Change Management Wie sich MyLane zum iPad-Kassensystem wandelte

Alles neu bei Mylane: Eigentlich wollte das Start-up alle Bestellungen "innerhalb des Stadtgebiets binnen 90 Minuten" ausliefern. Auf der Website präsentiert sich MyLane nun aber "als Kassensystem für den Einzelhandel". Der Marktplatz soll aber weiter kommen – wenn denn alles klappt.
Wie sich MyLane zum iPad-Kassensystem wandelte

Das Berliner Start-up MyLane trat Ende des vergangenen Jahres mit dem Versprechen an, einen “lokalen Online-Marktplatz mit Same-Day-Delivery” aufbauen zu wollen. Nun schwenken die Hauptstädter ein ganz klein wenig um. Auf der Website präsentiert sich MyLane nun “als Kassensystem für den Einzelhandel”. Den Marktplatz mit Same-Day-Delivery will das junge Team rund um Jens Ravens, Lukas Schmerbacher, Steffen Persiel, Tobias Hieb und Andreas Baum aber weiterhin umsetzen. “Dafür ist es notwendig, die Warenbestände im lokalen Einzelhandel zu kennen. Und zwar idealerweise in Echtzeit, damit auf dem MyLane-Marktplatz nur solche Waren angeboten werden, die garantiert verfügbar und binnen 90 Minuten lieferbar sind”, sagt Mitgründer Persiel.

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Kurzum: Das Kassensystem sei ein zentraler Baustein, um den MyLane-Marktplatz umzusetzen, berichtet der MyLane-Macher weiter. “Mit der Gründung der MyLane Labs GmbH im Januar 2014 haben wir uns entschieden, das Kassensystem als eigenständiges Produkt zu entwickeln und zu vertreiben. Die Entwicklung des MyLane-Marktplatzes haben wir deshalb zurückgestellt – aber nicht aufgegeben”, sagt Persiel. Gegenüber Gründerszene berichtete Persiel aber auch, “dass das ursprüngliche Geschäftsmodell unausgereift und nicht skalierbar gewesen sei. Vor diesem Hintergrund sei keine Finanzierung zustande gekommen”.

Noch einmal zum einstigen Konzept von MyLane: Das Start-up wollte alle Bestellungen “innerhalb des Stadtgebiets binnen 90 Minuten” ausliefern. Eigene und fremde Kuriere sollten die Waren, in der Regel “lokal verfügbare und sofort lieferbare Produkte” in Windeseile an die Kunden zustellen. Im gesamten Konzept wollte MyLane dabei viele Aufgaben automatisiert übernehmen – darunter Bestell- und Zahlungsabwicklung sowie Logistik und dem Retourenmanagement. “Händlern werden eingehende Onlinebestellungen per Smartphone- oder iPad-App signalisiert, auf Wunsch synchronisiert die MyLane-Kassensoftware sogar die Produktverfügbarkeiten mit dem Online-Marktplatz”, teilte das Unternehmen vor wenigen Monaten mit. Nun soll iPad-Kassensystem es richten.

“Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Warenbestände lokaler Einzelhändler abzufragen. Beispielsweise händisch, oder indem man die Warenwirtschaftssysteme abfragt, oder indem man die Kassensysteme der Händler nutzt. Letzteres ist eine zuverlässige, automatisierte und deshalb gut skalierbare Lösung und hat einen weiteren Vorteil: Auf dem Online-Marktplatz eingegangene Bestellungen signalisieren wir dem Händler ebenfalls direkt im Kassensystem. Weil es bei Same-Day-Delivery auf Schnelligkeit ankommt, erkennt der Händler neue Bestellungen sofort und kann sie abholbereit verpacken. Auch die Übergabequittierung an den Kurier erfolgt per MyLane-Kassensystem”, sagt Persiel noch einmal zum Konzept. Problem dabei: Es gibt bereits reichlich Start-ups, die sich als Kassensystem für Einzelhändler etablieren wollen. Genannt seien an dieser Stelle nur einmal inventorum, orderbird und gastrofix (Schwerpunkt: Gastronomie).

Foto: Portrait of a young business woman from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.