#Interview Mehr als eine Arm-Strumpfhose! Maschmeyer Investment shape me wandelt sich zum Marktplatz

Rund um den GRACE Armshaper entsteht derzeit ein Marktplatz für sogenannte Shapewear. "Der Schritt einen Marktplatz für Shapewear zu kreieren entstand aus dem vielen Feedback unserer Kundinnen", sagt Jennifer Schwade, die im Mai die gefloppte SAT.1-Show "Start Up" gewinnen konnte.
Mehr als eine Arm-Strumpfhose! Maschmeyer Investment shape me wandelt sich zum Marktplatz

Vor wenigen Monaten konnte Jennifer Schwade bei der gefloppten SAT.1-Show “Start Up” so richtig abräumen. Carsten Maschmeyer investierte in das umstrittene Sieger-Konzept, den Armshaper, der Sendung 1 Millionen Euro. Nun ist rund um den gruseligen GRACE Armshaper, eine Art Strumpfhose für die Arme an, mit shape me ein Marktplatz für Shapewear entstanden. Knapp 200 Produkte sind auf der neuen Plattform bereits vertreten. “Für uns war der Schritt zu einem früheren Zeitpunkt logisch und notwendig, denn als Startup ist es extrem schwierig in dem sehr vollen Fashion-E-Commerce-Markt Fuß zu fassen”, sagt Schwade. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht die shape me-Macherin zudem über Herausforderungen, Rückschläge und Werbe-Stellhebel.

Im Frühjahr hast Du die gefloppte SAT.1-Show “Start Up” gewonnen. Wie ging es nach der Sendung weiter?
Die Firma wurde bereits vor Beginn der Ausstrahlung der SAT.1 Show „START UP! Wer wird Deutschlands bester Gründer?“ gegründet. Die Absetzung der Fernsehsendung war für uns ein herber Rückschlag, denn unsere ursprüngliche Vertriebsstrategie haben wir auf die TV-Sendung ausgerichtet. Doch ein Startup zu sein bedeutet, mit Rückschlägen umgehen zu können – daraus zu lernen, flexibel zu reagieren und weiterzumachen. Wir haben aus dem Rückschlag Potentiale für ein neues Geschäftsmodell identifiziert und sind nun dabei, einen führenden Online-Marktplatz für Shapewear aufzubauen.

Die Show wurde aufgrund von schlechten Quoten abgesetzt. Wie bist du damit umgegangen?
Natürlich habe ich mir für unser Startup einen Werbe-Boost durch die TV-Ausstrahlung erhofft. TV ist nun mal eines der stärksten Werbe-Stellhebel in Deutschland und solch eine Chance ergibt sich für eine junge Firma nicht oft. Es war jedoch im Vorhinein klar, dass es keine 100%-ige Garantie für einen Erfolg gibt. Wir haben sehr schnell sehr viele Learnings aus dieser Phase ziehen können und wachsen nun wie jedes andere Startup auch.

Hat sich die Teilnahme an der TV-Show im Rückblick dennoch für Dich gelohnt?
Definitiv! Die Zeit während der Produktion war unheimlich spannend und lehrreich. Außerdem, wie oft bekommt man die Chance ein Unternehmen mit einem Startkapital von 1 Millionen Euro zu gründen?

Deine Idee, der Grace Armshaper, wurde teilweise heftig kritisiert. Wie bist Du mit dieser Kritik umgegangen?
Der Armshaper bietet den Frauen eine Lösung für ein Problem. Es bleibt jeder Kundin selbst überlassen, für welche der zahlreichen Alternativen sie sich entscheidet. Das ist doch genau das Spannende an der heutigen Zeit – Startups wie meines Entwickeln verschiedene Produkte und Plattformen, um Konsumenten die freie Wahl zu überlassen.

Wie wurde der Armshaper denn auf dem Markt angenommen. Ist er ein Verkaufshit?
Unsere Kundinnen wenden sich an uns, weil sie eine Lösung für ein konkretes Problem suchen. Sie sind mit ihren Armen nicht zu 100 % zufrieden und möchten sich in ihrer Kleidungswahl trotzdem nicht einschränken. Der Armshaper ist weiterhin unser Verkaufs-Hit, denn es gibt kein vergleichbares Produkt auf dem Markt.

Rund um den Grace Armshaper ist nun ein ein “Shapewear Marktplatz” entstanden. Warum dieser Schritt?
Der Schritt einen Marktplatz für Shapewear zu kreieren entstand aus dem vielen Feedback unserer Kundinnen. Viele suchten, neben dem Armshaper, auch andere Shapewear Produkte. Sie wandten sich an uns, weil sie keine andere Plattform fanden, die die Expertise für Shapewear haben und sie somit individuell bei der Produktwahl beraten können.

Ein Marktplatz ist ein deutlich anderes Modell, als ein Produkt zu verkaufen. Fangt ihr nun wieder von vorne an?
In der Tat ist es ein komplett anderes Geschäftsmodell mit vielen neuen Herausforderungen. Für uns war der Schritt jedoch zu einem früheren Zeitpunkt logisch und notwendig, denn als Startup ist es extrem schwierig in dem sehr vollen Fashion-eCommerce-Markt Fuß zu fassen. Wir möchten das Momentum des First Mover Advantage nutzen.

Wo steht shape me in einem Jahr?
shape me wird der führende E-Commerce-Marktplatz und die erste Anlaufstelle für Shapewear im Raum DACH sein. Startschuss hierfür ist unsere Media-Kooperation mit ProSieben: Im Frühjahr 2019 beginnen wir mit einer gemeinsamen Werbekampagne.

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Foto (oben): shape me

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.