John Nitschke von shyftplan “Die Steuerberater sind die besten Mitbewerber”

shyftplan hat es sich zum Ziel gesetzt, Einsatzplanung, Personalaquisition sowie digitale Gehaltsabrechnung zu vereinen. Personalorganisation soll einfacher und günstiger für alle Beteiligten werden. Im Gründer-Kurzinterview spricht John Nitschke über Lohnabrechnungen, Steuerberater und Personalorganisation.
“Die Steuerberater sind die besten Mitbewerber”

Das Berliner Start-up shyftplan hat es sich zum Ziel gesetzt Einsatzplanung, Personalaquisition sowie digitale Gehaltsabrechnung zu vereinen. Personalorganisation soll einfacher und günstiger für alle Beteiligten werden. Im Gründer-Kurzinterview spricht Gründer John Nitschke über automatisierten Lohnabrechnung, Steuerberater und ihr Steuermandat sowie Personalorganisation.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up? Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Ich habe meinen Mitgründer Jan bei einem Messe-Job neben dem Studium kennengelernt. Die Eventagenturen sind hoch manuell organisiert und vor ein paar Jahren wurden sogar noch echte Briefe per Post hin und her geschickt. Wir haben das Potential gesehen und beschlossen, eine Software zu entwickeln, über die Mitarbeiter automatisiert organisiert und abgerechnet werden können – mit jedem Gerät.

Jedoch haben wir schnell gemerkt, dass das Problem der Personalorganisation noch viel größer ist und alle Firmen, die Mitarbeiter mit wechselnden Schichten haben, solch ein Tool benötigen. Der Weg zur automatisierten Lohnabrechnung war der nächste logische Schritt.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Es gibt noch einige andere Online-Dienstpläne, allerdings sind wir der einzige werbefreie, kostenlose Dienstplan. Wir verdienen über die automatische Lohnabrechnung Geld und sind damit der einzige Anbieter auf dem Markt. Die Lohnabrechnung ist sogar bis zu 70 Prozent günstiger, als beim Steuerberater.

Die Steuerberater sind übrigens die besten Mitbewerber, die man sich vorstellen kann. Sie haben nämlich selbst keine Lust auf die Lohnabrechnung. Durch den hohen manuellen Aufwand arbeiten sie meist nur kostendeckend, um das Steuermandat zu halten. Sie sind sogar froh, dass wir ihnen die Arbeit abnehmen.

Wir gehen aber noch weiter Wir wollen das eine Tool sein, das ein KMU braucht, um sein Personal zu managen. Von der Suche, über den Vertragsabschluss bis hin zur Abrechnung. Alles automatisch und kinderleicht.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Wir schenken mit unserer Software Zeit, völlig kostenlos! Das ist unser Slogan und eben auch unser Auftrag. Sobald unsere Kunden das verstanden haben, können sie ihre Energie und Liebe wieder in neue Gerichte, außerordentlichen Service und neue Geschäftsideen stecken. Alternativ können Sie natürlich auch mal wieder ein Eis essen gehen.
Diese Message publik zu machen, so dass sie jeder versteht, ist unser entscheidenster Faktor.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Wie gesagt, wir verdienen mit der automatischen Lohnabrechnung Geld. Im Moment ist der Deutsche Markt der klare Fokus. Anschließend kommt die Eroberung der internationalen Märkte. Das Schichtplan- und Lohnabrechnungsproblem existiert nämlich international und ist durch SaaS einfach zu skalieren. Schwarze Zahlen werden dann von ganz allein kommen.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Wir wollen uns zunächst als online Dienstplan Nummer 1 auf dem deutschen Markt weiter etablieren. Bei über 10 Mio. Arbeitnehmern in Schichtplänen ein erstrebenswertes Ziel. Auf diesem Markt werden wir den Umgang mit der Personalorganisation revolutionieren. Da das System nämlich sowieso schon weiß, wer wann wo gearbeitet hat, ist es nur noch ein Klick, um die Lohnabrechnung abzuschicken. Diese Ziele auf den internationalen Märkten zu erreichen, sind dann die nächsten Schritte.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Wir brauchen unbedingt eine Windows Phone App… nein, Spaß! Das System ist zwar schon für den mobilen Browser optimiert, aber eine Smartphone App gehört schon zum guten Ton.
Wir sind kurz davor eine iPhone App zu launchen und danach wird eine Android App kommen.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
John Nitschke studierte BWL mit den Schwerpunkten Finanzierung und Marketing und schloss als Dipl. Kaufmann (FH) ab. Den Grundstein für das Interesse, Firmen zu gründen, legte er bereits mit 16. shyftplan hat John Nitschke zusammen mit Jan-Martin Josten gegründet.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

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