#Umfrage Über 50 Gründer-Wünsche für den Standort Köln

In den vergangenen Monaten haben wir zahlreiche Gründerinnen und Gründer ganz gezielt nach ihren Wünschen für den umtriebigen Startup-Standort Köln gefragt. Herausgekommen sind über 50 Gründer-Wünsche, die wir hier gebündelt veröffentlichen.
Über 50 Gründer-Wünsche für den Standort Köln

In Köln gibt es schon lange eine umtriebige Startup-Szene. In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir zahlreiche Gründerinnen und Gründer aus der Domstadt zum Standort-Interview gebeten. Dabei ging es jedesmal auch darum, was sich die aufstrebenden und erfolgreichen Colognepreneure für den Startup-Standort Köln wünschen. All diese spannenden und interessanten Antworten veröffentlichen wir an dieser Stelle einmal gebündelt, als eine Art Wunschliste für den Startup-Standort Köln.

Erstens: Mehr Veranstaltungen, um B2B-Startups mit Unternehmen aus dem Umland zu verknüpfen. Zweitens: Zugang zu bezahlbaren und zentralen Wohn-und Büroflächen. Drittens: Ein schnelleres und besser verbundenes Bus-und Bahnnetz.
Lucas Scherer, sourc-e

Erstens: Mehr Veranstaltungen. Zweitens: Mehr gute Office-Fläche. Drittes: E-Scooter Sharing.
Ayk Odabasyan, Appmatics

Erstens: Die Code University – es war schon ein schwerer Schlag von Tom Bachem, dass er mit dem Projekt seiner Heimat den Rücken gekehrt hat. Aber wir haben gute Unis. Zweitens: Mehr Aufmerksamkeit der bekannteren VCs, die noch zu sehr den Berlin-Hype zelebrieren, auch wenn der Pirate Summit das verbessert hat – das wünsche ich mir vor allem für Startups in der Frühphase. Drittens: Mehr E-Tankstellen und eine vernünftige Abfallentsorgung. Es ist Zeit.
Axel Schmiegelow, itravel

Erstens: Dass mehr Leute an sich glauben und mit ihrer Idee durchstarten. Zweitens: Dass nachhaltige Ideen mehr gefördert werden. Drittens: Dass Köln sich weiterhin entwickelt wie in den letzten Jahren.
Mauro Nucaro, okäse

Wir haben bei eyeo Mitarbeiter aus über 30 Ländern, für uns ist der internationale Fokus ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor. Daher würde ich mir wünschen, dass es die Stadt Köln Menschen ohne gute Deutschkenntnisse im Alltag und zum Beispiel bei Behördengängen leichter macht. Darüber hinaus wünsche ich mir mehr Ausbildung für Software-Entwickler und die Umsetzung zukunftsorientierter Mobilitätskonzepte. Die Stadt verschwendet unfassbar viel Raum für parkende Autos, mehr Mut zum Wandel hätte eine starke Signalwirkung.
Till Faida, eyeo

Wir haben tatsächlich gar nicht so viele offene Wünsche. Vor allem würden wir uns ein deutlich größeres Angebot an flexiblem, zentralem und bezahlbarem Büroraum wünschen.
Sten Nahrgang, mailo

Was ich mir für den Standort wünschen würde, wäre mehr Kooperation zwischen den umliegenden Städten: Bonn, Düsseldorf und Aachen. Es geht meiner Ansicht nach weniger um das Schaffen einer Gründermetropole wie Köln oder Düsseldorf, sondern um eine erfolgreiche Gründerregion. Der zweite Wunsch dürfte bei vielen Gründern auf der Liste stehen: besser verfügbares Kapital. Und zu guter Letzt wäre es großartig, wenn sich unsere Universitäten auch weiterhin dafür einsetzen, die Zusammenarbeit mit jungen Unternehmen auszubauen und damit die Gründerszene zu unterstützen.
Henrik Hasenkamp, gridscale

Noch mehr Sichtbarkeit in Deutschland, eine bessere Netzabdeckung auf den Bahnstrecken und Autobahnen und eine Berglandschaft vor der Haustüre.
Charlotte Binder, isaac

Mehr Elektro-Tankstellen in den Tiefgaragen und Parkhäusern. Die unverschämten KVB-Preise und schlechte Taktung könnte man mal überarbeiten. Und zu guter letzt würde ich mir mehr Coworking-Spaces in der Innenstadt wünschen.
Rafael Laguna, Open-Xchange

