Linda Jazzar von Kautionsretter “Wir prüfen die Qualität unserer Handwerker genau”

Kautionsretter ist eine Online-Plattform, die sich um die Verwaltung von Kautionen kümmert und Handwerker vermittelt. Gründerin Linda Jazzar spricht im Gründer-Kurzinterview über Schönheitsreparaturen, Heimwerker-Boxen und Technologieführerschaft in der Nische.
“Wir prüfen die Qualität unserer Handwerker genau”

Kautionsretter ist eine Online-Plattform, die sich um die Verwaltung von Kautionen kümmert und Handwerker vermittelt. Gründerin Linda Jazzar spricht im Gründer-Kurzinterview über Schönheitsreparaturen, Heimwerker-Boxen und Technologieführerschaft in der Nische.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
KautionsRetter ist der Online-Markplatz für alle Themen rund um Schönheitsreparaturen beim Auszug. Wir bieten unseren Kunden Beratung hinsichtlich der zu erledigenden Schönheitsreparaturen an und ermöglichen ihnen online Handwerker für die Ausführung der nötigen Reparaturen zu buchen. Des Weiteren lassen sich über unsere Plattform auch Heimwerker-Boxen für die Renovierung in Eigenregie bestellen. Kurz und knapp: eine ganzheitliche Service-Plattform zum Thema Mietkaution.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Obwohl das Thema Mietkaution schon von Anfang an feststand, hat sich mit der Zeit mehr und mehr der Plattform-Gedanke herausgebildet. Wir wollten mehr sein als ein bloßer Handwerker-Vermittler und versuchen uns als „Point of Reference“ für Schönheitsreparaturen im Markt zu positionieren.

Dies hängt für uns vor allem mit den Vorteilen des Full-Stack-Konzeptes zusammen, in dessen Richtung wir uns langfristig in diesem Bereich entwickeln wollen. Wir lernen momentan sehr viel in der Nische Mietkaution und profitieren von diesen Erfahrungen für die Etablierung unserer ganzheitlichen Plattform.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Mitbewerber unterscheiden wir generell in zwei Gruppen:
1. Private Handwerker außerhalb unseres Partnerverbundes
2. Marktplätze wie z.B. Ebay-Kleinanzeigen, etc.

Wir grenzen uns gegenüber der Konkurrenz dadurch ab, dass wir auf der einen Seite sehr stark auf Technologieführerschaft in unserer Nische setzen, wie zum Beispiel einem Algorithmus zur Berechnung der zeitlichen und monetären Größen einer Reparatur. Daneben setzen wir sehr stark auf das Konzept einer ganzheitlichen Plattform, in die wir versuchen weitere Services zu integrieren, um den Kunden bestmöglich abzuholen.

Wodurch wir uns von der Konkurrenz auch deutlich unterscheiden ist unser geprüftes Handwerker-Netzwerk. Wir prüfen die Qualität unserer Handwerker genau und können daher einen besonderen Service für den Kunden bieten, welcher nur schwer durch die Konkurrenz abzubilden ist.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Der primäre Faktor ist den Kunden und dessen Probleme und Bedürfnisse zu verstehen. Was will unser Kunde, der gerade im Umzugsstress steht und Gefahr läuft seine Mietkaution zu verlieren?

Darüber hinaus gibt es verschiedene Herausforderungen die wir sehen und bewältigen wollen. Wir arbeiten auf der einen Seite hart an unserem Produkt, um einen intuitiven Zugang zu einem komplexen Service wie Renovierungen bieten zu können. Auf der anderen Seite suchen wir natürlich durch kontinuierliche Tests Marketing-Kanäle, die zu uns passen.

Daneben ist natürlich die Reichweite und Kundenabdeckung unseres Handwerker-Netzwerkes ein entscheidender Faktor, sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Wir setzen momentan sehr stark auf Wachstum und eher sekundär auf Profitabilität.
1. Wir vermitteln Aufträge an Handwerker und bekommen dafür eine Provision.
2. Wir verkaufen Heimwerker-Boxen für Schönheitsreparaturen in Eigenregie.
3. Lead Generierung für weitere Dienstleistungen im Bereich des Wohnungsauszuges, z.B. Anwälte, Gebäudereinigungsunternehmen, etc.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Unser Fokus liegt im ersten Schritt ganz klar auf Deutschland. Allein in diesem Markt stehen pro Jahr rund 9 Mrd. Euro an Mietkautionen aus. Wir prüfen natürlich schon sehr aktiv die Rahmenbedingungen zu Markteintritten in einigen anderen europäischen Märkten. Auch hier denken wir, dass uns unsere Expertise die Möglichkeit bietet, das entwickelte Modell schnell auszurollen.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Natürlich maximal vielen Kunden helfen ihre Mietkaution zu sichern.
Das Produkt weiter ausbauen und weitere Services innerhalb der Plattform entwickeln. Des Weiteren wird das Handwerker-Netzwerk ausgebaut, sowohl in der Breite als auch in der Tiefe, um in den größten deutschen Ballungsräumen einen Anlaufpunkt für Umziehende bieten zu können.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

zur Person:
Linda Jazzar ist Gründerin von Kautionsretter. Sie studierte zunächst Ökonomie an der Universität in Beirut und führte ihre Ausbildung an der Univerität Paris fort, wo sie sich auf Entrepreneurship spezialisierte. Nach dem Studium war sie tätig für Mode-Unternehmen wie Elie Saab oder die Buchungsplattform Wimdu.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.