Wird das papierlose Büro jetzt Realität? doo geht endlich offiziell an den Start

Wie bereits Ende Mai berichtet, investiert Target Partners in das Bonner Vorzeige-Start-up doo (www.doo.net), auf dessen Start die deutsche Gründerszene seit Monaten wartet. Das Start-up von Frank Thelen, Marc Sieberger und Alex Koch […]
Wird das papierlose Büro jetzt Realität? doo geht endlich offiziell an den Start

Wie bereits Ende Mai berichtet, investiert Target Partners in das Bonner Vorzeige-Start-up doo (www.doo.net), auf dessen Start die deutsche Gründerszene seit Monaten wartet. Das Start-up von Frank Thelen, Marc Sieberger und Alex Koch tritt an, um “unseren täglichen Umgang mit Papier zu revolutionieren”. Die Cloud-Lösung richtet sich an Endkunden und kleinere Unternehmen. Mit der offiziellen Verkündung der Finanzierungsrunde, bei der Target “einen Millionenbetrag” in doo investiert, legt das Unternehmen nun auch endlich los- zunächst mit Apps für Mac und Windows 8 Metro. Insgesamt sammelte doo bisher 10 Millionen US-Dollar, knapp 8 Millionen Euro, ein.

Das große Ziel von doo ist das papierlose Büro. doo ermöglicht das Speichern von Dokumente in der Cloud, so dass die Nutzer von jedem Ort auf die Dokumente zugreifen können. “Wir alle organisieren unsere Musik, Fotos und Filme bereits auf unseren Computern und in der Cloud. Doo wird den leidigen Papierkrieg und das unübersichtliche File-System beseitigen. Wir sind froh als Investor doo und das Gründerteam zu unterstützen“, sagt Olaf Jacobi, Partner bei Target Partners. “Wir sind stolz, Target Partners als Investor und Partner gewonnen zu haben. Mit doo haben wir uns eine große Aufgabe vorgenommen. Gemeinsam werden wir sowohl herausfordernde Zeiten als auch schwierige Entscheidungen durchleben – dafür benötigt doo professionelle und starke Partner“, sagt Mitgründer Sieberger.

doo_team

Bereits im Dezember des vergangenen Jahres sammelte doo imposante 5 Millionen Euro ein. Die stattliche Seed-Finanzierung stammte von DuMont Venture, der Beteiligungsfirma des Kölner Traditionsverlages M. DuMont Schauberg, Xing-Gründer und HackFwd-Macher Lars Hinrichs sowie Hermann Simon (Simon-Kucher & Partners). Rund ein Jahr hat es gedauert, bis doo endlich sein Produkt präsentieren konnte. “Es begann alles mit lästigen Situationen in meinem privaten und geschäftlichen Leben: täglich habe ich mich mit Quittungen, Verträgen und Rechnungen herumgeschlagen, die überall auf meinem Schreibtisch bzw. auf meiner Festplatte herumflogen. Ich habe viel zu viel Zeit damit verschwendet, diese zu suchen, zu sortieren und zu archivieren – nicht selten sind mir Dokumente auch einfach verloren gegangen. Ich denke bereits seit Jahren über das richtige Produkt zur Lösung dieses Problems nach”, schreibt Thelen in einer Mail zur Verkündung der ersten Beta-Version.

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* 5 Millionen vor dem Start: Bonner Start-up doo sammelt Kapital ein

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Bastian Nutzinger

    Hmm, sieht interessant aus.
    So richtig habe ich glaube ich noch nicht verstanden, was jetzt so besonders an doo ist.
    Werde das heute Abend zuhause an meinen Mac mal genau unter die Lupe nehmen.

    In jedem Fall wünsche ich dem Team viel Erfolg



  2. Dennis

    Ich hatte die Freude doo bereits in der Beta-Phase zu testen, jedoch hat mich der Funktionsumfang überhaupt nicht überzeugt. Wer Mac OS X nutzt hat mit Spotlight eigentlich alles was er für die Indizierung seiner Dokumente benötigt. Irgendwie ist hier die Funktionalität von doo redundant… Ich wünsche den Gründern zwar viel Glück mit ihrer Software, so richtig an einen Durchbruch will und kann ich jedoch nicht glauben, zumal immer noch sehr viele Rechnungen und wichtige Dokumente in Papierform verschickt werden und erst indizierbar gemacht werden müssen. Ob doo OCR unterstützt kann ich leider nirgends rauslesen.

    BTW:
    Das Video auf der Website von doo ist wieder mal typisch für Startups aus Deutschland. Die Videos haben immer das selbe Schema, nämlich: “Ohhh mein Gott, wir werden alle untergehen/sterben wenn wir nicht das Produkt XY verwenden”. Insbesondere Privatleute sollten eher weniger Probleme mit “Fluten an Rechnungen” haben und Unternehmen betreiben meist ihr eigenes, professionelles DMS und legen wichtige Dokumente mit EK-Preisen etc. eher ungern in fremde (durch Softwarefehler etc. möglicherweise öffentlich zugängliche) Hände.



