Scolibri: Online-Funktionen, die den Schulalltag für Lehrer und Schüler erleichtern sollen

Die Nachbereitung des Schulunterrichts und dessen Auswertung nimmt für Lehrer einiges an Zeit in Anspruch – Übersichten erstellen, Auswertungen machen und so weiter. Diese Arbeiten kann man auf Papier oder mit der Tabellenkalkulation […]
Scolibri: Online-Funktionen, die den Schulalltag für Lehrer und Schüler erleichtern sollen

Screenshot der Scolibri-Startseite

Die Nachbereitung des Schulunterrichts und dessen Auswertung nimmt für Lehrer einiges an Zeit in Anspruch – Übersichten erstellen, Auswertungen machen und so weiter. Diese Arbeiten kann man auf Papier oder mit der Tabellenkalkulation erstellen. Wer das lieber online und von überall aus machen möchte, sollte sich Scolibri (www.scolibri.com) anschauen. Das Start-up ist dabei, ein Online-Bildungsnetzwerk aufzubauen.

Scolibri präsentiert seine neue Plattform als “Bildungsnetzwerk für Schüler, Eltern und Lehrer” und möchte vornehmlich den Lernalltag für Lehrer und Schüler vereinfachen, damit mehr Zeit für das Lernen vorhanden ist. Anstatt sich nach dem Unterricht mit Papierkram zu beschäftigen, sollen Lehrer durch den webbasierten Dienst mehr Zeit für die eigentliche Vorbereitung erhalten – und den Unterricht interessanter gestalten können.

An Werkzeugen stehen Lehrern einige zur Verfügung, je nach gewähltem Tarif steigert sich deren Anzahl. Die Kernfunktionen mit dem Hausaufgaben-Werkzeug, der Schülerverwaltung, der E-Mail-Integration von Schülern und der Benotung sind in Scolibris’ Freemium-Modell kostenlos, in den kostenpflichtigen Tarifen kommen Module wie Schüler- und Kursauswertungen, Schüler- und Notenübersichten oder eine Anbindung der Eltern an die Plattform dazu. Mittelfristig soll die Bildung von Lerngruppen möglich sein, in denen sich Schüler virtuell zusammenschließen können. Damit wäre ein Ort geschaffen, an dem die Schüler nach dem Unterricht weiter über Themen sprechen könnten, unabhängig vom Wohnort. Für Lehrer ist gegenwärtig eine Bibliotheks-Funktion in Entwicklung, mit der Unterrichtsmaterialien angelegt und auch geteilt werden können.

Offene Betaphase folgt, Investoren sollen mit einem Wettbewerb angezogen werden

Seit Mai 2013 führt das Scolibri-Team mit 50 Lehrern eine geschlossene Betaphase durch, um sich Rückmeldungen einzuholen und an den Funktionen feilen zu können. Interessierte Lehrer können sich weiterhin zum Testen anmelden, nach den Sommerferien geht es dann in die offene Beta.

Bis November 2013 erhält das Scolibri-Team um Gründer und Geschäftsführer Lukas Wandzioch noch Gelder durch die EXIST-Förderung, der Accelerator hub:raum der Deutschen Telekom unterstützte mit Räumen und Wissen. Für Gespräche mit Investoren sind die Scolibri-Macher offen, um Produktentwicklung, Vertrieb und Marketing voranzutreiben. Eine etwas ungewöhnliche Art der Finanzfindung läuft seit Kurzem auf Scolibris’ Beta-Plattform: Es wurde ein Investoren-Wettbewerb ausgelobt, für den Teilnehmende eine kurze Geschichte aus ihrer Schulzeit verfassen sollen – dem letztlichen Gewinner winkt ein kleiner Anteil am Unternehmen.

Das Geschäftsmodell der Unternehmung basiert darauf, dass eine kritische Masse an Lehrern das Werkzeug nutzt, so dass später möglichst die Schule mit einsteigt. Tobias Hönig erläutert: “Wir setzen im Vertrieb auf das Bottom-up-Prinzip. Die kostenlosen Funktionen bieten Lehrern einen entsprechenden Mehrwert und teasern Premiumfunktionen bereits an. Investoren trauen Startups den Vertrieb an Schulen kaum zu. Wir sorgen dafür, dass einzelne Lehrer den Proof-of-Concept an ihrer jeweiligen Schule für Scolibri erbringen. Natürlich zielt diese Strategie auch darauf ab, anschließend Schulen als zahlende Kunden zu akquirieren. Das haben wir bereits mit einer Schule umgesetzt.” In den kommenden Wochen sollen weitere Schulen hin zukommen, inzwischen besuchte die Berliner Bildungssenatorin Scolibri, es gäbe da unter Umständen die Möglichkeit einer Zusammenarbeit.

Mitbewerber Edyou bietet ein ähnliches System an

Edyou (www.edyou.eu) aus Hannover bietet einen ähnlichen Dienst mit “Funktionen für den Schulalltag” an. Unter anderem beinhalten diese ein Klassensystem, Stunden- und Vertretungspläne, ein Nachrichtensystem und eine kollaborative Lernplattform. Wo Scolibri nach Lehrer oder Schule abrechnet, was zwischen 0 und 100 Euro im Monat kostet, nimmt Edyou in seinem basic-Tarif per Schüler einen Betrag von 1 Euro pro Jahr, in den Tarifen plus und premium fällt dazu noch eine Pauschale von 200 beziehungsweise 1.000 Euro an.

Scolibris Idee liest sich gut, die Zusammenarbeit mit einer Schule ist ein erster Erfolg. Ob die Online-Werkeuge effizienter sind als die bisherigen Systeme zur Unterrichtsvor- und nachbereitung, müssen Lehrer und Schulen für sich entscheiden.

Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.



  1. Ben

    Ein sehr sehr cooles Konzept! Endlich auch mal im Bildungsbereich! Weiter so, scolibri!

  2. Pingback: Zurück zum Absender – #StartupTicker #9 (22.8.) :: deutsche-startups.de

  3. Weiter so! Endlich auch mal im Bildungsbereich!

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