Harald Ernst von AddaWish “Ein Doodle für gemeinsames Schenken war meine Vision”

Über die Plattform können Nutzer Geschenke gemeinsam kaufen und einzeln zahlen – also wie im echten Leben, wenn Freunde einander gemeinsam etwas zum Geburtstag schenken. Gründer Harald Ernst spricht im Gründer-Kurzinterview den nicht immer reibungslosen Prozess des Schenkens, Doodle und Geldsammeln.
“Ein Doodle für gemeinsames Schenken war meine Vision”

Über die Plattform können Nutzer Geschenke gemeinsam kaufen und einzeln zahlen – also wie im echten Leben, wenn Freunde einander gemeinsam etwas zum Geburtstag schenken. Gründer Harald Ernst spricht im Gründer-Kurzinterview den nicht immer reibungslosen Prozess des Schenkens, Doodle und Geldsammeln.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
AddaWish vereinfacht gemeinsames Schenken. Und zwar in dreierlei Weisen: Erstens vereinfacht AddaWish das Einsammeln von Geld im Kollegen-, Familien oder Freundeskreis für ein gemeinsames Geschenk. Jeder kennt das: Dieser Prozess ist sehr aufwändig und nicht immer reibungslos. Der eine hat kein Geld dabei, der nächste ist nicht erreichbar usw. Zweitens bietet AddaWish Inspiration für tolle Geschenke, die man als Gruppe schenken kann. Und drittens vereinfacht es die Planung einer gemeinsamen Reise oder eines Events. Hier gab es bisher kein Abstimmungs- und Einkaufstool, das ein gemeinsames Einkaufen mit meinen Freunden ermöglicht.

Für die drei beschriebenen Herausforderungen bietet AddaWish eine Lösung. Ich suche mir ein Event aus mehr als derzeit 1.000 Angeboten aus und kann anschließend meine Freude einladen und alles weitere – Timing, Bezahlung, Gutscheinerstellung – direkt auf AddaWisch abwickeln. Gemeinsames Schenken ist damit endlich kinderleicht.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Ich fand den Grundgedanken von Doodle immer klasse. Gemeinsam einen Termin abzustimmen war vorher unendlich kompliziert. Mit Doodle ist es kinderleicht. Gleichzeitig hat es mich schon immer gestört, dass gemeinsames Schenken so ein aufwändiger Prozess ist. Ein Doodle für gemeinsames Schenken war daher meine Vision. Der Ausgangspunkt meiner Überlegungen war dabei erst mal nur das gemeinsame Sammeln von Geld. Das allein ist aber sehr unattraktiv, wenn nur für den Sammelprozess Geld bezahlt werden soll.

AddaWish geht daher noch einen Schritt weiter, und bietet gleich die passenden Geschenke an. Das gute für uns ist, das wir so das klassische 1:1 Anbieter-Kunde-Modell aufbrechen. Denn unser Kunde ist ja gleich eine ganze Gruppe von Leuten. Auf diesem Wege erfolgt unser Wachstum in Form von echten Kundenkontakten entsprechend schneller, und das Geschäftsmodell sollte sich dementsprechend auch schneller positiv entwickeln.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Unmittelbare Wettbewerber mit einem identischen Modell sehen wir derzeit nicht. Wir sind im weitesten Sinne vergleichbar mit Leetchi.com. Im Bereich Eventgutscheine haben wir natürlich viele Wettbewerber wie mydays, jochen-schweizer etc. Diese erlauben aber eben kein gemeinsames Geldsammeln direkt auf deren Seite. Im Verlauf des Jahres werden wir unser Sortiment zusätzlich weiter ausbauen und noch weitere spannende Features einbauen.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Sowohl die Funktion, das Angebot und unser Service müssen unsere Kunden begeistern. Dann werden wir es schaffen, dass AddaWish DAS Synonym für Gemeinsames Schenken wird.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Wir verdienen an jeder Transaktion Geld, über eine Provision. Geplant ist, im vierten Quartal 2015 das erste Mal schwarze Zahlen zu schreiben. Ab Mitte 2016 soll das Geschäftsmodell ertragreich sein.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Wir starten mit Deutschland und Österreich und werden Anfang 2016 weitere Länder mit aufnehmen.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Unser Fokus für 2015 liegt auf dem Aufbau unserer Angebotsbasis und auf der Markterschließung. Zudem werden wir in Q3 ein Buchungssystem integrieren.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Harald Ernst ist Geschäftsführer der AddaWish-Mutterfirma ECHO Dialog GmbH & Co. KG und war langjähriger Mitarbeiter der Arvato AG. Während dieser Zeit hat er als Senior Account Manager unter anderem Kunden wie Microsoft, Sky, AXA als Senior Account Manager geführt. Für BuyVIP (heute AmazonBuyVIP) war er als Geschäftsführer für das Deutschlandgeschäft verantwortlich. In gleicher Position hat er das Unternehmen Tellja aufgebaut. Bei AddaWish verantwortet er die Bereiche Sales & Marketing.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.