Die Investmentstruktur ist noch eine andere als in Berlin. Ich denke vor allem im Tech-Sektor kommen die Startups derzeit noch nicht um Berlin herum. Wollen Sie schnell wachsen brauchen sie große risikobereite Investoren. Wir kommen mit unseren Produkten zur Zahnzwischenraumpflege aus einem ganz anderen Bereich, aber ich denke, dass sich diese Szene sehr auf Berlin konzentriert.
Louis Bahlmann, Wingbrush

Ein echtes Problem sind die fehlenden bezahlbaren Flächen, um ansprechende Büros in gut erreichbaren und für junge Talente beliebte Veedel – für Nicht-Kölner: Stadtteile – zu errichten – hier wünsche ich mir mehr Einsatz von politischer Seite. Ich glaube, unserer Stadt wäre durch bezahlbare Büroflächen in hippen Ecken mehr geholfen als dass dies durch die extrem hohen Preise fast ausschließlich Konzernen ermöglicht wird.
Ernesto Garnier, Einhundert Energie

Noch mehr Hubs, wie den Startplatz, das Clusterhaus und The Ship, die in der Startup Szene wirklich was bewegen und ein erster Anlaufpunkt sind. Noch mehr VCs – auch wenn Jojo und Capnamic die Kölner Fahne hier schon sehr hoch halten. Und beim letzten Punkt lehne ich mich etwas aus dem Fenster: Wir stellen mittlerweile auch Entwickler aus Pakistan und Canada ein. Ein noch besserer Prozess im Bezug auf Arbeitsvisa und eventuell Deutschkurse. Wobei ich ehrlich gestehen muss, dass ich nicht tief genug im aktuellen Prozess drin stecke.
Benjamin Roos, Studitemps

Erstens: Bessere Vernetzung mit umliegenden Unternehmen. Zweitens: Mehr subventionierte Büroräume für Startups. Drittens: Mehr Beratungs- und Mentorenprogramme für Gründer.
Ruben List, flexini

Die bürokratischen Hürden bei der Gründung eines Unternehmens sind immer noch zu hoch, aber das ist in anderen Städten vermutlich genauso wie in Köln. Wie viel Zeit wir zu Beginn mit Notar, Gewerbeanmeldung oder einfach der Eröffnung eines Geschäftskontos verbracht haben, ist geradezu absurd.
Anne Buch, EchtPost

Ich wünsche mir, dass der Startup-Standort Köln an Relevanz gewinnt. Die Herzlichkeit der Kölner kann die Startup-Szene bereichern. Es geht nicht nur um Optimieren und Skalieren. Im Zeitalter von KI und Automatisierungen gewinnen Emotionen und Bindung immer mehr an Wert. Das darf man sich gerne bei den Kölnern abgucken.
Çagla Mothes, Shape World

Erstens: Mehr erschwingliche und flexible Büroflächen. Als Startup einen 3- oder 5-jährigen Mietvertrag einzugehen ist nicht wirklich optimal. Zweitens: Mehr Unterstützung nach der frühen Phase gerade was bei der Suche/Vermittlung von Büroflächen angeht oder der Wachstumsfinanzierung. Drittens: Bessere Vernetzung von Startups die die Startphase überwunden haben und bereits Traction haben.
Jona Neuber, furryfit

Ich würde mir wünschen, dass sich die Stadt für eine adäquate Anzahl an neuen, flexiblen Bürolösungen sorgt: Mit Größen zwischen 200 und 1.000 Quadratmetern, variablen Mietzeiträumen und vielfältigen Modellen, die die sehr unterschiedlichen Bedürfnisse von jungen Unternehmen berücksichtigen. Zudem wünsche ich mir eine zentrale Anlaufstelle für neue, internationale Arbeitnehmer. Eine große Baustelle in Köln ist für mich außerdem die Mobilität, die der urbanen Fortbewegung der Zukunft weit hinterherhinkt. Wir brauchen ein neues, innovatives Konzept, das insbesondere Fahrradfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer betrachtet. Dies muss von starken baulichen Veränderungen für eigene Fahrradspuren oder Radschnellwegen begleitet werden. Am Beispiel von Vorreitern wie Kopenhagen, Rotterdam oder London sehen Sie, dass dies tatsächlich für mehr Radverkehr sorgt. So wird nicht nur der Klimaschutz vorangetrieben, sondern auch die urbane Lebensqualität verbessert.
Ralph Hünermann, odoscope

