Verivox-Übernahme Das bekommt ProSiebenSat.1 für 170 Millionen Euro

Oakley Capital stieg 2009 bei Verivox ein und zahlte damals für 51 % am Unternehmen rund 20 Millionen Euro. Nun übernimmt ProSiebenSat.1 80 % am Vergleichsdienst und legt dafür bis zu 210 Millionen auf den Tisch. Verivox machte zuletzt wohl rund 60 Millionen Euro Umsatz.
Das bekommt ProSiebenSat.1 für 170 Millionen Euro

Schon Anfang des Jahres gab es Spekulationen über den Einstieg von ProSiebenSat.1 beim Heidelberger Vergleichsdienst Verivox. Inzwischen ist der Deal über die Bühne gegangen. Die Senderkette zahlt für 80 % an Verivox, nach eigenen Angaben “das größte unabhängige Verbraucherportal für Energie in Deutschland” stolze 170 Millionen Euro. Hinzu kommt noch ein Nachschlag von bis zu 40 Millionen Euro – wenn die Zahlen für das Jahr 2015 stimmen. Fast ein Schnäppchen, immerhin war im Frühjahr noch von einem Kaufpreis von rund 300 Millionen Euro die Rede.

Die restlichen Anteile an Verivox, das 250 Mitarbeiter beschäftigt, halten weiter die bisherigen Eigentümer – darunter Oakley Capital. Die Beteiligungsgesellschaft aus Großbritannien stieg Ende 2009 bei Verivox ein. Für 51 % am Unternehmen zahlte Oakley Capital damals etwa 20 Millionen Euro. Die restlichen Anteile an Verivox hielten die Unternehmensgründer Andrew Goodwin und Alexander Preston (jeweils 24,5 %). 1998 hob das Duo Verivox aus der Taufe.

Und was hat Verivox zu bieten? 2013 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 44,2 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn lautete 12,5 Millionen Euro. Die Zahlen von 2012: 39,5 Millionen (Umsatz), 13,9 Millionen (Bilanzgewinn). 2011 sah die Verivox-Welt so aus: 38,6 Millionen (Umsatz), 5,6 Millionen (Bilanzgewinn). Zuletzt soll sich der Umsatz noch einmal deutlich gesteigert haben. Ein Umsatz von 60 Millionen Euro geistert durch die Presselandschaft. Die ProSiebenSat.1-Gruppe will diese Umsatzbasis nun weiter ausbauen und “Verivox in den kommenden Jahren als führendes Portal in diesem Segment etablieren”. Neben Energie deckt Verivox auch längst die Segmente Telekommunikation, Versicherungen und Finanzdienstleistungen ab. Das Vertrauen der ProSiebenSat.1-Macher ist groß, immerhin ist Verivox die bisher größte Digital-Akquisition des Unternehmens.

Im Fokus: Alle Finanzspritzen und Exits in der Internetbranche gibt es in unserem Deal-Monitor

Foto: Abstract 3D numbers background computer generated render from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Stephan

    Ist es für 170 mio. + Werbung auf eigenen Kanälen nicht einfacher und günstiger es nachzubauen? Keine festen Nutzer, keine besondere Technologie? Werde nicht schlau aus dem Deal.

    • Große Firmen sind zu starr ein Startup aufzubauen. Das bekommen die bestehenden Strukturen einfach nicht hin. Natürlich wäre es günstiger. Aber 250 Mitarbeiter hebt man auch nicht eben aus der Erde. Ganz zu schweigen von der Marktetablierung.

      Mir erscheint der Betrag aber trotzdem etwas hoch. Bis sich das rentiert hat bei aktuellen Gewinnzahlen, dauert es ja 15 Jahre…

Aktuelle Meldungen

Alle