Individuelle Gesundheitshelfer HiDoc – Hilfe für Menschen mit Reizdarmsyndrom

"Anders als die unzähligen Business-Cases zum Lösen von künstlichen Probleme in überrannten Märkten wie Dating, Umzug oder Fashion, wollen wir Menschen in Lebenslagen helfen, in denen es ihnen wirklich schlecht geht", sagt HiDoc-Mitgründer Brinkmann.
HiDoc – Hilfe für Menschen mit Reizdarmsyndrom

Die Berliner Jesaja Brinkmann, Dankrad Feist, Andre Sommer und Orest Tarasiuk, die über einen medizinischen und technischen Background verfügen, machen sich auf, Menschen mit Reizdarmsyndrom zu helfen. Ihr Unternehmen hört auf den Namen HiDoc. “HiDoc entwickelt ein App-basiertes Programm, das sich mittels Machine-Learning individuell dem Krankheitsverlauf anpasst. Das Programm kombiniert Ernährungsumstellung mit Bewegungs- und Psychotherapie und ist rund um die Uhr mobil verfügbar”, beschreibt Mitgründer Brinkmann das Konzept des Unternehmens, das vom Microsoft Ventures Accelerator unterstützt wird.

“Dies gibt uns die Möglichkeit, unser Produkt zu verbessern und zu beweisen, dass unsere Technologie die Lebensqualität von chronisch Kranken nachhaltig verbessern kann. Aktuell führen wir außerdem Gespräche mit Investoren, um unser Produkt möglichst bald auch international zu verbreiten”, berichtet Brinkmann weiter. Für Nutzer ist die App kostenlos. “Gefällt dem Nutzer unsere App, kann er zusätzlich kostenpflichtige Premium-Inhalte freischalten. Mittelfristig erhoffen wir uns, über eine Erstattung durch Krankenkassen, in die Regelversorgung einzugehen. Hierzu haben wir schon Kontakt zu Leistungsträgern aufgenommen.”

“Unser Darm ist ein unterschätztes Organ”

Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de spricht HiDoc-Mitgründer Brinkmann über Verdauungsproblemene, Gesundheitskosten und individuelle Gesundheits-Helfer.

Welches Problem wollen Sie mit HiDoc lösen?
Spätestens nach dem Erfolg des Buchs “Darm mit Charme” ist klar, unser Darm ist ein unterschätztes Organ und hat großen Einfluss auf unser gesamtes Leben. Etwa 15 % der Bevölkerung leiden am Reizdarmsyndrom mit chronischen Verdauungsproblemen wie Durchfall und Verstopfung, welche die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Psychische Begleiterkrankungen stellen häufig eine zusätzliche Belastung dar. HiDoc entwickelt ein App-basiertes Programm, das sich mittels Machine-Learning individuell dem Krankheitsverlauf anpasst. Das Programm kombiniert Ernährungsumstellung mit Bewegungs- und Psychotherapie und ist rund um die Uhr mobil verfügbar.

Jede Woche entstehen dutzende neue Start-ups, warum wird ausgerechnet HiDoc ein Erfolg?
Anders als die unzähligen Business-Cases zum Lösen von künstlichen Probleme in überrannten Märkten wie Dating, Umzug oder Fashion, wollen wir Menschen in Lebenslagen helfen, in denen es ihnen wirklich schlecht geht. Tausende Nutzer von unserem Portal Reizdarm.one geben uns aktuell die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir freuen uns auch über die Unterstützung unserer Kooperationspartner. Wir kooperieren mit Arztpraxen, Selbsthilfegruppen und großen Klinken und konnten namhafte Experten für unseren Beirat gewinnen. Sie alle ermöglichen es uns, unseren Patienten die bestmögliche Lösung für ihr Problem anzubieten. Unsere Anwendung hat das Potential, Gesundheitskosten und Arbeitsausfall zu minimieren und die sich verschärfende Versorgungssituation zu verbessern. Momentan sind wir Teil vom Microsoft Venture Accelerator in Berlin und dem helios.hub der HELIOS-Kliniken.

Wer sind Ihre Konkurrenten?
Konkurrenz ist vielleicht nicht der richtige Begriff. Bisher wurde unser Ansatz auch von denjenigen, die aktuell die Betreuung unserer Patienten tragen, überwiegend positiv aufgenommen. Sie freuen sich eher über die Entlastung und ein neues, leistungsfähiges Tool für die Patientenbetreuung. Schaut man sich die aktuelle Versorgung unserer Patienten an, ist diese noch ziemlich offline. Es fehlen vor allem multidisziplinäre, bezahlbare Angebote für Reizdarmpatienten. Die behandelnden Berufsgruppen – etwa Ärzte, Psychotherapeuten, Apotheker, Ernährungswissenschaftler – sind wenig vernetzt, häufig nicht über aktuelle, leitliniengerechte Therapieoptionen informiert und der klinische Alltag bietet zu wenig Raum für eine umfassende und integrierte Patientenbetreuung. Sich verschärfende Fachkräfteengpässe – etwa in der ambulanten Psychotherapie – erschweren außerdem den Zugang zu einer adäquaten Reizdarmtherapie und Patienten sind unzufrieden mit den bestehenden Angeboten.

Wo steht HiDoc in einem Jahr?
In einem Jahr sind wir mit unserem Webportal führend in den Bereichen Verdauungsprobleme, Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie -allergien. Auf technischer Ebene haben wir die Bot- und Machine-Learning-Technologie in unserer App so weit entwickelt, dass jeder Nutzer seinen individuellen Gesundheits-Helfer auf dem Smartphone erhält, der rund um die Uhr Unterstützung bietet.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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