  3. Dieter

    @Dennis
    So wie ich es gesehen habe unterstützt es OCR, das ist ja auch eines der Kernfeatures die die Arbeit erleichtern soll.

    Viele Kleinunternehmen die ich kenne benutzen gerade mal garkein System. Welches auchß Mir fällt da spontan keines ein, welches ohne größeren Aufwand nutzbar wäre und einem “wirklich” die Arbeit erleichter. Ich selbst würde das ja dann auch benutzen ;)
    Im Moment werden Belege in der Buchungssoftware erfasst, nummereriert und abgeheftet. Braucht man was oder sucht etwas, dann muss man erst in der Buchungssoftware gucken. Problem hierbei ist, dass man evtl. nicht sauber genug die Daten (Titel, Tags, usw.) erfasst hat.

    Für mittlere und große Unternehmen gibts Lösungen wie Sand am Meer.

    Für mich als Privatperson bräuchte ich so ein Tool nicht unbedingt. Meine Belegazahl hält sich in Grenzen und die Daten erfasse ich in einer einfachen Tabelle.



  4. freudenberg

    wird auch endlich zeit das eine neue generation von dms systemen auf dem markt erscheint, nach all der endlosen zeit der “ankündigungen” und betaphasen. mal schauen, wer sich im rennen zwischen smarchive, amagno, fileee und doo.net durchsetzen wird.

  5. Das Thema “papierloses Büro” ist äußerst interessant.

    Nur gibt es so etwas schon seit Jahren von der DATEV, und trotz bester Zusammenarbeit mit den Steuerberatern fast ohne Erfolg. Das Produkt ist noch nicht reif für den Massenmarkt.

    Die VC- Blasen haben auch nicht die Spur einer Chance.

    Ich habe demnächst einen Termin bei einem StB, der die digitale Archivierung mit DATEV nutzt, und sehe mir das mal konkret an.



  6. Dennis

    @Dieter

    So wirklich stimmt deine Aussage auch nicht. Die meisten Kleinunternehmen verwenden kein DMS, weil sie einfach kein DMS verwenden wollen. Das sind oftmals Leute für die schon ein Computer das Werk des Teufels ist und die solche Lösungen auch nicht verwenden würden wenn sie absolut kostenlos wären. Ausdrucken und abheften vermittelt diesen Menschen einfach ein Stück Sicherheit Herr über die Lage zu bleiben. Diese Art von Menschen verlassen sich nicht gerne auf das was ein Computer macht.

    Es gibt außerdem entsprechende DMS-Lösungen wie Sand am Meer – auch für kleine Unternehmen. Angefangen von ELO Office, Docuware, Dr. Doc über einige Open Source Produkte. Vorteil hier ist, man hat seine Dokumente noch selbst in der Hand und muss sich nicht auf ein Unternehmen verlassen, welches sich nur durch Millioneninvestitionen von VCs über Wasser halten kann und das es morgen vielleicht nicht mehr gibt.

    Ich persönlich bin der Meinung das es ein papierloses Büro in naher Zukunft nicht geben wird. Es gibt bzw. wird Systeme geben die den Arbeitsablauf erleichtern aber komplett ohne Papier wird es wohl nie gehen. Denn eine Unterschrift unter einem Vertrag “fühlt” sich für viele einfach anders an als wenn man mal schnell etwas digital signieren würde…



  7. Mike

    Zentrale Dokumenten-Management-Cloudsysteme werden noch 10 Jahre brauchen, bis sie sich durchsetzen. Nämlich genau so lange muss sich eine Cloudlösungsfirma etablieren, bis sie von den dt. Firmen und Gesetzgebern für voll genommen wird. Da sehe ich viel eher dezentrale DMS sich ausbreiten, die von den Firmen selbst gehalten wird. Da wissen die Firmen wenigstens, wo ihre Daten sind.



  8. Dieter

    @Dennis, du vermischst offenbar deine Abneigung durch die Millioneninvestitionen mit allem anderen. Und wenn Steve Jobs (ruhe in Friedne) denen persönlich 10 Milliarden vererbt hätte, und ?

    Einen 0815 Anwender interessierts nicht die Bohne wo seine Daten liegen, das ist was für Nerds. Der kleine Unternehmer will sowas einfach benutzen, der installiert sich auch keine OpenSource.

    Ja und die digitale Signatur ist leider noch immer viel zu kompliziert, weswegen sie sich auf breiter Linie nicht durchsetzt.

    Ich bin jedenfalls immer wieder überrascht, was Unternehmer nicht alles an Tools nutzen, wenn man es ihnen einfach nur fix und fertig vorsetzt.



