15 Fragen an Mirco Rössler von paintify “Ich kann Monotonie nicht ausstehen”

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen. Der Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen – diesmal antwortet Mirco Rössler von paintify.
“Ich kann Monotonie nicht ausstehen”

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Ich kann Monotonie nicht ausstehen. Die Abwechslung, die jeder Tag mit sich bringt, ist einer der Punkte was mich antreibt. Des Weiteren bedeutet mir das unabhängige Arbeiten und Entscheiden unheimlich viel.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
An einem Grillabend mit meinem Mitgründer Tobias Finck.
Wir hatten Handy-Fotos von einem gemeinsamen Indien-Aufenthalt. Durch die schlechte Qualität war es nicht möglich Foto- oder Kunstdrucke zu bestellen, daraufhin hatten wir die Idee dies einfach zu malen.
Schnell haben wir die Erkenntnis gewonnen, dass es eine große Lücke zwischen billiger „Dekorations-Kunst“ und überteuerter „Galerieexponate“ gibt, die mit einem neuen Konzept geschlossen werden kann.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
paintify ist zu 100 Prozent eigenfinanziert. Daher sind wir im Moment auch noch voll gebootstrapped – sicherlich auch ein Grund warum wir weniger investieren können und daher langsamer wachsen als andere Start-ups.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Dies war unsere erste Gründung, deshalb stellte sich jeder Schritt als neue Herausforderung heraus. Schon alleine aus diesem Grund gab es jeden Tag etwas Neues zu lernen.

Außerdem haben wir viel Zeit verschwendet, eine perfekte Webseite zu launchen, anstatt schon mal mit einer Beta-Version an den Start zu gehen.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Eigentlich nichts, außer vielleicht den Perfektionismus in mir einen kleinen Tick zurückschrauben. Dennoch denke ich, dass jeder Fehler der gemacht wurde, eine notwendige Lektion war.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Da man unser Produkt sehen, erleben und fühlen muss, ist die Mund-zu-Mund Werbung ein ganz wichtiges Marketinginstrument für uns. Aber natürlich zählen auch Google AdWords und Facebook Werbung, eine gute PR-Arbeit sowie SEM und SEO zu den wichtigen Kanälen.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Mein bester Freund und Mitgründer Tobias. Seine Erfahrung, Tipps aber auch Kritik haben mich bei der Umsetzung der Idee und der Ausarbeitung des Geschäftsmodells motiviert und angetrieben. Und natürlich meine Eltern, die mich finanziell unterstützt haben.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Glaubt an das was ihr tut und macht euch nicht selbst fertig, wenn Fehler passieren! Diese gehören dazu und helfen einem sich zu verbessern. Außerdem sollte man sich so früh wie möglich mit Leuten unterhalten, die Erfahrungen beim Gründen einer Firma haben und sich dort Tipps holen.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Weniger bürokratische Hürden und Formalitäten beim Gründen. Auch würde ich mir eine bessere Förderung der Startup-Kultur in Deutschland wünschen – sei es finanziell oder auch bei der gesellschaftlichen Anerkennung. Des Weiteren würde ich ihn bitten, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Kunstgegenstände wieder einzuführen.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Technischer Taucher, da hier die Präzession, eine genaue Planung und die Ausführung des Plans lebensnotwendig sind und jeder Tag eine neue Herausforderung ist. Außerdem kann man eine noch unerforschte Welt entdecken.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Ehrlich gesagt, würde ich am liebsten einmal Mäuschen bei einem Business Angel oder Investor spielen.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Mmmmh…schwierige Frage. Also entweder in die frühen 80er Jahre, um einmal ein „Pink Floyd“ Konzert live zu erleben. Oder aber 10 Jahre in die Zukunft, um den nächsten großen Trend mit zurück zu bringen.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Natürlich würde ich einen großen Teil davon in paintify investieren. Auch würde ich mir eine kleine Auszeit gönnen, um ein wenig zu reisen und den Akku wieder voll zu laden. Einen Teil würde ich sicherlich dazu benutzen, etwas Gutes zu tun und den Rest anlegen.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Mit einem ausgiebigen Frühstück, gefolgt von einem gemütlichen Nachmittagsspaziergang und einem guten Abendessen mit meiner Freundin. Danach vielleicht noch eine gute Flasche Wein und einen schönen Film, um den Tag ausklingen zu lassen. Alternativ einfach einmal nichts tun. Leider gibt es solche Tage mit einem Start-up zu selten.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit Stefan Raab auf einen Kaffee, da er wie kein anderer versteht sich selbst zu vermarkten. Und wenn es noch möglich wäre, dann würde ich das Bier mit Steve Jobs trinken, für mich ist er einer der größten Visionäre unserer Zeit.

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Mirco Rössler ist Gründer und Geschäftsführer des Start-ups paintify, welches mit individuellen Gemälden nach Fotovorlagen den Kunstmarkt revolutioniert. Rössler hat im Jahr 2002 seine Ausbildung als Technischer Kommunikations Designer abgeschlossen. Anschließend sammelte er mehrere Jahre Erfahrung im Ausland bevor er 2013 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte und gemeinsam mit Tobias Finck paintify gründete.

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.