Know How Convertible Equity – was ist das eigentlich?

Wir haben einmal in der Szene nachgefragt, was sich genau hinter diesem Fachbegriff Convertible Equity verbirgt. "Convertible Equity steht für eine Mischform zwischen Fremdkapital und Eigenkapital. Das Investment erfolgt in Form eines Darlehens, auf das Zinsen anfallen", sagt Michael Wieser vom HTGF.
Convertible Equity – was ist das eigentlich?

Rund um die letzte Finanzierungsrunde von Kreditech – siehe “Kreditech findet endlich Geldgeber und sucht weitere” – war von Convertible Equity die Rede. Zitat: “22,5 Millionen von dieser Summe seien Convertible Equity gewesen und würden nun in Anteile an Kreditech gewandelt, teilt das junge Unternehmen auf Anfrage mit”. Wer im Netz nach diesem Begriff stöbert, findet recht schnell diese beiden Texte: “Definition of convertible preferred equity” und “Convertible Equity, A Better Alternative To Convertible Debt?“. Wir haben einmal in der Szene nachgefragt, was sich genau hinter diesem Fachbegriff verbirgt. Hier die Antworten:

“Es kommt immer wieder vor, dass Investoren ein Unternehmen finanzieren, ohne sich schon auf eine Unternehmensbewertung festlegen zu wollen. Ein typischer Fall ist die Brückenfinanzierung bis zur nächsten Finanzierungsrunde: Die bestehenden Investoren stellen Geld bereit, um die Liquidität bis zum Abschluss einer geplanten größeren Finanzierung zu sichern. Wenn die Finanzierungsrunde dann abgeschlossen wird, und die Bewertung feststeht, erhalten die Investoren Unternehmensanteile für ihre Brückenfinanzierung. Technisch wird das meist in Form von Wandeldarlehen dargestellt: Der Investor gibt der Company zunächst ein Darlehen, das dann mit dem Abschluss der Finanzierungsrunde in Eigenkapital gewandelt wird. Eine in den USA gebräuchliche Sonderform ist Convertible Equity, die in einigen Details noch gründerfreundlicher ist: So fallen hier keine Darlehenszinsen an, und das Geld wird auch nicht zur Rückzahlung fällig, falls es wider Erwarten doch nicht zur Wandlung kommen sollte.
Mischa Wetzel, IBB Beteiligungsgesellschaft

“Convertible Equity steht für eine Mischform zwischen Fremdkapital und Eigenkapital. Das Investment erfolgt in der Regel in Form eines Darlehens, auf das Zinsen anfallen. Der Investor hat zusätzlich das Recht, aber nicht die Pflicht, das Darlehen zu vorher festgelegten Preisen und Bedingungen in Eigenkapital und damit in Anteile zu wandeln. Der Unterschied zum Wandeldarlehen des HTGF besteht genau darin, dass die Wandlung bei Convertible Equity zu festgelegten Konditionen erfolgt, während sie beim HTGF nur zu den Konditionen der nächsten Runde erfolgen kann, egal wie diese sein mögen”.
Michael Wieser, HTGF

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Foto: Euro Coins and Bills (detailed close-up shot) from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.