Deniz Caglayan von Lunchio “Lunchio ist ein Restaurantführer für die Mittagspause”

Wer täglich im Büro sitzt, hat die Pizza vom Bringdienst schnell über aber ein Besuch im Restauran dauert aber immer länger als eine Mittagspause. Hier setzt Lunchio an und verkürzt Bestell- und Bezahlprozesse. Im Gründer-Kurzinterview spricht Gründer Deniz Caglayan über lange Wartezeiten, den Uber-Effekt und Partner-Restaurants.
“Lunchio ist ein Restaurantführer für die Mittagspause”

Wer täglich im Büro sitzt, hat die Pizza vom Bringdienst schnell über. Auch die mitgebrachten Stullen bieten keine Abwechslung mehr. Ein Besuch im Restaurant ist eine tolle Abwechslung, dauert aber immer länger als eine Mittagspause. Hier setzt Lunchio an und verkürzt Bestell- und Bezahlprozesse. Im Gründer-Kurzinterview spricht Gründer Deniz Caglayan über lange Wartezeiten, den Uber-Effekt und Partner-Restaurants.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Lunchio ist Deutschlands erster Online-Kellner und digitaler Restaurantführer speziell für die Mittagspause. Wir richten uns vor allem an Berufstätige, die täglich vor dem Problem stehen: Wie und wo kann ich mittags gut, lecker und schnell essen gehen. Mit Lunchio bestellt der Nutzer vom Büro aus ganz einfach sein Essen im Wunschrestaurant vor und bezahlt bequem und bargeldlos per PayPal, Kreditkarte oder Sofort-Überweisung.

Bei Ankunft im Restaurant ist der Tisch dann schon bereit und das Essen auf dem Weg. Es gibt also keine langen Wartezeiten mehr und unsere Nutzer können trotzdem gut, lecker und entspannt in schöner Atmosphäre essen. Mir persönlich gefällt vor allem der „Uber-Effekt“ am Ende, denn wenn der Gast fertig ist mit Essen, kann er einfach aufstehen und gehen und muss nicht mehr auf die Rechnung warten. So ist man rechtzeitig wieder zurück im Büro und hat vielleicht auch noch Zeit für eine kurze Besorgung.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich Ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
In der Tat recht wenig. Erstaunlicherweise sind wir kaum von unserer ursprünglichen Idee abgewichen. Und wenn dann nur im Detail. Lediglich der Launch neuer Features hat sich in manchen Bereichen ein wenig verschoben. Der große, produkt- und geschäftsmodellverändernde Pivot ist, zumindest bis jetzt, noch ausgeblieben.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Der gesamte Food-Tech-Markt ist aktuell sicher einer der lebendigsten und spannendsten – mit unglaublich vielen, interessanten Ideen und Geschäftsmodellen. Von Click- & Collect-Modellen, wie wir es sind, bis hin zu Lieferdiensten und Online-Supermärkten. Unseren Nutzern gefällt vor allem, dass wir ihnen einen Restaurantbesuch ermöglichen, für den sie sonst keine Zeit hätten.

Die Kunden kommen auch mal aus dem Büro heraus und erleben eine gewisse Abwechslung. Die Restaurants schätzen die bessere Planungssicherheit, eine optimierte Auslastung und die Möglichkeit, sowohl Neukunden als auch Bestandskunden über ihre Angebote zu informieren und insgesamt ihren Umsatz zu steigern.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Lunchio ist ein recht neues Konzept, dass vor allem in Deutschland noch unbekannt ist. Wir wissen mittlerweile alle, wie wir schnell und bequem eine Pizza im Internet bestellen können. Aber ein Essen im Restaurant vorzubestellen und vor Ort zu essen, ist noch nicht unbedingt gängige Praxis. Wir wollen diesen Prozess vereinfachen und eine komplett neue Art ermöglichen, wie wir zu Mittag essen. Entscheidend für uns ist es, den Nutzer neugierig zu machen, sodass er einmal erlebt, wie entspannt, einfach und zeitsparend eine Mittagspause mit Lunchio sein kann.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Für den Nutzer ist Lunchio komplett kostenfrei, mit den gleichen Preisen wie im Restaurant. Die Restaurants zahlen eine Provision an uns für die Übermittlung der Bestellungen.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Für uns sind mittelfristig in erster Linie die großen deutschen Innenstädte interessant. In Dortmund, Bochum und Düsseldorf sind wir bereits vertreten, zusätzlich in unserem Studienort Witten und einigen anderen Städten in Nordrhein-Westfalen. Auch hier in Berlin konnten wir schon die ersten Partner-Restaurants gewinnen. Langfristig sind wir aber überzeugt, dass Lunchio ein Geschäftsmodell ist, dass sich sehr gut internationalisieren lässt und vor allem in Städten wie London, Zürich oder New York gut funktionieren können.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Wir wollen vor allem die Auswahl der Partner-Restaurants weiter ausbauen und in weitere Städte expandieren. Auf Produktseite haben wir ebenfalls viele Ideen, um die Usability und Experience mit Lunchio noch besser zu machen. Einer der größten Kundenwünsche ist es beispielsweise, die Möglichkeit der Gruppenbestellung mit getrennter Abrechnung. Dafür arbeiten wir aktuell bereits an einer Lösung.

Generell ist uns das Feedback unserer Nutzer sehr wichtig! Das wollen wir auch in Zukunft einfangen und in die weitere Entwicklung einfließen lassen. Darüber hinaus wollen wir unsere bestehende Zusammenarbeit mit der METRO, die wir im Rahmen unserer Aufnahme in den Techstars METRO Accelerator geschlossen haben, weiter intensivieren und ausbauen.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Deniz Caglayan hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Witten/Herdecke studiert. 2015 gründete er gemeinsam mit Kommilitonen das Start-up Lunchio und verantwortet dort die Bereiche Marketing, PR und CRM. Aktuell nehmen er und sein Team am Techstars METRO Accelerator in Berlin teil.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

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