Wolfgang Lang im Interview “Crowdfox hat schon 30 Millionen Umsatz erreicht”

"Durch tiefe Kenntnisse des B2B- und B2C-Handels haben wir ein mutiges, aber sehr skalierbares Geschäftsmodell kreiert, was aber in der technischen Umsetzung extrem sportlich war", sagt Crowdfox-Gründer Wolfgang Lang, der das Start-up 2015 ins Netz hievte.
“Crowdfox hat schon 30 Millionen Umsatz erreicht”

Das Kölner Start-up Crowdfox will sich seit 2015 als “Marktplatz einer neuen Generation” etablieren. Gerade erst flossen 4,7 Millionen Euro in den Marktplatz – unter anderem von der Takkt Beteiligungsgesellschaft. “Die Geschäftsentwicklung und insbesondere das Wachstum in den vergangenen Monaten zeigt, wie gut unser Konzept aufgeht”, sagte Gründer Wolfgang Lang zum Investment.

Zuletzt wandelte die das Unternehmen, das einst als Jet.com-Kopie von sich reden machte, zum B2B-Anbieter. Seit dem Start (und bis Mitte Juli) erwirtschaftete das Unternehmen, das im Frühjahr auf C-Level-Ebene einige Abgänge zu verschmerzen hatte, einen Umsatz in Höhe von 30 Millionen Euro. Nach eigenen Angaben sind derzeit auf der B2B-Plattform Crowdfox Business 6,5 Millionen Produkte gelistet. “Der Umsatz hatte sich im letzten Quartal bereits verdoppelt”, teilt die Jungfirma mit.

“Entwicklung war eine Mammut-Aufgabe”

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Crowdfox-Gründer Lang über Geschäftskunden, Wettbewerbspreise und Vernetzung.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Crowdfox erklären?
Stell dir vor, du kommst in einen „Kaufhof”. Dieser steht aber direkt bei dir um die Ecke und hat nur eine Theke mit einem sympathischen, hilfsbereiten Verkäufer. Der Verkäufer kann Dir alles bequem, preiswert und einfach anbieten, weil er ein riesiges „Lager” im Hintergrund hat. Nicht 10.000 Quadratmeter, nicht 100.000 Quadratmeter, sondern Millionen Quadratmeter groß. Zehntausende Mitarbeiter arbeiten in diesem „Kaufhof” und sorgen dafür, dass Unternehmen oder Privatkunden von Ordnern über Bürostühle und von Werkzeug bis zu diesen neumodischen Telefonen alles zeitnah bekommen. Und das Ganze dann zu Preisen wie bei Aldi.

Hat sich Euer Konzept, Euer Geschäftsmodell, in den vergangenen Jahren verändert?
Ehrlich gesagt, hat es sich gar nicht so tiefgreifend verändert. Wir haben es lediglich ausgebaut und verbessert. “Ausgebaut” in dem Sinne, dass Crowdfox 2015 als B2C-Plattform gestartet ist und seit Ende 2016 auch Geschäftskunden auf Crowdfox Business online einkaufen können. Unser Fokus liegt vermehrt auf dem B2B-Bereich – wovon der Privatkundenbereich jedoch auch profitiert.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Sicherlich war die technische Entwicklung eine Mammut-Aufgabe. Bisher hatte niemand ein Backend mit solch einem Algorithmus gebaut, der Millionen Artikel automatisch und treffsicher matched sowie mit allen Anbietern und Wettbewerbspreisen vergleicht. Das war und ist sicher die größte Herausforderung.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?
Da fallen mir mehrere Dinge ein: Durch tiefe Kenntnisse des B2B- und B2C-Handels haben wir ein mutiges, aber sehr skalierbares Geschäftsmodell kreiert, was aber in der technischen Umsetzung extrem sportlich war. Das haben wir auch in unserem Branding ausgedrückt: Unser Fuchs ist der smarte Algorithmus, der immer auf der Suche nach den besten Preisen für unsere Kunden ist.
Zweitens haben wir ein tolles, partnerschaftliches Verhältnis zu unseren Lieferanten aufgebaut. Das ist deshalb entscheidend, weil wir gemeinsam mit Ihnen wachsen und es großen Spaß macht, die Erfolge gerade im B2B-Bereich voranzutreiben. Und zuletzt war die Wahl des Standortes wohl überlegt.

Was spricht für Köln?
Köln ist sowohl durch die gute Vernetzung innerhalb der Stadt als auch durch den Anschluss an das Ruhrgebiet einfach optimal. Dazu haben viele große Unternehmen hier in der Gegend ihren Sitz.

Wie hat sich Crowdfox in den vergangenen zwölf Monaten entwickelt?
Einfach toll und ich bin wirklich sehr stolz auf unser Team, welches sich in den letzten 12 Monaten bedeutend vergrößert hat. Neben der ständig wachsenden Produktpalette und der Etablierung des B2C-Geschäfts ist der Ausbau unserer B2B-Plattform ein echter Erfolg. Gerade haben wir eine besondere Marke geknackt, die ich jetzt bekanntgeben kann: Crowdfox hat Mitte Juli die Grenze von 30 Millionen Umsatz seit Start erreicht.

Und wo steht Crowdfox in einem Jahr?
Bis dahin wollen wir das B2B-Geschäft weiter ausbauen und für alle Marktteilnehmer vereinfachen. Das Team wird weiter wachsen und wir werden eine Internationalisierung vorantreiben. Ich freu mich sehr darauf!

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit über 650 Start-ups, 25 Gründerzentren, attraktiven Investoren und zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt vom Digital Hub Cologne und der Stadt Köln.

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Foto (oben): Crowdfox

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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