#Zahlencheck Megaprofitabel – Millionengewinn – und ein Wachstum, das wirklich jeder Investor lieben dürfte

In den vergangenen Jahren steigerte das Kölner Startup Picanova seinen Umsatz von 14,1 Millionen Euro (2013) auf 44,3 Millionen. Der Jahresüberschuss lag 2016 bei imposanten 1,8 Millionen. Seit sechs Jahren hintereinander fährt das Grownup nun schon Gewinne ein.
Megaprofitabel – Millionengewinn – und ein Wachstum, das wirklich jeder Investor lieben dürfte

Der Kölner Fotodienstleister Picanova ist schon lange ein echter Hingucker. 2004 begann die stille und gelassene Erfolgsgeschichte der Brüder Daniel und Philipp Mühlbauer – in einer Garage in der Kölner Südstadt. Anfangs finanzierten die Geschwister ihr Unternehmen komplett aus der eigenen Tasche. Später stiegen Dumont Venture Ventech ein. Philipp Mühlbauer studierte in der Anfangszeit der Fotofirma, die Digitalbilder auf Leinwände und andere Produkte bringt, zudem parallel an der Uni Witten-Herdecke. Wie erfolgreich Picanova inzwischen wirtschaftet, lässt sich im Jahresabschluss für 2016 nachlesen.

Ohne große Umschweife verkünden die Rheinländer: “Das Geschäftsjahr 2016 ist durch einen erfolgreichen und wachstumsorientierten Geschäftsverlauf gekennzeichnet” Der Umsatz stieg 2016 auf 44,3 Millionen Euro. “Der unbereinigte Umsatz ist um 91% gestiegen. Im aktuellen Geschäftsjahr wurden sämtliche Erträge aus Kostenverrechnungen an Tochtergesellschaften in den Umsatzerlösen erfasst. Wären die Erträge aus der Verrechnung von Kosten bereits im Vorjahr in den Umsatzerlösen erfasst worden, hätten sich die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2015 auf TEUR 28.444 belaufen. Der bereinigte Umsatz ist somit um 56% gestiegen”. Mit Decken, Magneten und Bilderrahmen nahm Picanova-Crew gleich mehrere neue Produkte ins Portfolio auf. Damit lässt sich zumindest ein Teil des rasanten Wachstums erklären.

Spannend dabei: Im Jahresabschluss für 2015 gingen die Picanova-Macher noch von rückläufigen Umsatzerlösen aus: “Da die Umsätze verstärkt über Webshops von Tochtergesellschaften abgewickelt werden. Der Rückgang der externen Umsätze ist eingetreten, konnte aber durch den deutlichen Anstieg der Umsätze mit verbundenen Unternehmen überkompensiert werden”, teilt das Grownup mit. Weiter heißt es: “In der Vorjahresprognose wurde zudem ein leicht reduziertes, positives EBITDA prognostiziert. Aufgrund der im Geschäftsjahr 2016 erfassten Beteiligungserträge konnte die EBITDA-Prognose des Vorjahres übertroffen werden”. Zu Picanova gehören inzwischen Firmen wie United Arts (meinfoto), fotofox und Bestcanvas.

Für 2017 zeigte sich Picanova deswegen auch zuversichtlich: “Die Erwartungen für das Jahr 2017 bezüglich des Gesamtkonzerns wurde von einem profitablen Wachstumspfad und einer deutlichen Steigerung des Geschäftsvolumens im mittleren zweistelligen Prozentbereich geprägt. Demnach wurden auch für die Picanova GmbH leicht steigende Umsatzerlöse erwartet”. Damit wäre Picanova weiter eine extreme Erfolgsgeschichte. Vor allem das Wachstum nach so vielen Jahren im Markt ist beeindruckend.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2016
* Das Geschäftsjahr 2016 ist durch einen erfolgreichen und wachstumsorientierten Geschäftsverlauf gekennzeichnet.
* Im Laufe des Geschäftsjahres wurden die Positionen auf den bestehenden Märkten gefestigt. Zudem wurden mit Decken, Magneten und Bilderrahmen neue Produkte in das Portfolio aufgenommen. Der unbereinigte Umsatz ist um 91% gestiegen.
* Die Umsatzerlöse beliefen sich im Geschäftsjahr 2016 auf TEUR 44.309 nach TEUR 23.233 im Geschäftsjahr 2015. Sonstige betriebliche Erträge entstanden in Höhe von TEUR 753 im Vergleich zu TEUR 5.996 im Vorjahr. Der Rückgang von TEUR 5.243 basiert im Wesentlichen darauf, dass die Erträge aus der Erbringung von Dienstleistungen für Tochtergesellschaften im Geschäftsjahr unter den Umsatzerlösen ausgewiesen wurden.
* Der Personalaufwand belief sich im Geschäftsjahr 2016 auf TEUR 4.979 nach TEUR 3.932 im Geschäftsjahr 2015. Bezogen auf die Umsatzerlöse verminderte sich die Personalaufwandsquote damit von 16,9% in 2015 auf 11,2% in 2016. Der Rückgang resultiert aus den verhältnismäßig zum Vorjahr stärker gestiegenen Umsatzerlösen.
* Im Jahresdurchschnitt des Geschäftsjahres 2016 wurden 178 Mitarbeiter beschäftigt, davon 94 Angestellte und 84 gewerbliche Arbeitnehmer.
* Im Lagebericht 2015 wurden rückläufige Umsatzerlöse prognostiziert, da die Umsätze verstärkt über Webshops von Tochtergesellschaften abgewickelt werden. Der Rückgang der externen Umsätze ist eingetreten, konnte aber durch den deutlichen Anstieg der Umsätze mit verbundenen Unternehmen überkompensiert werden. In der Vorjahresprognose wurde zudem ein leicht reduziertes, positives EBITDA prognostiziert. Aufgrund der im Geschäftsjahr 2016 erfassten Beteiligungserträge konnte die EBITDA-Prognose des Vorjahres übertroffen werden.
* Die Erwartungen für das Jahr 2017 bezüglich des Gesamtkonzerns wurde von einem profitablen Wachstumspfad und einer deutlichen Steigerung des Geschäftsvolumens im mittleren zweistelligen Prozentbereich geprägt. Demnach wurden auch für die Picanova GmbH leicht steigende Umsatzerlöse erwartet.

Picanova im Zahlencheck

2016: 44,3 Millionen Euro (Umsatz); 33,9 Millionen Euro (Rohergebnis); 1,8 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2015: 23,2 Millionen Euro (Umsatz); 21,0 Millionen Euro (Rohergebnis); 99.072 Euro (Jahresüberschuss)
2014: 17,9 Millionen Euro (Umsatz); 16,3 Millionen Euro (Rohergebnis); 1,1 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2013: 14,1 Millionen Euro (Umsatz); 12,1 Millionen Euro (Rohergebnis); 207.512 Euro (Jahresüberschuss)
2012: 245.877 Euro (Jahresüberschuss)
2011: 98.190 Euro (Jahresüberschuss)
2010: 14.082,30 (Jahresfehlbetrag)
2009: 196.413 (Jahresfehlbetrag)

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit über 650 Start-ups, 25 Gründerzentren, attraktiven Investoren und zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt vom Digital Hub Cologne und der Stadt Köln.

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.