15 Fragen an T. Hoppe von Schülerkarriere “Nicht den Glauben an die eigene Idee verlieren”

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen. Der Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen – diesmal antwortet Thomas Hoppe von Schülerkarriere.de.
“Nicht den Glauben an die eigene Idee verlieren”

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Die Möglichkeit zu haben neue Ideen umzusetzen und direkt vom Erfolg des eigenen Handels zu partizipieren.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Ich musste mir nach meiner Schulzeit, alle Informationen für jede vakante Stelle eigenständig heraussuchen und daraufhin meine Bewerbung auf die Position anpassen, was mir viel zu aufwändig war und mich gelangweilt hat.

Dies möchte ich allen kommenden Schulabsolventen ersparen. Das Projekt Schülerkarriere wurde erst als fiktives Unternehmen im Rahmen meines Studiums gestartet und danach erst 2010 im ersten Anlauf und dann 2012 erfolgreich umgesetzt.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Die ersten Gelder kamen von den Gründungsmitgliedern, sowie durch die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb Gründercampus Niedersachsen. Danach kamen durch den ersten Investor, die ersten Kunden und den beiden folgenden Investoren das Geld zur Realisierung von Schülerkarriere zusammen.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Den Glauben an die eigene Idee nicht zu verlieren, auch wenn Familie, Freunde und sogar die ersten Mitgesellschafter den Erfolg in Frage stellen sowie die finanzielle Durststrecke zu überwinden, bis das Geschäftsmodell sich etabliert hat.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Ich würde mir bei der Auswahl meiner Gesellschafter mehr Zeit nehmen, um wirklich motivierte Kollegen dabei zu haben, die genauso für die Idee „brennen“ wie man selbst und ich würde mich früher um mögliche Finanzierungsmöglichkeiten bemühen, um eine ausreichende Kapitalbasis zum Anschub zu haben.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Auf Grund unserer Zielgruppe der Schüler sind wir im Online-Bereich u.a. über Social Media aber auch bereits bekannte Portale wie Abiunity aktiv indem wir mit denen Kooperationen haben und uns gegenseitig vorstellen und bekannt machen. Ansonsten nutzen wir persönliche Kontakte und auch die direkte Ansprache vor Ort in den Schulen oder über Netzwerke wie Lehrer oder Eltern-/Schülerverbände, um neue Schüler zu generieren.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Im Grund waren es die Familie, Freunde und Bekannte, die mehr oder minder stark an die Idee geglaubt haben und mich teilweise auch gerade mit ihrer Skepsis und ihren Vorbehalten motiviert haben es erst recht zu probieren!

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Man sollte sich nicht zu leicht von der eigenen Idee abbringen lassen.
Wenn man dran glaubt, eine gute Vorbereitung hat und „Feuer und Flamme“ für die Idee ist, kann man es auch schaffen. Widerstände und Kritik sind dafür dar, daraus zu lernen und wenn nötig, den Weg leicht zu korrigieren, um erfolgreich zu werden.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Die Bürokratie weiter abzubauen. Die Gründung einer Firma und auch die Beschaffung von Kapital ist immer noch zu aufwendig und schreckt viele potenzielle Gründer ab, eine Idee umzusetzen, wobei wir dringend innovative und erfolgsversprechende Gründungen benötigen!

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
In die Unternehmensberatung gehen, da für mich das „Mitgestalten und Verbessern“ von bestehenden, teilweise veralteten Verfahren/Abläufen spannend ist.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Ich hätte früher, in der Hochzeit, gerne einmal bei Studi-VZ reingeschaut.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Ich würde in die Zukunft reisen, um zu sehen wie die Welt in 50 oder 100 Jahren aussieht.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Sowohl in die Firma als auch in die bereits vorhandenen weiteren Ideen investieren und einen kleinen Puffer für schlechte Zeiten zurücklegen.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Aufstehen, joggen oder zum Fitness gehen, frühstücken und dann mit Freunden in der Sonne in einer Bar/einem Café sitzen und über spannende Geschäftsideen diskutieren.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Beruflich mit Marc Zuckerberg und privat dann doch eher mit Keira Knightley.

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Thomas Hoppe ist Gründer von Schülerkarriere.de, einer Plattform, die bei der Suche nach einem Studienplatz oder einer Ausbildung hilft. Er absolvierte ein duales Studium in Business Administration zunächst in Hannover, später an der FH Vechta. Erste Berufserfahrungen sammelte er unter anderem bei Absolventa, ehe er sich bereits 2010 selbstständig machte.

15 Fragen als eBook und in gedruckter Form

“Hinter den Kulissen deutscher Start-ups: 45 Gründer über den Aufbau ihres Unternehmens”, heißt der erste Titel der neuen Buchreihe von deutsche-startups.de. Unser erstes Buch, ein Best-of der Rubrik 15 Fragen an, steht unter dem Motto: Von Gründern lernen, sich von deutschen Unternehmern inspirieren lassen. 45 Gründer berichten von Ihren eigenen Erfahrungen, geben wertvolle Tipps und teilen ihre Inspirationen mit den Lesern.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

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