#Interview So trotzt das Travel-Startup Animod der Corona-Krise

"Zum Höhepunkt hatten wir 80 % weniger Umsatz. Es geht jedoch mit jeder Woche aufwärts. Aktuell sind wir nur noch bei 40 % weniger. Unsere Erwartung ist, dass wir in Kürze nur noch bei 20 % weniger sein werden", sagt Fabian Schaaf-Mehta, Gründer von Animod.
So trotzt das Travel-Startup Animod der Corona-Krise

Seit 2001 verkauft das Unternehmen Animod Kurzreisen als Hotelgutscheine. “Zunächst als Ebay-Shop gestartet, haben wir bei Animod über die Jahre mehr und mehr Kunden über eigene Vertriebskanäle aufgebaut und wachsen jetzt auch durch starke Partnerschaften wie zum Beispiel mit Netto oder der Madsack-Verlagsgruppe. Insofern sind wir nicht von Google oder anderen Plattformen abhängig”, sagt Gründer Fabian Schaaf-Mehta.

Die Corona-Krise traf das Travel-Startup zunächst schwer. “Zum Höhepunkt hatten wir 80 % weniger Umsatz”, berichtet der Travel-Gründer. Inzwischen ist die Lage bei Animod aber wieder deutlich besser. “Es geht mit jeder Woche aufwärts. Aktuell sind wir nur noch bei 40 % weniger. Unsere Erwartung ist, dass wir in Kürze nur noch bei 20 % weniger sein werden.” Die Gründer dafür liegen auf der Hand: “Das liegt vor allem daran, dass Urlaub im Ausland so schnell nicht möglich sein wird und wir eine große Auswahl an günstigen Kurzreisen für Deutschland haben”.

Zuletzt beschäftigte das Reise-Startup 30 Mitarbeiter und verkaufte seit dem Start über 2 Millionen Kurzreisen. Das Ziel der Rheinländer ist nun, trotz Corona-Krise zu wachsen – zumindest einmal bei der Zahl der Mitarbeiter. Aber auch den Umsatz hat Schaaf-Mehta weiter im Blick: “Wir sprechen bereits jetzt mit vielen Hotels, um diesen wieder schnell zu mehr Umsatz zu verhelfen und Kunden attraktive Angebote für das Reisen zu bieten”.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Animod-Macher außerdem über Videokonferenzen, Urlaub im Ausland und Reisebeschränkungen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Animod erklären?
Animod bietet sehr günstige Kurzreisen als Hotelgutscheine. So kannst Du preiswert Kurzurlaub machen, vor allem in Deutschland wo wir Hunderte Hotels haben – vom inhabergeführten Hotel bis zu großen Markenhotels von Hilton, Radisson oder Le Méridien. Die Hotelgutscheine von Animod sind zudem praktisch, da bis zu 3 Jahren einlösbar und sicher dank Gutscheinschutz.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Wir haben das Konzept der Hotelgutscheine vor allem für Kunden als auch Hotels weiterentwickelt, so dass diese leichter einlösbar und sicherer sind. Insofern verstehen wir uns auch als Technologiefirma, die ein Reiseprodukt bietet, welches in dieser Form einzigartig ist.

Die Corona-Krise trifft die Startup-Szene – insbesondere die Travel-Firmen – derzeit hart. Wie und in welcher Form spürt ihr die Auswirkungen?
Zum Höhepunkt hatten wir 80 % weniger Umsatz. Es geht jedoch mit jeder Woche aufwärts. Aktuell sind wir nur noch bei 40 % weniger. Unsere Erwartung ist, dass wir in Kürze nur noch bei 20 % weniger sein werden. Das liegt vor allem daran, dass Urlaub im Ausland so schnell nicht möglich sein wird und wir eine große Auswahl an günstigen Kurzreisen für Deutschland haben.

Welche langfristigen Auswirkungen erwartest du für Animod?
Wir werden mehr Nachfrage sowohl auf Hotel- als auch Kundenseite sehen. Zum einen merken viele Unternehmen durch die Corona-Krise, dass Videokonferenzen sehr praktisch sind und werden Geschäftsreisen zurückfahren. Das wird zu weniger Geschäftskunden in Hotels führen und mehr Angeboten für Privatkunden. Zum anderen werden viele Kunden zukünftig mehr in Deutschland reisen, da es Reisebeschränkungen für das Ausland gibt und vielleicht auch das Reisebudget durch Corona kleiner geworden ist. Hier haben wir dann die passenden Angebote.

Wie genau bereitet ihr euch auf die Zeit nach der Corona-Pandemie vor?
Wir sprechen bereits jetzt mit vielen Hotels, um diesen wieder schnell zu mehr Umsatz zu verhelfen und Kunden attraktive Angebote für das Reisen zu bieten.

Wie hat sich Animod seit der Gründung entwickelt?
Zunächst als Ebay-Shop gestartet, haben wir bei Animod über die Jahre mehr und mehr Kunden über eigene Vertriebskanäle aufgebaut und wachsen jetzt auch durch starke Partnerschaften wie zum Beispiel mit Netto oder der Madsack-Verlagsgruppe. Insofern sind wir nicht von Google oder anderen Plattformen abhängig.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Animod inzwischen?
Wir sind jetzt 30 Mitarbeiter, 2 Hunde haben bisher über 2 Millionen Kurzreisen verkauft. Der Umsatz pro Jahr liegt bei 20 Millionen Euro.

Wo steht Animod in einem Jahr?
Trotz Corona weiter gewachsen und mit mindestens 10 weiteren Mitarbeitern, die wir aktuell vor allem im Key-Account, Online-Marketing und der IT suchen.

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.