#Interview

„Der erste Kontakt entstand über gemeinsame Freunde“

Das 2022 gegründete Berliner HR-Startup Empion gehört nun zum spanischen Scaleup Factorial. Im Interview mit uns spricht Gründerin Annika von Mutius über die Gründe für den Verkauf an den Personio-Herausforderer, die Zukunft von Empion und ihre neue Rolle bei Factorial.
„Der erste Kontakt entstand über gemeinsame Freunde“
Montag, 7. September 2026VonAlexander

Das Berliner HR-Startup Empion, 2022 von Annika von Mutius und Larissa Leitner gegründet, wanderte vor wenigen Tagen unter das Dach des spanischen HR-Scaleups Factorial.

„Durch die Akquisition kommen mehrere Millionen US-Dollar an jährlich wiederkehrendem Umsatz (ARR) bei Factorial hinzu, was ein Beleg für die finanzielle Bedeutung des Deals neben seinem strategischen Wert ist“, teilten die Unternehmen zur Übernahme mit. In den kommenden Wochen und Monaten soll „Empion vollständig in Factorial integriert“ werden.

Empion bringt seit mehrere Jahren Unternehmen und passende Talente mithilfe von KI zusammen. Dabei berücksichtigt die Plattform neben Fähigkeiten und Persönlichkeit auch die Unternehmenskultur und persönliche Werte. In den vergangenen Jahren flossen rund 8 Millionen Euro in Empion – unter anderem von Cavalry Ventures, VR Ventures und Basinghall Partners.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Empion-Gründerin Annika von Mutius einmal ausführlich über die Übernahme.

Empion wandert unter das Dach von Factorial. Wie geht es nun konkret weiter? 
Für unsere bestehenden Kunden ändert sich nichts: Produkterlebnis, Verfügbarkeit der Services und bestehende Verträge bleiben von der Übernahme unberührt. Schrittweise werden wir Empion vollständig in Factorial integrieren, so dass unsere Kunden künftig den gesamten Talent Lifecycle – vom Recruiting über Performance-Management bis hin zu Employee Engagement – in einer Plattform steuern können. Unsere KI-Systeme und die zugrunde liegende Technologie in die Plattform werden also überführt.

Warum habt ihr euch für einen Verkauf entschieden, statt Empion eigenständig weiter aufzubauen? 
Der Zusammenschluss mit Factorial macht die zugrunde liegende Forschung und Methodik einer deutlich breiteren Unternehmenslandschaft in Deutschland und weit darüber hinaus in Europa zugänglich. Gemeinsam verfolgen wir den Anspruch, zum europäischen KI Champion zu werden. Assessments für Bewerber und Mitarbeiter sind für mich dabei erst der Auftakt zu einer weitreichenden Transformation der Arbeitswelt durch künstliche Intelligenz, die wir nun mit vereinten Kräften maßgeblich mitgestalten.

Wie seid ihr überhaupt mit Factorial in Kontakt gekommen – und wann wurde daraus eine konkrete Übernahme? 
Der erste Kontakt entstand über gemeinsame Freunde, aus einem zufälligen Zusammentreffen heraus. Im darauf folgenden fachlichen Austausch zeigte sich jedoch schnell, wie präzise die Produkte zueinander passen. Aus diesen Gemeinsamkeiten entwickelte sich der Austausch mit der Zeit organisch zu konkreten Gesprächen und schließlich zu einer Übernahme.

Du bleibst an Bord und wechselst ins Leadership-Team von Factorial. Wie sieht deine Rolle künftig aus? 
Mein Fokus liegt künftig auf der KI-Entwicklung, konkret im Bereich Talent Assessment. Also ganz entsprechend meiner fachlichen Expertise. Diese inhaltliche Kontinuität erlaubt mir, die bei Empion entwickelte Methodik direkt in die Weiterentwicklung der Factorial-Plattform einzubringen. So bleibt die fachliche Substanz unserer Arbeit erhalten, während sich zugleich neue Gestaltungsräume in einem größeren europäischen Kontext eröffnen.

Factorial übernimmt nicht nur eure Technologie, sondern auch das gesamte Team. Was war dir bei der Übernahme besonders wichtig? 
Entscheidend war für mich zunächst der kulturelle Fit zwischen beiden Unternehmen sowie die Übereinstimmung der Ambitionen, europäische Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität zu erlangen. Ebenso zentral war der Anspruch an KI-Forschung und Forschungstransfer, der Empion von Beginn an prägte. Der gemeinsame Aufbau eines europäischen KI-Champions fügt sich damit nahtlos in unsere eigenen Werte ein. Zudem verstand ich mich von Beginn an auch persönlich sehr gut mit Jordi und Bernat – eine Verbindung, die sich mittlerweile im gesamten Team widerspiegelt. Entsprechend groß ist auch die Vorfreude!

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Foto (oben): Empion

Alexander

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.