15 Fragen an Jan Homann von blogfoster “Unsere Freundinnen mussten wirklich viel ertragen”

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen. Der Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen – diesmal antwortet Jan Homann von blogfoster.
“Unsere Freundinnen mussten wirklich viel ertragen”

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Freiheit. Verantwortung. Positiver Stress und täglich maximaler Einsatz.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Simon und ich kennen uns bereits seit dem Abitur, wir haben danach beide an unterschiedlichen Orten studiert, Simon Interfacedesign und ich Corporate Management & Finance. Schon während des Studiums hatten wir die Vision Internetnutzern, die hochqualitative Inhalte produzieren den Wert beizumessen, den sie verdienen. Blogger hier als initiale Zielgruppe anzusprechen war der potentialreichste erste Ansatzpunkt. Denn Blogger haben beides: Reichweiten und Vertrauen der Leser. Stilanzeigen.net wurde deshalb zu einer Boutique für Blogwerbung. blogfoster ist die konsequente technologische Weiterentwicklung dessen: skalierbar, eine Self-Servie-Lösung für Werbung für unterschiedlichste Publisher. Eine Technologie, die basierend auf Daten die richtigen Werbetreibenden und die bestgeeigneten Blogger zusammenbringt. Jetzt freuen wir uns diese Technologie in Zukunft auch Influencern, die keinen Blog haben, zur Verfügung zu stellen. Das ist unserer Meinung nach jetzt der perfekte Zeitpunkt. Denn das Vertrauen ihrer Leser hatten diese schon immer mittlerweile entwickelt jeder zusätzlich auch relevante Reichweiten.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Wir haben blogfoster zunächst mit unseren Ersparnissen gegründet, außerdem flossen die Einnahmen aus stilanzeigen.net anfangs in blogfoster. Axel Springer Plug & Play hat uns dazu eine Pre-Seed Finanzierung gegeben, einige Zeit später sind dann die IBB Beteiligungsgesellschaft, sowie erfahrene Unternehmer mit eingestiegen. Nun freuen wir uns frisches Kapital von Yabeo Capital und auch von allen bisherigen Investoren in unser nationales und internationals Wachstum investieren zu können.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Ein bärenstarkes Team zusammenzustellen. Denn am Anfang ist es äußerst schwierig Top-Talente zu überzeugen, wenn man noch in den Kinderschuhen steckt und über wenig finanzielle Ressourcen verfügt. Hier haben wir am Anfang einerseits viele Fehler gemacht, andererseits auch schon früh Teammitglieder gewonnen, die bis heute die wichtigsten Pfeiler des Unternehmens sind. Mittlerweile haben eine sehr hohe Geschwindigkeit aufgenommen. Wachstumsbedingt haben wir eine ganze Reihe an neune Positionen geschaffen.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Entscheidungen noch schneller treffen. – Dann kann man sich auch früher die Richtung ändern, falls man merkt, dass man in die falsche Richtung losgesprintet ist.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Zu allererst nutzen wir natürlich unsere eigenen Kanäle Blog und Influencer-Marketing sind für uns am Wichtigsten. Darüber hinaus bespielen wir den ganzen Online Marketing Mix von Google über PR bis hin zu Facebook. Offline haben wir beispielsweise den monatlichen #blogtisch. Ein Bloggerstammtisch in Berlin zu dem jeder herzlich eingeladen ist. Wir suchen auch derzeit Partner, die Interesse haben das Erfolgskonzept des Blogtisch in anderen Städten in Deutschland und der EU umzusetzen.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Neben unseren lieben Freundinnen, die wirklich viel ertragen mussten, haben uns insbesondere unsere Investoren und allen voran die beiden Business Angels stark unterstützt: Nils F. Gläser als absoluter Vertriebsexperte und Thomas Bleyer auf strategischer Ebene mit messerscharfer Venture-Capital Expertise. Ohne diese Hilfe von erfahrenen Unternehmern wären wir heute sicher nicht dort, wo wir stehen und hätten deutlich mehr Fehler gemacht.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Gründet eine Tech-Company und holt euch hier die besten Team-Mitglieder die es gibt, besorgt euch ein CRM-System und beginnt von Anfang an euer Produkt zu verkaufen; und Vollgas!

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Steuererleichterungen für junge Start-ups und insbesondere Unterstützung bei den Zahlungen für Renten und Sozialkassen, die die Finanzplanung jedes Unternehmens massiv aufblähen gleichzeitig aber absolut notwendig für alle Team-Mitglieder sind. Denn wer in einem jungen innovativen Unternehmen arbeitet, sorgt für die wirtschaftliche Stärke von Morgen. Stand heute gehen fast 45 % Arbeitnehmer und Arbeitgeberanteil ab. Eine Subvention hierfür zum Beispiel für die ersten drei Jahre eines Unternehmens, würde die Situation stark verbessern und für noch mehr Innovationskraft sorgen.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Wir hätten ein anderes Startup gegründet. – Oder aber Jan Musik und Simon würde eine Wasabi Farm betreiben.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Da fallen einem direkt einige Namen ein, noch spannender wäre es in einem komplett anderen Bereich Einblicke in ein inhabergeführtes Unternehmen zu bekommen z.B. in einem Metall oder Chemieunternehmen.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
In die Zukunft, die Vergangenheit kann man ja nicht mehr beeinflussen.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
In blogfoster investieren.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Auf dem Beachvolleyballfeld mit Freunden.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Ich würde gerne mit einem der Gründer von WordPress ein Bier trinken. Da sie mit WordPress als erste die Vision umgesetzt haben Privatpersonen zu ermöglichen wertvolle Inhalte auf einer leicht zu erstellenden Website zu publizieren. Tumblr, Facebook, Instagram und Co. machen dies nun noch einfacher und wir wollen mit blogfoster den konsequenten nächsten Schritt gehen, dass alle Publisher auch selbstbestimmt Geld mit Ihren wertvollen Kanälen verdienen können.

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Jan Homann studierte an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen und gründete parallel im Jahr 2013 blogfoster. Zuvor sammelte er bei mehreren Stationen erste Berufserfahrung.

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.