500.000 Euro Werbebudget Komplett neue Strategie beim ProSiebenSat.1 Accelerator

Der ProSiebenSat.1 Accelerator stellt sich komplett neu auf. Ab sofort konzentriert sich der noch junge Brutkasten der Sendergruppe auf Consumer-Start-ups, die schon im Markt unterwegs sind und mit TV-Werbung schneller wachsen wollen. Eine kluge Entscheidung, so spielt ProSiebenSat.1 endlich seine Marketing-Power aus.
Komplett neue Strategie beim ProSiebenSat.1 Accelerator

Der kleine Start-up-Umbau beim Medienunternehmen ProSiebenSat.1, dass mit 7Commerce neuerdings auf Later Stage-Themen setzt, geht weiter. Den Inkubator Epic Companies hatte die Sendergruppe schon vorher aufgegeben. Nun wird der hauseigene Accelerator, der ProSiebenSat.1 Accelerator, umgemodelt. Ab sofort konzentriert sich der Brutkasten der Sendergruppe auf Consumer-Start-ups, die schon im Markt unterwegs sind und mit TV-Werbung schneller wachsen wollen. Deswegen bekommt jedes Start-up, das sich in den ProSiebenSat.1 Accelerator begibt, nun 500.000 Euro Werbebudget. “Alle bisherigen Leistungen wie eine Anschubfinanzierung von 25.000 Euro und ein umfassendes Mentoren-Programm bleiben bestehen”, teilt ProSiebenSat.1 mit. Im Gegenzug möchte “ProSiebenSat.1 eine variable Beteiligung am Unternehmen” haben. Was nach ordentlich Anteilen klingt.

“Mit der Neuausrichtung des Accelerators bringen wir unsere Kernkompetenz in Form von Marketing-Power mit ein und schärfen so das Profil des Programms. Gleichzeitig führen wir den ProSiebenSat.1 Accelerator näher an unsere bestehenden Investment-Units und unsere Venture-Capital-Partner heran, um Anschlussfinanzierungen zu ermöglichen”, sagt Christian Wegner, Digitalvorstand von ProSiebenSat.1. Was stimmt, immerhin verspielte der ProSiebenSat.1 Accelerator diese Stärken bisher ziemlich. Start-ups, die noch nicht gestartet sind oder gar im B2B-Segment unterwegs sind, passten nie so richtig in die große Senderwelt von ProSiebenSat.1.

30 Start-ups haben den ProSiebenSat.1 Accelerator bisher durchlaufen. Die fünfte Klasse des Brutkastens bestand aus Asanayoga, Kaputt.de, Layoutfabrik und SpringTab. Die vierte Klasse des ProSiebenSat.1-Accelerators setzte sich aus diesen Start-ups zusammen: Cashboard, Ekoio, Eurosender, Jaimie Jacobs, Pablo & Paul und PflegeAgents. Die dritte Klasse des ProSiebenSat.1-Accelerators bestand aus Appscend Video Solutions, Little Postman, Media4Care, onbelle, Photocircle, SecureBeam und Wonderland4U. Die zweite Klasse bestand aus Eyeglass24, Kinematics, Jurato, myRADIOday, payever, Storyfeed und Videostream360. Die erste Klasse bildeten ampido, DreamaTV, get2play, JobCrowd, moosify und Tickethelden.

Der Großteil dieser Start-up hätte im neuen ProSiebenSat.1 Accelerator wohl keine Chance mehr. Die nächste Runde des Brutkastens startet im September 2015. Pro Halbjahr können künftig bis zu fünf Start-up beim ProSiebenSat.1 Accelerator mitmischen. Kapitalgeber wie b-to-v, Earlybird, e.ventures, Lakestar, Holtzbrinck Ventures unterstützen ProSiebenSat.1 künftig bei der Auswahl der Accelerator-Start-ups.

Foto: Worker holding a helmet with background of blurred construction site from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.