#Interview “In den ersten zwei Jahren waren wir ständig ausverkauft”

Das Düsseldorfer Startup Emmie Gray verkauft sogenannte Infinity Rosen, Und zwar mit Erfolg! "Momentan ist ein Team von 35 Mitarbeitern mit dem Arrangieren, Verpacken und Versenden beschäftigt. In diesem Jahr wird die Umsatzmarke von zehn Millionen geknackt", sagt Gründer Paolo Oliva.
“In den ersten zwei Jahren waren wir ständig ausverkauft”

Einige junge Unternehmen setzen seit etlichen Jahren konsequent auf den Verkauf von sogenannten Infinity Rosen – darunter auch Emmie Gray aus Düsseldorf. “Zum Start lag unser Fokus etwas stärker auf den unbehandelten Frischrosen mit der üblichen Haltbarkeit von circa einer Woche, da die Infinity Rosen doch etwas teurer sind als normale Frischrosen. Schon innerhalb weniger Wochen haben wir aber gemerkt, wie beliebt unsere Infinity Rosen sind und dass unsere Kunden verstehen, dass sie nicht nur toll aussehen, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft sind”, sagt Paolo Oliva, der das Startup seit 2016 mit Sarah Zergaw führt. In diesem Jahr peilt das Flower-Startup einen Umatz von 10 Millionen Euro an. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Mitgründer Oliva über Dynamik, Weihnachten und Design-Liebhaber.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Emmie Gray erklären?
Ich würde ihr sagen, dass wir den klassischen Blumenstrauß zu einem innovativen Designobjekt weiter entwickelt haben und wir es möglich gemacht haben, dass ihre geliebten Rosen nun ein bis drei Jahre halten – ohne besondere Pflege. Dies passiert in Form eines aufwendigen Verfahrens, bei dem die natürliche Rose zum Zeitpunkt ihrer schönsten Blüte konserviert wird.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Zum Start lag unser Fokus etwas stärker auf den unbehandelten Frischrosen mit der üblichen Haltbarkeit von circa einer Woche, da die Infinity Rosen doch etwas teurer sind als normale Frischrosen. Schon innerhalb weniger Wochen haben wir aber gemerkt, wie beliebt unsere Infinity Rosen sind und dass unsere Kunden verstehen, dass sie nicht nur toll aussehen, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft sind. Jede Woche Frischrosen kaufen ist eben deutlich teurer als in ein Infinity Arrangement zu investieren. Neben Rosen bieten wir mittlerweile auch haltbare Nelken und andere konservierte Blumen an. Zudem haben wir unser Sortiment um Duftkerzen erweitert, die einzeln und im Set mit Rosen erhältlich sind. Künftig wird Emmie Gray noch viele weitere Accessoires anbieten, die das heimischen Interieur verschönern.

Wie funktioniert denn euer Geschäftsmodell?
Wir wurden gleich zu Beginn von der unmittelbar einsetzenden Dynamik überrollt. Obwohl unser Shop noch gar nicht online war, machten uns die boomenden Aktivitäten von Influencern und der Instagram-Community praktisch ohne jede eigene Werbung über Nacht bekannt. Auch heute noch verlinken Frauen ihre Männer unter unseren Postings, die sich eine Box von Emmie Gray wünschen. Auch unsere Geschäftskunden sind bisher allesamt auf uns zugekommen, so dass wir hier noch ein enormes Potenzial sehen.

Wie genau hat sich Emmie Gray seit der Gründung entwickelt?
Wir sind seit dem ersten Tag organisch gewachsen und haben den Umsatz jährlich verdoppelt und sind dabei profitabel. Wir sind 2016 auf knapp 50 Quadratmetern gestartet und unsere Manufaktur in Düsseldorf befindet sich aktuell auf einer 1.200 Quadratmetern wieder. Mit der Erweiterung des Sortiments bieten wir mittlerweile über 10.000 verschiedene Varianten unserer Roseboxes an.
Zu einem interessanten Geschäftszweig entwickelten sich individuelle Anfertigungen für Großkunden. Dabei werden die Boxen mit Firmennamen oder Logo gebrandet. Diesen Service nutzen Unternehmen aus der Automobilbranche wie Porsche und Mercedes oder Kosmetikfirmen.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Emmie Gray inzwischen?
Momentan ist ein Team von 35 Mitarbeitern mit dem Arrangieren, Verpacken und Versenden beschäftigt, in Stoßzeiten wie Weihnachten und Valentinstag sind es bis zu 70. In diesem Jahr wird die Umsatzmarke von zehn Millionen geknackt.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Richtig schief gegangen ist zum Glück nichts. Hätten wir in die Glaskugel schauen können, hätten wir natürlich von Beginn an viel mehr Ware eingekauft, da wir in den ersten zwei Jahren ständig ausverkauft waren und die hohe Nachfrage gar nicht richtig bedienen konnten.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
Wir hatten großes Glück, dass unsere Produkte von Beginn an sehr gut am Markt angenommen wurden und der Umsatz seit dem ersten Tag stetig wächst. Dabei die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und jeden Tag mit dem gesamten Team daran zu arbeiten, diese zu erreichen, ist eine unserer Stärken.

Wo steht Emmie Gray in einem Jahr?
Ganz oben auf der Einkaufsliste aller Design-Liebhaber, wenn es darum geht, das nächste Interior Piece für das Wohnzimmer zu finden. Was immer auf dem Sideboard, im Regal oder auf dem Esstisch dekorativ ins Auge fällt, sollte irgendwann bei Emmie Gray abrufbar sein.

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Foto (oben): Emmie Gray

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.