Peter Wiedeking von abendtüte “Wir möchten nicht von unserer Philosophie abweichen”

Ein Lieferservice für frische und regionale zusammen mit einem einfachen Rezept zum Selberkochen will die abendtüte sein. Hinter dem Start-up steht Peter Wiedking, der im Gründer-Kurzinterview über Frische, die Anpassung von Vertrieb und Produkten sowie das angestrebte Franchise-Model spricht.
“Wir möchten nicht von unserer Philosophie abweichen”

Ein Lieferservice für frische und regionale zusammen mit einem einfachen und interessanten Rezept zum Selberkochen will die abendtüte sein. Hinter dem Düsseldorfer Unternehmen steht Peter Wiedking, der im Gründer-Kurzinterview über maximale Frische durch Ernten nach Bestellung, die Anpassung von Vertrieb und Produkten sowie das angestrebte Franchise-Model.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Die abendtüte liefert täglich frische Lebensmittel zusammen mit einem
raffinierten Rezept zum Selberkochen. Die frischen Bio-Zutaten kommen von kleinen Bauernhöfen aus der Region und werden auf Bestellung geerntet und geliefert. Dadurch ist maximale Frische garantiert!

Wir möchten, dass das Kocherlebnis beim Auspacken der abendtüte beginnt: alle Zutaten werden liebevoll von Hand verpackt und machen Freude beim Betrachten, fühlen, riechen. Die Rezepte sind so einfach, dass sie auch Kochanfänger oder „Ausnahme-Köche“ nicht überfordern.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Es hat sich nach der Gründung verändert. :-)
Wir hatten eine klare Definition unserer Zielgruppe. Doch was wir nicht bedacht hatten war, dass auch andere Zielgruppen unsere Produkte kaufen wollen z.B. Paare und Familien. Das war nicht vorgesehen. Deshalb haben wir unseren Vertrieb und die Produkte schnell angepasst.

Wir gehen immer noch sehr stark auf Kundenwünsche ein z.B. gibt es eine Picknick-Tüte, die man sich ins Büro bestellen kann und dann einfach ohne Kochen am Rhein essen kann. Picknickdecke, Besteck und Getränke sind inklusive. Das war der Wunsch von vielen Kunden und deshalb haben wir sie mit aufgenommen.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Es gibt einige Mitbewerber, die ähnliche Konzepte verfolgen, wir grenzen uns aber durch 4 Punkte klar ab:
1.) Flexibilität und Schnelligkeit – Bei uns kann man bis 12 Uhr bestellen und bekommt die abendtüte am gleichen Tag im Wunschzeitfenster geliefert.
2.) Qualität und Regionalität der Produkte – Wir haben viele Bio-Produkte und regionale Produkte, die wir in die abendtüten packen. Bei jeder Zutat achten wir darauf, dass keine Zusatzstoffe enthalten sind. Unser Fleisch bekommen wir vom Thönes-Natur-Verbund in Wachtendonk, der für artgerechte Haltung und ökologisch erzeugtes Futter steht. Unser Gemüse kommt von Bio Bauern aus dem Niederrhein.
3.) Individualität – Die Rezepte sind alle von uns Probe gekocht und entwickelt. Wir legen viel Wert auf kreative und ausgefallene Rezepte und wollen neuen Schwung in die Küchen unserer Kunden bringen. Jeder kann nach seinem Geschmack bei uns auswählen.
4.) Keine Lebensmittelverschwendung – Wir liefern die genau benötigten Mengen für die bestellten Personenanzahl. Die meisten Gerichte sind ab einer Person.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Wir legen viel Wert auf Nachhaltigkeit, Qualität und Regionalität. Dies hat natürlich seinen Preis und zielt auf die Personen, denen Lebensmittel etwas Wert sind und die nicht irgendetwas essen möchten. Das Feedback unser Kunden ist überwältigend und die Mund-zu-Mund Propaganda funktioniert bestens, das dauert nur seine Zeit. Wir brauchen also einen langen Atem, bevor wir genug Stammkunden in Düsseldorf und Umgebung haben.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Wir verdienen mit jeder ausgelieferten abendtüte Geld. Damit haben wir immer einen positiven Cashflow, was sehr wichtig ist. Aber wir stecken auch jeden Euro, den wir verdienen in das Unternehmen und in Werbung. Deshalb schreiben wir erst schwarze Zahlen, wenn wir nicht mehr investieren.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Unser Ziel ist es einen soliden Kundenstamm in Düsseldorf aufzubauen und dann über ein Franchise-Netzwerk weitere Städte zu beliefern. Wir möchten nicht von unserer Nachhaltigkeit-Philosophie abweichen und Gemüse aus dem Niederrhein quer durch die Republik schicken. Es gibt genauso auch gutes Bio-Gemüse im Süden Deutschlands!

Das Franchise-Model wird gut laufen, da das Schwierigste die Webseite und die Rezepte waren. Diese sind leicht übertragbar und werden von vielen Food-Start-ups unterschätzt.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Wir wollen das Geschäft in Düsseldorf größtenteils durch Mitarbeiter betreuen lassen, damit wir uns auf das Franchise-Netzwerk konzentrieren können. Wir möchten 2016 in weiteren Städten expandieren und bereiten jetzt dafür alles vor.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Peter Wiedeking ist Gründer der abendtüte aus Düsseldorf. Er studierte zunächst an der Universität Magdeburg Wirtschaftsinformatik und Computer Science in Wisconsin (USA), eher er im Anschluss als Senior Managing Consultant für IBM Deutschland tätig war.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

  1. Besten Dank für das Interview!

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