Flipintu Dating-Plattform für Mensch und Buch

Nutzer finden bei Flipintu nach Interessen ansteuerbare Leseproben mit Kaufoption und Verlage die Möglichkeit, themengenau ihre Produkte zu platzieren. “Wir sind die Dating-Plattform für Mensch und Buch”, beschreibt Mitgründer und Geschäftsführer Uli Coenen das Credo von Flipintu.
Dating-Plattform für Mensch und Buch

Flipintu möchte auf seiner neuen Vermarktungsplattform über das physische und elektronische Buch hinausgehen: Es sollen dort auch Zeitschriften-, Magazin- und Blog-Artikel verfügbar werden. Nutzer finden bei Flipintu nach Interessen ansteuerbare Leseproben mit Kaufoption und Verlage die Möglichkeit, themengenau ihre Produkte zu platzieren. Wer möchte, kann einen Minishop mit ausgewählten Medien aufmachen.

“Wir sind die Dating-Plattform für Mensch und Buch”, beschreibt Mitgründer und Geschäftsführer Uli Coenen kurz und knapp das Credo von Flipintu, einer neuen Vermarktungsplattform für Bücher, Zeitschriften und digitale Medien wie E-Books. Die Webapp befindet sich aktuell in der offenen Betaphase. “Derzeit dreht sich noch ziemlich viel um Bücher, aber mit großen Verlagsgruppen wie Burda und Handelsblatt testen wir gerade auch andere Formate und Inhalte”, meint Mitgründer und Geschäftsführer Uli Coenen. Insofern kann Flipintu auch als Aggregator bezeichnet werden.

Flipintu, gesprochen als “flip into” (englisch für “durchblättern”), setzt den Fokus auf das Entdecken und Teilen – und Kaufen – seiner angebotenen Medien. Die Webapp, die sowohl mit Desktop-Browsern als auch Tablets und Smartphones nutzbar ist, präsentiert sich in einem magazinartigen Layout und soll es einfach machen, neue Inhalte aufzuspüren und anzulesen. Dazu legen Nutzer in ihren Einstellungen fest, zu welchen Themen ihnen die Plattform in der Übersicht kredenzen soll, die Bandbreite reicht von Literaturgenres bis hin zu Medizin-, Business-, Technologie- und Politik-Themen. An Verlagen sind, unter anderem, Random House, Ullstein, Piper und dtv dabei. Die “Book2Look”-Technologie zum Durchschauen digitaler Bücher brachte der Mitgründer Ralph Möllers in das Start-up ein.

Die Crowd als wichtiger Faktor der Plattform

Flipintu setzt, neben einem eigenen Redaktionsteam, eindeutig auf die Aktivitäten der Nutzer, um die Plattform lebendig zu gestalten. Nutzer können Bücher rezensieren und empfehlen, auch das Teilen in die sozialen Netzwerke ist möglich. Der Begriff “Aktivitäten” ist hier bewusst gewählt, da es bei flipintu weniger um “Interaktion” geht, auch wenn den sogenannten “Channels” anderer Nutzer gefolgt werden kann. In diesen Kanälen sammeln sowohl Nutzer als auch Verlage Inhalte nach Genre, Autor oder selbst vergebenen Kriterien. Für Verlage ist dies eine Möglichkeit, thematisches Targeting zu betreiben und Streuverluste zu vermeiden. Wer als Blogger unterwegs ist, kann auch eigene Beiträge einstellen und somit die eigene Reichweite erhöhen. Neben den Kanälen etabliert Flipintu mit Minishops für Nutzer noch ein “Shop-in-Shop”-System und vergütet dies mit Umsatzbeteiligungen.

Screenshot der Flipintu-Webapp: Themen-Dashboard

Die Großhandelsmarge sorgt für den Geldfluss

Die Flipintu GmbH wurde im Februar 2013 von Uli Coenen, Ralph Möllers, Harald Henzler, Michael Ladendorf und Hitesh Jain in Krefeld gegründet und wird durch die Gründer eigenfinanziert. Das Geschäftsmodell basiert auf einem Handelsmodell über Buchverkäufe, Geld kommt über die Großhandelsmarge herein. Artikel aus Magazinen, Zeitschriften und Blogs sollen später zusätzlich als Premiuminhalte vermarktet werden. Die Entwickler der Plattform arbeiten in Indien, was nach Aussage Coenens gut funktioniere; die Koordination und das Management über Ländergrenzen hinweg habe sich dennoch doch als aufwändiger als erwartet erwiesen.

Flipintus selbstgegebenes Motto “Discover. Read. Share.” beschreibt schon recht gut, worum es gehen soll. Gegen Platzhirsche wie Amazon mit seinen durchoptimierten Prozessen wird es schwierig werden, bietet die Konkurrenz doch ähnliche Komponenten wie Rezensionen und Empfehlungen. Flipintu will mit der Zusammenführung von Inhalten aus unterschiedlichen Medien wie beispielsweise Zeitschriften und Magazinen punkten. Darin könnte die Chance bestehen.

Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.