Famany Arbeitnehmer bewerten ihre Firmen auf Familienfreundlichkeit

Famany widmet sich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Work-Life-Balance. Es geht dabei um Transparenz: Arbeitnehmer bewerten ihre ehemaligen oder aktuellen Arbeitgeber bzw. Praktikumsgeber anonym. Unter den bislang bewerteten Firmen finden sich Unternehmen wie Mister Spex.
Arbeitnehmer bewerten ihre Firmen auf Familienfreundlichkeit

Wer neben seinem Job noch eine Familie zu versorgen hat oder jemanden aus der Familie pflegt, wird einen Arbeitgeber zu schätzen wissen, der auf diese Situation eingeht. Auch Unternehmen wird zunehmend klar, dass Familienfreundlichkeit ein Wert ist, der nicht zu unterschätzen ist. Famany ist ein neues Web-Portal, das sich seit Mitte 2013 der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Work-Life-Balance widmet.

Das Web-Portal Famany konzentriert sich auf seiner Bewertungsplattform auf die Frage, wie familienfreundlich Unternehmen sind und möchte Nutzern dabei helfen, die entsprechende, richtige Firma zu finden. Es geht dabei um Transparenz, Arbeitnehmer bewerten ihre ehemaligen oder aktuellen Arbeitgeber beziehungsweise Praktikumsgeber anonym. In einem Fragebogen werden verschiedene Bereiche wie tägliche Arbeitszeit, Betriebsklima und Wertschätzung, Karrierechancen und das familienfreundliche Engagement des Unternehmens per Sterne-Rating eingeordnet. Am Ende des Fragebogens besteht die Möglichkeit, einen Kommentar zu schreiben und per Daumen hoch/runter auszudrücken, ob man den Arbeitgeber familienfreundlich findet und ob man ihn einem Arbeitssuchenden empfehlen würde.

Unter den bislang bewerteten Firmen finden sich Unternehmen wie Mister Spex, die Online-Lernplattform Scolibri, das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein oder Rewe. Firmen erhalten die Möglichkeit, sich auf einer Unternehmensseite darzustellen und das eigene Employer Branding zu polieren. Im Zuge dessen gibt es auch eine Stellenbörse.

Partnernetzwerke mit famany+

Famany arbeitet in seinem Programm famany+ mit verschiedenen Partnern wie der Deutschen Alzheimer Gesellschaft oder Pflegeeinrichtungen und Beratern für betriebliche Gesundheitsförderung zusammen und vermittelt Interessierte dorthin. Im Famany-Blog, das in Sachen Verlinkung auf der Website etwas untergeht, präsentiert das Team Beiträge und Interviews zu Themen wie Kinder, Pflege und verwandter Politik, im Lexikonbereich der Website wird über Begriffe wie Work-Life-Balance, Generationenvertrag, Herdprämie und ähnliches aufgeklärt.

Mitgründerin Linda Schuster erzählt, wie es zur Gründungsidee kam: “Die Ursprungsidee stammt aus einer Personalvorlesung, die [Mitgründer] Bernd [Kopin] besucht hat – zuerst war ein Portal für Frauen in Führungspositionen gedacht, was aber erstens rechtlich problematisch ist, und meiner Meinung nach von Frauen auch nicht gewünscht ist.“ Sie fährt fort: “Nach langer Recherche und unzähligen Gesprächen mit Freunden und Bekannten haben wir gemerkt, dass vielen bei der Jobsuche Informationen zur Familienfreundlichkeit von Unternehmen fehlen und dass hier eine Informationsquelle gewünscht ist, deren Infos über die Karriereseiten der Firmen hinausgehen. Daher die Kombination mit dem Bewertungsaspekt, damit Infos aus erster Hand geboten werden können.”

Schuster, Bernd Kopin und Maximilien Roth gründeten die famany UG Mitte Juni 2013 und stemmen die Unternehmung bisher aus eigenen Mitteln. Sie befinden sich gerade in Gesprächen mit Business Angels und möchten bis auf Weiteres die Produktentwicklung vorantreiben. Die Nutzung des Portals ist kostenlos, die angesprochenen Unternehmensseiten lässt sich das Team allerdings bezahlen und nimmt für Vermittlungen ins Partnernetzwerk eine Provision von Firmen.

Famany stellt die Familienfreundlichkeit in den Mittelpunkt

Es gibt bereits Portale, auf denen Arbeitgeber beziehungsweise Praktikumsgeber bewertet werden können, zum Beispiel kununu (www.kununu.com), die Anfang 2013 von XING geschluckt wurden, bizzWatch (www.bizzwatch.de) oder  www.mein-praktikum.de. Auch dort finden sich ein Bewertungskriterium zur Work-Life-Balance, allerdings nicht im Fokus wie bei famany.

Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.