Erstens: Noch mehr Startups – Köln hat viele Startups mit enormem Potential, quantitativ muss – und wird – hier aber in den nächsten Jahren noch einiges kommen. Zweitens: Mehr Business Angels und kleine VCs – gerade in frühen Phasen ist es momentan nicht einfach, Geld zu bekommen. Drittens: Mehr Übersicht über alle Startups – hier gibt es schon erste Ansätze etwa mit CologneBay, aber da geht noch was.
Florian Petri, Kernwerk

Meine Wünsche sind nicht neu, aber sie beschäftigen junge Unternehmen nicht nur in Köln immer wieder. Erstens: Mehr Aufmerksamkeit in den lokalen Medien für Themen rund um Startups. Zweitens: Eine höhere Verfügbarkeit bezahlbarer Büroflächen. Drittens: Noch bessere Verknüpfung/Vernetzung zwischen etablierten Unternehmen und Startups.
Markus Haas, fonial

Erstens: Mehr Wirtschaftsförderung durch die Stadt. Zweitens: Mehr Kapital, mehr Investoren mit Sitz in Köln. Drittens:Weniger Baustellen, der Innenstadt-Verkehr ist der Horror, weswegen alle Mitarbeiter ein Jobticket für den öffentlichen Verkehr haben.
Robert Kronekker, Hafervoll

In Summe können Köln und das gesamte Rheinland selbstbewusster mit der Startup-Szene umgehen. Das betrifft natürlich die Gründer, aber auch Mitarbeiter, Industrie und Politik. Wenn alle Mut und Ausdauer haben, Neues auszuprobieren, werden viele Wünsche in Erfüllung gehen.
Stefan Göke, Gokixx

Zunächst einmal würde ich mir wünschen, dass die Stadt Köln aktiv in den Austausch mit Startups tritt, ihre Anliegen endlich ernst nimmt und enger mit ihnen zusammenarbeitet. Es werden nämlich keine neuen Pharma-Konzerne rund um Köln entstehen und auch keine weiteren Automobilhersteller wie Ford hierher ziehen. Die neuen Wirtschaftstreiber werden in Zukunft nicht mehr in den alteingesessenen Industrien, sondern fast ausschließlich im Technologiesektor zu Hause sein. Bei der Stadt Köln herrscht meiner Meinung nach einfach eine zu starke Verwaltungs- und keine Gestaltungs-Mentalität. Mein Wunsch wäre daher, dass die Politik es Menschen aus Startups ermöglicht, aktiv mitzureden, wenn es um Entscheidungen für die Startup-Szene geht und dass basierend darauf gemeinsame Aktionen durchgeführt werden. Sonst wird Köln ewig im Schatten der anderen deutschen Großstädte stehen. Mein dritter Wunsch wäre eine intensive Förderung durch die Stadt Köln. Konkret denke ich dabei an Förderungen bei der Anmietung von Büroflächen, Vergünstigungen für notwendige Infrastrukturen und an eine Plattform, durch die ein intensiver Austausch zwischen der hier ansässigen Industrie und den Startups möglich wird. Die Kölner Verwaltung schläft da einfach total und schafft es nicht, Anreize zu setzen, um lokale Startups zu unterstützen und um internationale Tech-Unternehmen nach Köln zu locken. Ich persönlich fände es wirklich schade, wenn Köln den richtigen Zeitpunkt verpasst, zu einem bedeutenden Knotenpunkt für Startups zu werden. Denn es ist absolut nicht gerechtfertigt, dass diese Stadt bei der Wahl des Standorts gegenüber Hamburg, München und Berlin immer den Kürzeren zieht.
Timoor Taufig, Userlike

Tipp: Kennt ihr schon unseren Startup Guide Köln, unseren Wegweiser durch die Gründerstadt Köln? Der listet wirklich alles auf, was man als Gründerin oder Gründer über die Startup-Stadt am Rhein wissen muss. Hier entlang zum Startup Guide Köln.

Kölle is e jeföhl – #Köln


In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit über 650 Start-ups, 25 Gründerzentren, attraktiven Investoren und zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt vom Digital Hub Cologne und der Stadt Köln.

Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.