#Interview Bäder-Startup Banovo – 90 Mitarbeiter – peilt 12 Millionen Umsatz an

"Wir haben diesen Sommer unser 1.000stes Bad saniert. Allein in 2019 werden es rund 600 Bäder sein. Das bedeutet einen Umsatz von 12 Millionen Euro. Das ganze stemmen wir mit 90 Mitarbeitern", sagt Mareike Wächter, Gründerin vom Banovo.
Bäder-Startup Banovo – 90 Mitarbeiter – peilt 12 Millionen Umsatz an

Das Münchner Startup Banovo positioniert sich als “Badsanierer für Privatkunden”. Das Konzept umfasst alles – “von der Experten-Planung, über die fachgerechte Ausführung bis zum schlüsselfertigen Bad”. Wenige Jahre nach dem Start sanierte das junge Unternehmen bereits 1.000 Bäder. “Es ist in unserer Branche unseres Wissens noch nie vorgekommen, dass ein neuer Anbieter in nur vier Jahren nach Gründung deutschlandweit 1.000 Bäder für Privatkunden baut. Wir sehen diese Marke allerdings nur als einen Zwischenschritt”, sagt Mareike Wächter, die das Handwerker-Startup gemeinsam mit Michael Dreimann führt.

In diesem Jahr peilt der Badsanierer, der unter anderem vom HW Capital, WenVest, DQuadrat Equity Partner, Apollocapital und Felix Jahn unterstützt wird, einen Umsatz in Höhe von 12 Millionen Euro an. “Das ganze stemmen wir mit 90 Mitarbeitern, die alle sehr flexibel in Voll- oder Teilzeit in unseren Büros zum Beispiel in München und Berlin oder auch in ganz Deutschland verteilt von zu Hause aus arbeiten”, sagt Wächter. Im Interview mit deutsche-startups.de erzählt sich außerdem über Einkaufskonditionen, Verantwortung und Qualitätsstandards.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Banovo erklären?
Wenn dir dein altes Badezimmer nicht mehr gefällt, es nicht mehr richtig funktionstüchtig oder einfach veraltet ist, dann muss es renoviert werden. Das ist allerdings ziemlich kompliziert, weil man dazu verschiedene Handwerker und Experten braucht und es unfassbar viele verschiedene Arten von Waschbecken, Toiletten, Armaturen usw. gibt. Als Laie kennt man sich damit kaum aus. Dafür gibt es Banovo. Wir kümmern uns um deine komplette Badsanierung: Von der Planung, wie das neue Bad aussehen soll, welche Produkte zu deinen Anforderungen und Bedürfnissen passen. Bis hin zur Umsetzung, wo ein Bauleiter vor Ort sich um alle Handwerker kümmert und darauf achtet, dass alles glatt läuft. So musst du dich selber um nichts kümmern und darfst alles entspannt den Profis überlassen. Und die komplette Badsanierung bekommst du auch noch zu einem echt guten Festpreis. Das heißt, du weißt von Anfang an nicht nur wie dein neues Bad aussehen wird, sondern auch was es kostet, es gibt keine bösen Überraschungen. Die Badplanung machen wir übrigens über das Internet. Und viele digitale Tools machen unsere Prozesse schnell und praktisch und damit für dich als Kunden viel bequemer.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Das Prinzip von der Onlineplanung und der Umsetzung vor Ort ist von Anfang an gleich. Unsere ersten drei Kunden mussten allerdings noch zwei Verträge abschließen – einen mit uns und einem mit dem Handwerkspartner. Das haben wir aber sehr schnell geändert – zum Einen, damit der Kunde einen Vertragspartner hat, der sich um alles kümmert – von der Planung, über die Ware bis zu allen Gewerken wie Installateur, Fliesenleger, Elektriker, Maler oder Schreiner. Und zum anderen auch, damit wir die Qualität der Prozesskette von vorne bis hinten komplett selbst im Griff haben. Am meisten hat sich aber hinter den Kulissen geändert: Unsere inhouse entwickelte Software hat unsere Prozesse stetig verbessert, wir haben mit jedem Bad mehr Erfahrung gesammelt, Einkaufskonditionen verbessert und den ganzen Ablauf immer weiter optimiert. Für den Kunden fühlt sich die ganze Badsanierung mit Banovo inzwischen sicher noch einfacher, bequemer, professioneller an als noch vor 3 Jahren. Dafür haben wir intern hart gearbeitet und tun es immer noch.

