#5um5 5 total lächerliche und falsche Prognosen zur Digitalwelt

Im Jahre 2004 war Microsoft-Gründer Bill Gates sich sicher: "In zwei Jahren wird das Spam-Problem behoben sein!". War es nicht, es wurde sogar noch größer. Auch Steve Chen lag 2005 falsch: "Es gibt einfach nicht genug Videos, die ich sehen möchte!"
5 total lächerliche und falsche Prognosen zur Digitalwelt

Unsere Rubrik “5 um 5” liefert jeden Tag um Punkt 5 Uhr insgesamt – wer hätte das gedacht – 5 wissenswerte Fakten, bahnbrechende Tipps oder hanebüchene Anekdoten rund um ein startupaffines Thema. Heute geht es um: 5 total lächerliche und falsche Prognosen zur Digitalwelt. “Es ist unglaublich interessant, sich die früheren Prognosen und Fehleinschätzungen von Tech-Experten vor Augen zu führen. Zeigen Sie uns doch, dass sich auch zunächst unrealistisch erscheinende Ideen durchsetzen können – wie kühn diese auch sein mögen – solange sie einen Mehrwert für die meisten Menschen haben”, sagt Oliver Graf, Geschäftsführer von Ve Interactive.

Internet

Robert Metcalfe ist zweifellos ein digitales Genie. Er hat das Ethernet (LAN-Technologie) mitentwickelt und das global agierende Unternehmen 3Com gegründet. Im Jahr 1995 ließ er sich zu einer aus heutiger Sicht abstrusen Aussage hinreißen: Seiner Meinung nach war nämlich das gesamte Internet – ohne das wir uns unseren heutigen Alltag gar nicht mehr vorstellen können – zum Scheitern verurteilt. Dies ließ er die Welt 1995 in einer Kolumne im Magazin InfoWorld wissen. Später bekannte Metcalfe sich öffentlich zu seinem Irrtum und aß aus Reue seinen eigenen Artikel – na, wohl bekomms!

Online-Shopping

Das TIME Magazine ist eigentlich ein Garant für gut recherchierte Artikel und treffsichere Prognosen. Ein Artikel aus dem Jahre 1966, der sich unsere Welt zur Jahrtausendwende vorstellt, kommt neben exakten Voraussagen auch zu einer absoluten Fehleinschätzung. Die recht einfache Erklärung, warum Onlineshopping sich nicht durchsetzen würde, war, dass Frauen es einfach zu sehr lieben aus dem Haus zu gehen und einzukaufen. Bei einem Umsatz von über 40 Milliarden Euro 2015 allein in Deutschland, kann man wohl kaum von einem „Flop“ sprechen.

Online-Videos

Fast unglaublich, dass dieser Satz vom Mitgründer des heutzutage größten Video-Netzwerkes der Welt stammt. Im März des Jahres 2005 listete das Portal zwar nur etwa 50 Videos, allerdings war die Sorge Steve Chen, es werde bald lediglich als „netter Versuch“ in die Historie eingehen. Völlig unbegründet übrigens, denn Google sah offensichtlich das große Potenzial und kaufte YouTube im November 2006 für mehr als 1,6 Milliarden Dollar. Über die Jahre wurde Chens Irrtum deutlich: Mehr als eine Milliarde User zählt YouTube heute; und eines der erfolgreichsten Videos, der Clip zum Song „Gangnam Style“ von Psy, wurde sogar knapp 2,5 Milliarden Mal angeklickt – bestimmt auch von Chen.

Spam

Microsoft-Gründer Bill Gates, seit Jahren einer der reichsten Menschen der Welt, scheint Einiges richtig gemacht zu haben. Trotz des Konkurrenten Apple gibt es doch fast niemanden, der nicht wenigstens einmal das Betriebssystem mit den bunten Fenstern genutzt hat. Doch auch Mister Gates hat nicht immer den richtigen Riecher. Im Jahr 2004 ließ er sich zu der Aussage hinreißen, dass es in zwei Jahren keinen Spam mehr geben wird. Jeder, der einen E-Mail-Account besitzt, kann sich täglich vom Irrtum dieser Aussage überzeugen: Noch im Jahr 2014 wurden rund 28 Milliarden dieser nervenden Mails versendet – täglich.

Tablets

Thorsten Heins, der Geschäftsführer von Blackberry sollte es als Tech-Insider eigentlich besser wissen. Heins Meinung nach sind Tablets kein gutes Business-Modell. Zwar flachte die Nachfrage ab 2015 etwas ab, doch auch in diesem Jahr wurden bereits wieder 206 Millionen Einheiten verkauft. Heins scheint seine Fehleinschätzung erkannt zu haben, denn er nahm seine Aussage tatsächlich zurück und kündigte stattdessen an, dass Blackberry nun selbst an der Herstellung von Tablets interessiert sei. Sieht nun so aus, als sei Blackberry kein gutes Business-Model mehr.

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Foto: Future loading concept with copyspace from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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