Bitteres Aus Dokumentenverwaltung doo wird eingestellt

doo ist Geschichte. Die Dokumentenverwaltung wird am 17. März eingestellt. Das schnelle Aus kommt mehr als überraschend, immerhin brachte das Unternehmen noch im Januar neue Ableger seiner App an den Start. Das komplette Aus für doo soll das Ende der Dokumentenverwaltung aber nicht sein.
Dokumentenverwaltung doo wird eingestellt

Das Bonner Start-up doo, das so etwas wie ein Vorzeige-Start-up für das ganze Rheinland war, gibt auf. Die Dokumentenverwaltung wird am 17. März eingestellt. Das schnelle Aus kommt mehr als überraschend, immerhin brachte das Unternehmen noch im Januar neue Ableger seiner Dokumentenverwaltung an den Start. Das komplette Aus für doo soll das Ende der Dokumentenverwaltung aber nicht sein. Das Unternehmen, das von Frank Thelen, Marc Sieberger und Alex Koch gegründet wurde, will auf Basis seiner bisherigen Erfahrungen in Sachen Cloud Storage und Co. neue Produkte an den Start bringen.

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Unter der Überschrift “Every ending holds a new beginning” verkündete doo-Macher Thelen an diesem Freitag das Aus für die Dokumentenverwaltung. Er schreibt unter anderem: “It is with a heavy heart we have to announce that ‘doo – the document app’ will be shutting down on Monday, March 17, 2014. We founded this company in June 2011 to change the way people organize and work with documents”. Zur Zukunft des Unternehmen schreibt er weiter: “Even though we’ve been chasing the wrong rabbit, we have built outstanding cloud storage, sync and search technologies. Plus, we have great investors, who believe in our team. So there is only one option: we have already started working on new products based on what we’ve learned … we’ll keep you posted!”

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doo wurde unter anderem von Target Partners, DuMont Venture und Xing-Gründer Lars Hinrichs finanziell unterstützt. Schon vor dem Start seines Produktes konnten Thelen und Co. 2011 stattliche 5 Millionen Euro einsammeln. Was verdeutlicht, wie außergewöhnlich die Voraussetzungen bei doo waren – und wie groß das Vertrauen der Investoren in Thelen und Co. war. Rund 10 Millionen Euro dürften insgesamt in doo geflossen sein. Im Sommer 2012 ging doo dann endlich an den Start. Das papierlose Büro blieb dennoch ein Wunschtraum: Schon im Oktober war die Bilanz mager. doo hatte damals nur wenige aktive Nutzer. Auch alle neuen Apps konnten doo nicht zum Erfolg führen. Schuldig blieb das Start-up auch seine kostenpflichtige Premiumversion, mit der die Nutzer monetarisiert werden sollten – doch wo keine Nutzer, da auch keine potenziellen Einnahmen. Mal sehen, was nun auch dem doo-Know How wird.

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Hausbesuch bei doo

ds-Haus- und Hoffotograf Andreas Lukoschek durfte sich bei doo Anfang 2013 einmal ganz genau umsehen. Er fand den ein edles Treppenhaus, viele fleißige Mitarbeiter und eine wunderschöne Lego-Installation. Einige Eindrücke gibt es in unserer Fotogalerie.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.