Wie funktioniert denn euer Geschäftsmodell?
Wir sind ein deutschlandweit tätiger Komplettbadsanierer, der durch digitale Unterstützung entlang der gesamten Prozesskette dem Kunden deutliche Vorteile bieten kann. Das heißt konkret: Der Kunde bekommt bei uns seine Badsanierung aus einer Hand, von der kompetenten Beratung und 3D-Badplanung, die er bequem von zu Hause aus machen kann, bis zur Umsetzung aus einer Hand mit Bauleiter vor Ort und einem verlässlichen und transparenten Festpreis. Das spart unseren Kunden Zeit, Nerven und auch Geld. Intern setzen wir dabei auf eine digitale Unterstützung entlang der gesamten Prozesskette von der Kundenakquisition bis zur Abnahme. Durch die ständige Weiterentwicklung unserer Software können wir nicht nur die Qualität der Planungs-, Bauvorbereitungs- und Ausführungsprozesse optimieren, sondern auch Effizienzen heben und in ganz Deutschland die gleich hohe Qualität abliefern.

Wie genau hat sich Banovo seit der Gründung entwickelt?
Gestartet sind wir mit unserem Angebot in München und haben es dann über die letzten Jahre deutschlandweit ausgerollt. Es ist in unserer Branche unseres Wissens noch nie vorgekommen, dass ein neuer Anbieter in nur vier Jahren nach Gründung deutschlandweit 1.000 Bäder für Privatkunden baut – und das trotz des momentanen Fachkräftemangels. Wir sehen diese Marke allerdings nur als einen Zwischenschritt für Banovo, denn wir glauben fest daran, mit unseren digitalisierten, effizienten Prozessen weiterwachsen und irgendwann in der Zukunft auch 10.000 Bäder bauen zu können. Was uns dabei aber ganz wichtig ist: Jedes Bad ist individuell und wird einzeln mit den Kunden nach seinen Bedürfnissen geplant. Ein Bad von der Stange wird’s bei uns auch mit 10.000 Bädern pro Jahr nicht geben.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Banovo inzwischen?
Wir haben diesen Sommer unser 1.000stes Bad saniert. Allein in 2019 werden es rund 600 Bäder sein. Das bedeutet einen Umsatz von 12 Millionen Euro. Das ganze stemmen wir mit 90 Mitarbeitern, die alle sehr flexibel in Voll- oder Teilzeit in unseren Büros zum Beispiel in München und Berlin oder auch in ganz Deutschland verteilt von zu Hause aus arbeiten.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Es ist für Gründer wichtig, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, wann man ein sehr gutes Managementteam am Start haben muss. Tendenziell ist man als Gründer eher zu spät dran, das heißt. man tendiert dazu, alles selber machen zu wollen. Es ist auch uns erstmal schwer gefallen, Verantwortung abzugeben. Einzusehen, dass man nicht alles selber machen kann und muss. Wenn das Team aber nicht dasteht, können auch die Leistung und die erwarteten Zahlen nicht erbracht werden. Wenn man das zu spät bemerkt, muss man auf einmal sehr schnell, sehr viele gute neue Mitarbeiter finden. Und das ist dann extrem schwierig. Die Qualität des Recruitings ist also gerade für Startups enorm wichtig, von Anfang an. Das würden wir Gründern heute aus unserer Erfahrung auf jeden Fall mitgeben.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
Sehr gut hat das „Ausrollen“ unseres Angebots in neue Städte und Regionen funktioniert. Wir kommen ja aus München und sind hier mit den ersten Badsanierungen gestartet, haben hier unser erstes Netzwerk aufgebaut. Wir haben es geschafft – was einige Beobachter anfangs bezweifelt haben – mit dem gleichen hohen Qualitätsstandard in Köln, Hamburg oder Berlin an den Markt zu gehen. Dabei waren unsere digitalen Prozesse sehr hilfreich, zentrale Geschäfte dezentral umzusetzen. Diese digital unterstützten Prozesse ist auch das Thema, was uns täglich beschäftigt und an deren kontinuierlichen Verbesserung wir jede Minute arbeiten.

Wo steht Banovo in einem Jahr?
Für 2020 gehen wir von einem Wachstum von 70 % oder mehr aus. Wir wollen als Deutschlands großer Badsanierer deutlich wahrgenommen werden.

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Foto (oben): Banovo

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.