  9. Marc

    Was macht doo zum jetzigen Zeitpunkt zum Zitat “Vorzeige Startup”??? Die Millionen-Finanzierung vor dem Start? Das ist schön und sicher ein erster, respektabler Erfolg der Gründer. Für solche Lobeshymnen würde ich mir aber etwas mehr Substanz wünschen.



  10. Dennis

    @Dieter
    Keine Angst, ich habe keine Abneigung gegenüber von Startups die Millionen auf Pump bekommen um ein Produkt zu entwickeln, ganz im Gegenteil, mich freut es sogar zu sehen das noch Geld in Ideen investiert wird. Dennoch ist deine Aussage etwas unvollständig, denn sobald dein 0815 Anwender als Unternehmer tätig ist, personenbezogene Daten verarbeitet und davon bin ich in meinem Beispiel ausgegangen, hat es ihn sehr wohl zu interessieren wo seine Daten liegen und wer sie wie verwaltet. Das hat dann auch rein gar nichts mit “Nerds” zu tun, die technische Details wissen möchten o.ä., sondern mit gesundem Menschenverstand und ab einer gewissen Größe des Unternehmens sogar mit gesetzlichen Vorschriften. Hier habe ich als Beispiel auch einige bekannte DMS-Lösungen aufgeführt, die sich im Businessumfeld (auch bei kleinen Unternehmen) seit Jahren einen Namen gemacht haben und relativ zahlreich eingesetzt werden. Diese Beispiele übergehst du jedoch komplett und nennst als Negativbeispiel nur die Open Source Lösungen, die ich einfach der Vollständigkeit halber genannt habe, auch wenn ich mir sicher bin, dass diese Art an Software wohl am wenigsten eingesetzt werden dürfte.

    Das Unternehmer oft zweifelhafte (selbstverwaltete) Software einsetzen, das kenne ich leider nur zu gut, jedoch ist das Geschrei auch immer riesig groß, wenn wichtige Daten aufgrund fehlender Backupkonzepte oder einfach wegen schrottreifer Software plötzlich verschwunden sind. Brummt der Staat diesen “Unternehmern” wegen Verletzung von Datenschutzrichtlinien oder anderen Vergehen eine Strafe auf, wird zuerst auch immer auf den Staat geschimpft, statt sich der eigenen Versäumnisse wegen, an der eigenen Nase zu packen. Pauschal sind dann immer erst die anderen schuld.

    Natürlich kann jeder das tun was er möchte, jedoch als Selbständiger würde ich meine Daten keinem noch relativ unbekannten Unternehmen anvertrauen, solange es bereits etablierte Lösungen auf dem Markt gibt. Für private Anwender sieht das schon wieder ganz anderes aus. Besonders im Hochschulumfeld sehe ich bei doo großes Potential. Hier kann eine recht umfassende Datenbank mit Skripten aufgebaut werden, in der man sogar nach Stichworten suchen kann. In so einem Umfeld finde ich doo sehr sinnvoll und eine lokal installiere Lösung eher als Schwachsinn an.

    P.S.
    Für Anwender im Unternehmensumfeld ist die Lösung evtl. dieses Passus in den AGB wegen eher ungeeignet:

    “…ist doo berechtigt, auf Inhalte zuzugreifen und ggf. an Dritte weiterzugeben oder sie zu löschen…”

    So ein Passus ist vielleicht Standard oder sogar absolut notwendig, dennoch würde ich nochmals nachdenken ob ich als Unternehmer vertrauliche Dokumente (die evtl. sogar 10 Jahre aufbewahrt werden müssen) wirklich einstellen möchte.

    Abschließend kann ich nur sagen das ich doo sehr viel Erfolg mit ihrer ansonsten gelungenen Lösung wünsche. Es wird sich im Laufe der Zeit schon ein bestimmtes Nutzerklientel herauskristallisieren, für die das System absolut geeignet sein dürfte…

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  12. iownyourstartup

    Wer ist eigentlich der Datenschutz-verantwortliche bei doo? Habe auf die schnelle nichts gefunden.

    Es ist aber mal wieder typisch wenn startups über Sicherheit reden wird die Verantwortung stehts an Amazon und Co. geschoben. Was ist bezüglich Patriot ACT?

    Doo behauptet keiner von Doo schaue auf die Daten, wie funktioniert dann OCR? Also müssen die Daten sehr wohl mal offen liegen, ich nehme an OCR wird Serverseitig durchgeführt.

    Klingt für mich nicht schlüssig im Bereich Datenschutz, und man sollte schon klar erkennen lassen das man sich eben um beide Themen kümmern (Datenschutz und DatenSicherheit…)



  13. Ingo

    Schade, aber leider wird es der Frank damit nicht schaffen. Schönes Design und ein Marketing a la neue Dropbox reichen leider nicht, wenn die Execution, sprich Funktionalität nur zweite Garnitur ist.

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