Gründeralltag No-Go vor Investoren! “Wir werden das nächste Google”

Ihr steht vor Investoren? "Es gibt so ein paar immer wiederkehrende Sätze, die man als Investor wirklich nicht mehr hören kann und auch nicht mag", sagt Olaf Jacobi von Capnamic. Vor dem Satz "Darüber haben wir uns auch noch keine Gedanken gemacht", warnt, Benedikt Herles von Vito Ventures.
No-Go vor Investoren! “Wir werden das nächste Google”

Was sollten Gründer vor Investoren niemals sagen oder machen? In den vergangenen Monaten haben wir 25 Gründerinnen und Gründer genau danach gefragt – siehe “Dies von Investoren niemals machen!“. Nun drehen wir den Spieß erneut um, und stellen mehreren Investoren genau diese Frage.

Es gibt so ein paar immer wiederkehrende Sätze, die man als Investor wirklich nicht mehr hören kann und auch nicht mag. Hier ein paar Beispiele: “Wir werden das nächste Google”, “Wir planen mit einem Exit in Höhe von xxx im Jahre 20xx”, “Auf Basis der Discounted Cashflow Methode ist unser Unternehmen heute xxx wert”, “Wir haben bereits 2 Termsheets auf dem Tisch – ihr solltet Euch beeilen”. Möglichst vermeiden sollte man als Gründerteam, sich bei der Präsentation ständig gegenseitig ins Wort zu fallen oder sogar zu widersprechen. Achja, was absolutes No-Go ist, das sind kumulierte Umsatz-Grafiken in Pitch Decks. Die Ableitungsfunktion kann und wird jeder Investor durchführen.
Olaf Jacobi, Capnamic

Ich habe noch vier andere Projekte parallel. Ich möchte eigentlich gar nicht gründen, sondern eher virtuell arbeiten und jegliche Aufgabe an meine Angestellten delegieren. Zum Glück bleiben uns diese Antworten meist erspart und wir haben vor allem Kontakt mit wirklich hochintelligenten und motivierten Gründern, die Großes erreichen möchten.
Jan Alberti, bmp

“Darüber haben wir uns auch noch keine Gedanken gemacht” – wenngleich natürlich auch mal eine Frage offen bleiben darf.
Benedikt Herles, Vito Ventures

Aus meiner Sicht sind das dieselben Verhaltensweisen, die auch in der täglichen beruflichen Zusammenarbeit vermieden werden sollten: Unsachlichkeit, Streit im Team vor den Investoren, Arroganz, Unehrlichkeit, seine Zahlen nicht im Griff haben, sowie über den direkten Wettbewerber und den Markt nicht ausreichend informiert sein.
Matthias Orlopp, Check24 Ventures

Da gibt es viele Dinge, die uns die Indikation geben könnten, dass man nicht voll dabei ist. Dazu gehört etwa parallel andere Projekte zu machen. Das ist natürlich aus Sicht der Investoren eher kontraproduktiv. Gründer sollten auch wissen, dass wir Investoren, genauso wie die Gründer auch, miteinander reden. Wenn sich jemand schlecht benimmt, spricht sich das schnell herum.
Samuli Sirén, Redstone Digital

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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