Tim Kunde im Interview Friendsurance geht nach Australien. Warum steht hier!

"Der australische Versicherungsmarkt ist ein reifer Markt, aber gleichzeitig auch ein Markt, der offen ist für Innovationen. Deshalb sind wir überzeugt, dass unser Peer-to-peer Versicherungsmodell dort ebenfalls sehr gut ankommen wird", sagt Tim Kunde, Mitgründer von Friendsurance.
Friendsurance geht nach Australien. Warum steht hier!

Das Berliner Start-up Friendsurance wurde bereits 2010 gegründet, hebt aber erst seit einigen Jahren so richtig ab. Das InsurTech-Unternehmen belohnt seine Kunden bei Schadensfreiheit mit Beitragsrückzahlungen. Das Start-up beschäftigt über 90 Mitarbeiter. Horizons Ventures pumpte Ende März des vergangenen Jahres beachtliche 15,3 Millionen in das Start-up. Nun expandiert das Unternehmen nach Australien. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Tim Kunde, Mitgründer und Geschäftsführer von Friendsurance, über Innovationen, Freigaben und Distributionskanäle.

Sieben Jahre nach dem Start wagt sich Friendsurance erstmals über die Landesgrenzen hinaus. Warum startet ihr eure Expansion ausgerechnet in Australien?
Wir hatten Australien auch nicht als erste Expansionsmöglichkeit auf dem Schirm, bis einer unserer wichtigsten Investoren, Ellerston Ventures mit Sitz in Sydney und Melbourne, uns die Augen und die Türen für den australischen Markt öffnete.

Was genau spricht für den Start in Australien?
Der australische Versicherungsmarkt ist ein reifer Markt, aber gleichzeitig auch ein Markt, der offen ist für Innovationen. Deshalb sind wir überzeugt, dass unser Peer-to-peer Versicherungsmodell dort ebenfalls sehr gut ankommen wird.

Wie lange habt ihr gebraucht, das Konzept in Australien zu starten?
Wir haben letztes Jahr mit der Planung der Expansion begonnen, inklusive vertraglichem Rahmenwerk. Seit Ende letzten Jahres haben wir dann aktiv an der Implementierung gearbeitet. Dies umfasst die Erweiterung der technologischen Plattform, die Freigabe durch die Regulierungsbehörden, sowie die Suche nach einem passenden Versicherungspartner. Mit Lloyd’s of London haben wir einen sehr starken Partner gewinnen können, der in allen relevanten Märkten aktiv ist.

Kopiert ihr in Australien Eure Marktstrategie aus Deutschland. Oder habt ihr eine länderspezifische Strategie?
Nein, die australischen Kollegen haben ihre eigene Marktstrategie entwickelt. Natürlich haben wir im deutsche Markt viel Erfahrung gesammelt, die wir mit unseren Kollegen down under teilen. Und es gibt Parallelen, zum Beispiel, dass wir mit einer kleineren Versicherungskategorie starten, um Erfahrung zu sammeln. Aber es gibt auch Unterschiede in Bezug auf Produkt-Mix und Distributionskanäle, die entsprechend berücksichtigt werden.

Steuert ihr den Ableger von Berlin aus?
Für die Expansion überträgt unsere Holding die marktgebundenen Rechte an unserem Peer-to-peer-Versicherungsmodell an Friendsurance Australia. Dies ist eine eigene Gesellschaft mit Australian Financial Services-Lizenz für den australischen Markt. Wir unterstützen zwar unser australisches Schwesterunternehmen mit IT und Support von Berlin aus, operativ gesteuert wird es allerdings vor Ort. Eine Steuerung mit acht Stunden Zeitverschiebung wäre zudem fast unmöglich.

Welche anderen Länder habt ihr im Blick?
Derzeit haben wir mehrere Länder im Blick und prüfen unsere jeweiligen Möglichkeiten. Unser Versicherungsmodell und die Plattform kann weltweit für jeden Markt adaptiert werden. Unser Ziel ist es ein internationals Insurtech zu sein, das maßgeblich dazu beiträgt die Versicherungsbranche fairer und transparenter zu machen. Mit dem Launch in Australien sind wir diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen.

Hausbesuch bei Friendsurance

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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