Helmut Ablinger im Interview Jaasper – hier kämpft Robin Hood gegen Abofallen

"Zurzeit entwickeln wir eine Software, die Verbraucherverträge automatisch analysieren kann. Dadurch können User ihren Mietvertrag mit dem Smartphone fotografieren und Informationen erhalten, ob der Vertrag allen Anforderungen entspricht", sagt Jaasper-Macher Helmut Ablinger.
Jaasper – hier kämpft Robin Hood gegen Abofallen

Im vergangenen Jahr hievte Helmut Ablinger den LegalTech-Dienst Jaasper ins Netz. Auslöser für die Gründung war seine Schwester. Die war auf einer Reise bestohlen worden – und die dafür abgeschlossene Reiseversicherung wollte für den Schaden nicht aufkommen. Zugute kam Ablinger dabei, dass er aus einer Kleinunternehmerfamilie stammt und selbst schon einige Unternehmen hochgezogen hat. Jaasper positioniert er nun als “Robin Hood der Konsumenten”. Der digitale Held kämpft derzeit etwa gegen Abofallen.

“Wir möchten hilfsbedürftigen Verbrauchern als rechtschaffender Vermittler zur Seite zu stehen und den bestmöglichen Rechtsbeistand für diese auswählen”, beschriebt Ablinger das Konzept von Jaasper. “Verbraucher bezahlen für die Inanspruchnahme des Jaasper-Service einen Fixpreis von 99 Euro. Im Gegensatz zu anderen Portalen verlangen wir von den Partnerkanzleien keine Provision, weshalb die Zusammenarbeit mit uns für Juristen besonders attraktiv ist”, führt der Unternehmer weiter aus.

“Bieten unseren Service zum Fixpreis an”

Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de spricht Jaasper-Macher Helmut Ablinger über Sicherheit, Verständigungsschwierigkeiten und Unterstützung.

Welches Problem wollt Ihr Jaasper lösen?
Über Jaasper bekommen Verbraucher schnelle und unkomplizierte Rechtsberatung zu einem fairen Preis. Wir wollen Verbrauchern die Scheu nehmen, einen Anwalt bei Rechtsfragen zu konsultieren. Besonders im heutigen digitalen Zeitalter sehen wir uns in der Pflicht, die Konsumenten über ihre Rechte aufzuklären. Wir stehen ihnen als Vermittler, eine professionelle Rechtsberatung zu einem fairen Preis zu finden, zur Seite. Durch die schnelle und zuverlässige Hilfe bei Rechtsfragen möchten wir unseren Kunden ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, dass sich ihrer Rechtsprobleme zuverlässig angenommen wird.

Jede Woche entstehen dutzende neue Start-ups, warum wird ausgerechnet Jaasper ein Erfolg?
Die Herausforderung bei Jaasper ist, Know-how aus den Bereichen Wirtschaft, Recht und technische Umsetzung zu kombinieren. Hier ist unser Team perfekt aufgestellt und Menschen aus diesen unterschiedlichen Disziplinen arbeiten ohne größere Verständigungsschwierigkeiten zusammen. Darüber hinaus hat eine Analyse der ersten Kunden ergeben, dass die meisten bei rechtlichen Problemen vorher noch nie einen Anwalt konsultiert haben. Wir sprechen hier also ein komplett neues Kundensegment an, welches von anderen Anbietern bis jetzt vernachlässigt wurde.

Wer sind Eure Konkurrenten?
Vor allem Flugportale wie Flightright oder Plattformen wie Advocado oder lexalgo.com sind Konkurrenten. Allerdings bieten diese Unternehmen einen anderen Service an. Advocado etwa ist eine reine Rechtsvermittlung und bietet unterschiedliche Anwälte zu verschiedenen Preisen an. Lexalgo.com konzentrieren sich eher auf Kanzleien und Unternehmen. Wir bieten unseren Service zum Fixpreis für jedermann an, der Unterstützung bei der rechtlichen Beratung sucht. Als One-Stop-Shop können Verbraucher bei uns Hilfe bei verschiedenen Rechtsproblemen bekommen.

Wo steht Jaasper in einem Jahr?
Zurzeit entwickeln wir eine Software, die Verbraucherverträge automatisch auslesen und analysieren kann. Dadurch können User beispielsweise ihren Mietvertrag mit dem Smartphone fotografieren und Informationen erhalten, ob der Vertrag allen rechtlichen Anforderungen entspricht. Aufgrund dessen soll die Hemmschwelle weiter sinken, bei rechtlichen Fragestellungen eine professionelle Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen. Die Anzahl der abgedeckten Rechtsgebiete soll im Laufe der nächsten 12 Monate auf 15 bis 20 steigen und parallel dazu auch die Anzahl der Partneranwälte, die diese Fälle abwickeln.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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