#Interview Der Matratzenmarkt konsolidiert sich gerade. Wie ist die Lage bei Emma?

"Die Kunst auf diesem speziellen Markt ist es, nachhaltig und effizient zu wirtschaften. Profitabilität beim ersten Kauf spielt eine entscheidende Rolle. Deshalb achten wir stark darauf, besonders effizient im Marketing und der Produktion zu sein", sagt Max Laarmann, Gründer von Emma Matratzen.
Der Matratzenmarkt konsolidiert sich gerade. Wie ist die Lage bei Emma?

Das unglaubliche Boomsegment Matratzen, das durch den Erfolg von Casper auch in Deutschland zuletzt immer mehr Klone sprießen ließ, konsolidiert sich gerade. Zuerst zog sich der britische Matratzen-Anbieter eve vom deutschen Markt und aus diversen anderen europäischen Ländern zurück, dann schlitterte das Berliner Startup muun in die Insolvenz. Der umkämpfte Markt ist kein leichter. Die diversen Startups hauten zuletzt Marketingkohle ohne Ende raus. Wenn dann der Erfolg ausbleibt, ist ein Ende absehbar. Matratzen sind ja auch kein Produkt, dass Kunden alle paar Wochen neu kaufen.

“Casper hat es geschafft eine echte Marke zu werden. Danach haben wir halt relativ viele Klone gesehen. Auch weil das Thema relativ einfach zu klonen ist”, analysierte Investment-Experte Sven Schmidt kürzlich im ds-Podcast das Matratzensegment. “Ich war von Anfang an skeptisch. Es gibt manche Geschäfte, die haben keinen Repeat-Business. Man muss eigentlich auf der ersten Order positiv.” Ein Startup mit einem singulären Produkt, habe es in diesem Segment sehr, sehr schwer.

Das junge Unternehmen Emma, welches zur Frankfurter Bettzeit-Gruppe gehört, setzt weiter massiv auf das Boomthema. Mit dem Vorteil, dass das Unternehmen zu einer Gruppe rund um das Thema Schlafen gehört. “Mit Emma profitieren wir von den Erkenntnissen auf Gruppenebene. So forschen wir gemeinsam in unserem eigenen Matratzenlabor in Frankfurt und entwickeln unsere Marken kontinuierlich entlang von Material- und Technologiefortschritten weiter”, sagt Max Laarmann, Gründer von Emma Matratzen. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht er zudem über Vertriebskanäle, Profitabilität beim ersten Kauf und das passende Zubehör.

Der Matratzenmarkt konsolidiert sich gerade extrem. Wie ist die Lage bei Emma?
Wir sind mit der Entwicklung von Emma sehr zufrieden, wir gehören zu den Top 3 Bed-in-a-Box Anbietern auf dem europäischen Markt.

2016 lag euer Umsatz bei 15 Millionen Euro. Wie lief es 2017 und wie 2018?
Für das Jahr 2018 liegen wir sogar über unserem Plan, in der Bettzeit-Gruppe einen Umsatz von 60 Millionen Euro zu erreichen. Im zweiten Halbjahr 2017 haben wir außerdem in der Gruppe den Break-Even erreicht. Die Bettzeit GmbH, zu der auch Emma Matratzen zählt, hat 2017 33 Millionen Euro Umsatz gemacht. Mittlerweile haben wir insgesamt über 250.000 Emma Matratzen europaweit verkauft.

Wie erwähnt, gehört Emma zur Bettzeit-Gruppe, macht dies es einfacher?
Mit Emma profitieren wir von den Erkenntnissen auf Gruppenebene. So forschen wir gemeinsam in unserem eigenen Matratzenlabor in Frankfurt und entwickeln unsere Marken kontinuierlich entlang von Material- und Technologiefortschritten weiter. Zudem kennen wir als Bettzeit-Gruppe sowohl den stationären Handel als auch das E-Commerce sehr gut. Wir verstehen das Zusammenspiel zwischen den beiden Vertriebskanälen und sind der Meinung, dass eine reine Fokussierung auf den Onlinekanal zu kurzsichtig ist, weshalb wir uns in der Gruppe breiter aufgestellt haben.

Matratzen kaufen die Deutschen nur alle paar Jahre einmal. Ist dies ein Problem?
Nicht direkt. Die Kunst auf diesem speziellen Markt ist es, nachhaltig und effizient zu wirtschaften. Profitabilität beim ersten Kauf spielt eine entscheidende Rolle. Deshalb achten wir stark darauf, besonders effizient im Marketing und der Produktion zu sein. Mit unserem breiten Sortiment schaffen wir es zudem, unsere Kunden mehrmals abzuholen.  Auch das passende Zubehör – Kissen, Decke und Bettwäsche -, ein komplettes Boxspringbett sowie eine Babymatratze sind bei Emma erhältlich.

Alle Matratzen-Anbieter buhlen um eine ähnliche Zielgruppe. Wer wird sich am Ende durchsetzen?
Unternehmen wie wir, die sehr vorausschauend und nachhaltig wirtschaften, zum Beispiel besonders effizient im Marketing und der Produktion sind, werden sich durchsetzen.

Wo steht Emma in einem Jahr?
Ende 2018 wollen wir gemeinsam mit der Bettzeit Gruppe einen Umsatz von 60 Millionen Euro erreichen. Außerdem wollen wir unsere starke Position auf dem europäischen Markt weiter ausbauen.

PODCAST

Im aktuellen ds-Podcast sprechen OMR-Podcast-Legende Sven Schmidt und ds-Chefredakteur Alexander Hüsing wieder über die wichtigsten Startup-News. Unsere Themen: Der faire Investorenausstieg bei Springlane und der Generationenwechsel bei Holtzbrinck Ventures. Zudem liefern wir exklusive Hintergründe zu uberall, Juwel Kerze und Wunder Moblity.

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.