15 Fragen an Nikolas Schriefer von Stagelink Ein Tipp für andere Gründer? “Just do it!”

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen. Der Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen – diesmal antwortet Nikolas Schriefer von Stagelink.
Ein Tipp für andere Gründer? “Just do it!”

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Tatsächlich kenne ich es nur so, da ich als Musiker während meines Studiums schon selbst für meine Bands und mich verantwortlich war und dies nun auch als CEO von Stagelink bin. Was mir daran besonders gefällt, ist mein 100-prozentiges Commitment und meine Leidenschaft für meine Projekte, die jede Überstunde mehr als ausgleichen. Eigener Chef sein heißt aber trotzdem für mich auch, die Interessen aller an meinen Projekten beteiligter Personen – Team, Kunden, Investoren etc. – zu berücksichtigen und zu vertreten.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Ich bin eigentlich Musiker und war selbst viel auf Tour. Nach und nach habe ich dann auch andere Künstler betreut und Tourneen gebucht. Dabei fiel mir auf, dass dieser Prozess sehr ineffizient und unbefriedigend ist. Das will ich mit Stagelink ändern.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Zunächst haben alle Gründer einen Teil beigesteuert. Dann hatten wir aber auch das Glück, fast von Beginn an von erst einem, später weiteren Business Angels unterstützt zu werden, die nicht nur Kapital, sondern auch ihre Expertise, Erfahrung und ihr Netzwerk eingebracht haben.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Das Wichtigste war und ist für mich das richtige Team, insbesondere die passenden Gründer und Manager, die eine gute Idee bestmöglich „executen“, validieren, verändern, auseinandernehmen, wieder zusammen setzen, … und irgendwann hoffentlich zu Product-Market-Fit führen.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Eine andere Gesellschaftsform wählen, wahrscheinlich eine UK Ltd. oder eine US C-Corp, und auch sonst direkt internationaler und größer denken.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Wir haben den Vorteil, dass unsere direkten Kunden – die Künstler – oft über große Reichweiten, also viele Fans vor Allem in sozialen Medien, verfügen, die sie zu Stagelink bringen, um ihre Veranstaltungen besser zu planen und zu vermarkten. Bei diesem B2B2C-Ansatz fokussieren wir uns daher auf die Akquise von Künstlern, die wir wiederum über ein selbst entwickeltes Social Media Analyse Tool finden.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Die größte Unterstützung war und ist das aktive Gründerteam. Es ist toll, ein Sounding Board für alle Fragen und Probleme zu haben und sich im Team gegenseitig zu motivieren.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Just do it.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Ich würde mir wünschen, dass die Politik in Deutschland die nötige Flexibilität und Agilität einer Unternehmensgründung und eines Startups berücksichtigt und Gründern und Investoren entsprechenden Spielraum gewährt. Von staatlichen Förderprogrammen und Subventionen halte ich allerdings nicht besonders viel.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Dann wäre ich Musiker und Musikmanager geblieben.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Mich würden die strategischen Pläne für Soundcloud und ihre Vision für die Zukunft der Musik- und Entertainment-Industrie von Alex und Eric sehr interessieren.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Ich kann es kaum abwarten, die Welt in 50 oder 100 Jahren zu sehen (letzteres werde ich auch wohl nicht mehr erleben); daher würde mich eine Reise in die Zukunft sehr reizen – auch, weil ich eigentlich keine Ahnung habe, was mich dort erwarten würde.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Ich würde das Geld in vielversprechende innovative Projekte investieren, zum Großteil natürlich in Stagelink.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Sonntag ist für mich ein normaler Tag in der Woche, nicht grundlegend anders als Montag oder Mittwoch. Ich versuche, jeden Tag eine Balance zwischen verschiedenen (privaten und geschäftlichen) Kontakten und Beziehungen zu finden, unterscheide aber nicht zwischen Arbeit und Freizeit – das Modell ist für mich überholt.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit Barack Obama würde ich sehr gerne einmal einen gepflegten Drink genießen und seine ungefilterte Meinung zum politischen Chaos in den USA hören. Einer der größten Strategen ist für mich zur Zeit Mark Zuckerberg, dessen Zukunftsvisionen mich sehr interessieren würden.

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Nikolas Schriefer ist Gründer und CEO von Stagelink, einer Crowdsourcing-Plattform für Live-Events, die es Künstlern ermöglicht, mit der Unterstützung ihrer Fans Veranstaltungen und Touren erfolgreich zu planen und durchzuführen. Nikolas hat in Köln und in New York Jazz Komposition und Klavier studiert und selbst viele Tourneen als Pianist, Manager und Produzent verschiedener Gruppen erlebt.

“Hinter den Kulissen deutscher Start-ups: 45 Gründer über den Aufbau ihres Unternehmens”, heißt der erste Titel der neuen Buchreihe von deutsche-startups.de. Unser erstes Buch, ein Best-of der Rubrik 15 Fragen an, steht unter dem Motto: Von Gründern lernen, sich von deutschen Unternehmern inspirieren lassen. 45 Gründer berichten von Ihren eigenen Erfahrungen, geben wertvolle Tipps und teilen ihre Inspirationen mit den Lesern. Weitere Infos über “Hinter den Kulissen”. Unser erstes Buch jetzt bei Amazon bestellen.

Kennen Sie schon unseren #StartupTicker? Der #StartupTicker berichtet tagtäglich blitzschnell über die deutsche Start-up-Szene. Schneller geht nicht!

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

Aktuelle Meldungen

Alle