenn man die Liste der Damwer Investments ansieht und feststellt, dass über 50% der Investments wahrscheinlich in die Hose gehen, wüde ich vermuten dass die Stimmung dann doch etwas darunter leidet. Eben so wenn die Ehe in die Brüche geht. Das ist doch ganz normal..
Ansonsten würde ich sagen die Samwers sind einfach lage im Geschäft und können es einfach.. Von daher braucht sich niemand aufzuregen..
Kommentar von Daniel 21. November 2007 @ 12:35Hallo zusammen,
@Sonnensehnsucht
Die Entwicklungsphase eines Unternehmens wird in der Literatur in drei Phasen gesplittet. Earlystage (Seed-und Startup), Laterstage (erste Umstätze werden erzielt, konstantes Wachstum) und schlussendlich der IPO oder Tradesale (lange im Markt, profitabel). Sicherlich lassen sich die Begriffe noch detaillierter erklären. Ich denke, es genügt als erste Orientierung.
Gruß,
Kommentar von Benedikt 21. November 2007 @ 13:56Benedikt
Hallo Benedikt, vielen Dank für Deine Erklärung! das hilft mir schon mal sehr weiter :-)
Kommentar von Sonnensehnsucht 21. November 2007 @ 16:55@ alex. Bzgl. der Samwer-Brüder: Aus eigener Erfahrung kann ich jedem nur raten, sehr vorsichtig mit den Jungs zu sein. Ich habe den Fehler gemacht, mit denen zu sprechen und – welch Überraschung – einige Monate später haben die Jungs meine Idee 1:1 kopiert.
Da sich jedoch einige derer Investments nach meiner Einschätzung bei weitem nicht so entwickeln wie geplant, wäre es auch mal schön, wenn hier neben den ganzen euphorischen Meldungen bzgl. der Brüder auch mal deren Flopliste veröffentlicht werden würde. Ich weiss, dass dies nicht sehr einfach wird, nachdem die Jungs ja auch bei DS investiert sind – aber mal schaun, wieviele Rückgrat die Redakteure hier haben. Ansonsten wäre dies eine gute Gelegenheit für ein anderes Startup-Forum, sich zu positionieren.
Kommentar von Stefan 21. November 2007 @ 21:44Mir erschließt sich zu keiner Sekunde der Mehrwert für junge Unternehmen in bezug auf “…Zudem bieten sich den jungen Unternehmen über unsere Online-Marketing-Marken AdLink Media, affilinet und Sedo hervorragende Möglichkeiten im Bereich Online-Werbung…”
Run-of-Network mit CPL, CPO und CPC is ja auch was feines. *lol*
Kommentar von Mongo 22. November 2007 @ 08:53@ Stefan: “Bzgl. der Samwer-Brüder: Aus eigener Erfahrung kann ich jedem nur raten, sehr vorsichtig mit den Jungs zu sein. Ich habe den Fehler gemacht, mit denen zu sprechen und – welch Überraschung – einige Monate später haben die Jungs meine Idee 1:1 kopiert.”
würde gerne mehr darüber wissen – magst Du uns mitteilen, wie “deren” baby heißt ? wenn das stimmt, wäre das der oberhammer …
Kommentar von wizo 22. November 2007 @ 10:51nunja, dass ideen “kopiert” werden ist ja wohl keine seltenheit im startup geschäft… und ganz sicher kam das nicht nur bei den genannten personen vor…
aber darüber sollte man nachgedacht haben bevor man an diese personen herantritt.
Kommentar von hans 22. November 2007 @ 13:36@Stefan @Wizo
Erstmal muss gesagt werden:
- Idee ist längst nicht alles. UMSETZUNG entscheidet- und die ist ganz massiv abhängig von den Fähigkeiten des Teams. Wer beim Idealab war konnte das ganz eindrucksvoll beim Vergleich “Studylounge” vs. “studiVZ” sehen. Was ist da die Idee wert ? Ich mach ein Portal für Studierende, baue Facebook für Deutschland. Was ist die Idee wert? Unister, studylounge – reih Dich ein.
Start-up Finanzierung ist quasi eine Wette – da hilft es, wenn man dem Investor zeigen kann:
i) Meine Idee / Konzept konnte fähige Mitstreiter überzeugen
ii) Teamspirit ist gut (kenne Gründerteams die Brüder oder Cousins sind – prima!)
iii) wir verstehen den Markt, sind nah an der Zielgruppe, wollen uns ein Bein ausrissen und können die kritischen Fragen des Investors beantworten.
Alles was die Erfolgschancen der Wette verbessert führt eher dazu, daß EFF, Gadowskis, Jungs etc. dieser Welt sagen “Ja, gute Idee, die Punkte seh ich – aber macht Ihr doch das.”
Gute Ideen gibt es reichlich, fähig Teams/Gründer schon deutlich weniger – im Zweifelsfalls bastelt ein Investor selbst an einem Projekt und sucht sich ein Team, das dazu geeignet wäre! Im Umkehrschluss erklärt diese Sichtweise auch den hohen Anteil von WHU, HHL, etc. Gründungen. Als Investor willst Du gut ausgebildete Gründer, die nicht nach 6 Monaten 100 Stunden Woche sagen “Jetzt brauch ich aber auch mal Urlaub”. Die Signalwirkung eines schnellen, zielgerichteten Studiums mit hoher Arbeitsbelastung ist da sicherlich nicht zu unterschätzen.
- Andererseits habe ich auch von Fällen gehört, wo ein Businessplan an EFF ging und der Rückruf zwei Tage später kam: “Klingt gut, mach ich mit”. Allerdings war der Anrufende nicht der EFF, sondern ein anderer Angel Investor …
Bin auch sehr interessiert an dieser angeblichen “Idee Klau” Geschichte – vielleicht könnten wir über email darüber diskreter sprechen:
curious.cat@gmx.net
Kommentar von Curious Cat 22. November 2007 @ 14:03… naja, haben die Samwers schon jemals ein Unternehmen gehabt oder finanziert, das keine 1-zu-1 Kopie von etwas war??
Ich sag mal, jeder ist selbst schuld, der Ideen oder Businessplan an die sendet, bevor er an die Presse geht.
Alex
Kommentar von Alex 23. November 2007 @ 09:37@ curious + wizo: Vielen Dank für Eure Antworten. Ich hoffe, dass Ihr Verständnis dafür habt, das ich hier das konkrete Unternehmen nicht öffentlich nennen möchte.
Aber Ihr könnte mir glauben, dass wir wirklich extrem überrascht waren, als wir von verschiedenen Marktteilnehmern ca. 6 Monaten nach den Gesprächen mit Samwers darüber informiert wurden, dass eine sehr deutliche Kopie unserer Website gelauncht wird – mit einem WHU Absolventen als GF und anscheinend durch die Samwers finanziert.
Noch eine Anmerkung: Mein Post von vorgestern sollte nicht die Arbeit der Samwers schlecht machen. Ich möchte nur jedem empfehlen, vorsichtig mit der Präsentation von Ideen und Zahlen zu sein – dies gilt aber wohl für den Umgang mit einer Vielzahl von VCs. Schliesslich weiss jeder, dass ein NDA in Deutschland nahezu wertlos ist.
Kommentar von s. 23. November 2007 @ 19:17@ Alex: schon mal etwas von Jamba gehört?
Kommentar von Christian Weiss 25. November 2007 @ 22:43